Etwas für Tante Heinzens Seele….

Einen Geheimtipp in diesem kulturell vernachlässigten Gebiet ausprobiert. Gut versteckt, aber durchaus auch für orientierungslose Tanten zu finden. Mitten im Off, wenn man denkt, nun bin ich mitten drin im schwarzen Loch, liegt ein wunderschönes altes Bauernhaus, umgewandelt in einen Laden, mit Dingen, die nicht lebensnotwendig sind, aber die meine Laune erheblich besserten.

Handtaschen. Kissen. Wärmflaschen. Decken. Teller. Olivenöl. Windlichter. Vasen. Weihnachtskram.

Toller Laden, insbesondere wenn man kurz vor dem Umzug steht, und so gar nicht weiß, ob und was man kaufen kann. Und ob’s überhaupt passt. Und wenn man am Tag vorher noch mit T. darüber philosophiert hat, dass bald der böse Januar Einzug hält und wir unsere Konten vorsorglich vor uns selbst sperren.

Zwei Stunden habe ich mir schöne Dinge angesehen, habe mich auf ein überaus nützliches Ding (!!!) beschränkt und war danach hochzufrieden und erstaunt darüber, was für gefährlich schön Läden es doch in unmittelbarer Nähe gibt..

Da alte Bauernhäuser mit dicken fetten Balken an der Decke gesegnet sind, die leider nicht auf meine Körpergröße abgestimmt wurden, habe ich trotz intensiven Bückens eine fette Beule davongetragen.

Schön war’s trotzdem. Was will ich noch in der großen Stadt… Das Glück liegt vor der Haustür.

Im örtlichen Supermarkt wurde ich jedoch von der Realität eingeholt. Das hätte ich mir mal lieber gespart. Ein Dutzend Schwangere, zwei Dutzend gerade geschlüpfte Kinder, die überaus glückliche Nachbarschaft Hand in Hand mit Nachwuchs und quasi als Höhepunkt an der Kasse T.’s Bruder mit Sohn:

“Und, bei Euch ist’s endgültig?” “Sozusagen, W., zu 99%.” “Und, kommt T. damit klar?”

Hallo? *klopfklopf* Einer zu Hause?

Natürlich kommt T. blendend damit klar. Auch ich bin hochzufrieden mit der Gesamtsituation, mein lieber W. Insbesondere bin ich damit zufrieden, dass Du als einzig Wissender unter T.’s Geschwistern hier noch nicht einmal Aufbauarbeit geleistet hast und Deinen Bruder ein bisschen betüttelst, von dem Du ganz genau weißt, dass er verdammte Kacke nochmal ein Sensibelchen ist.

Weil ich beileibe keine Lust verspürte, mitten im Supermarkt über die Hoden meines Lieblingsmannes zu sprechen, die urplötzlich im Mittelpunkt von W.’s Interesse standen, habe ich ihn dezent darauf hingewiesen, dass es sich schließlich um T.’s Sack handelt, und der ihm in einer stillen Stunde sicherlich persönlich Auskunft erteilen kann, wenn es denn tatsächlich interessiert.

Ich weiß nicht, warum, aber neben uns ist dann glücklicherweise - man möge es mir verzeihen - der Kreislauf einer Frau zusammengebrochen, so dass W. als ehemaliger Rettungssanitäter alle Hände voll zu tun hatte, sie wieder mit den Füßen auf die Erde zu stellen.

Ich für meinen Teil beschloss daraufhin, die Situation mit flinken Beinchen zu verlassen, schließlich hatte er sie voll im Griff, die Schaulustigen begannen, sich einzufinden und die Dame vom Fotoshop stand ihm helfenderweis’ zur Seite.

Komische Welt. Zu Hause noch einen Weihnachtsgruß einer Freundin aus dem Briefkasten gefischt, mit Foto von ihrem properen Baby mit Engelsflügelchen (…ganz aus Versehen entstanden…. “Konnte mir nie vorstellen, dass man tatsächlich von einmal Poppen schwanger wird…” ;) , Tränchen aus den Augen gewischt, mich danach mit T. vor den Fernseher gelümmelt, wirklich lustigen Film gesehen, eineinhalb Stunden gekichert und die Welt war wieder in Ordnung. Wenigstens für den Moment.




12 Kommentare to “Etwas für Tante Heinzens Seele….”

  1. Katja1978 schreibt:

    *dd* *dd* *dd*
    Wenn Du magst, ich habe immer eine offenes Ohr für Dich!

    LG,
    Katja

  2. Katja1978 schreibt:

    Ups falscher Smilie Sollte eigentlich *drueck* *troest* sein… *rotwerd* .

    Lg,
    Katja

  3. shusl schreibt:

    Hey, kann ich mal die Adresse von dem Bauernhof haben? Scheint nicht ganz weit weg von uns zu sein….
    lg
    shusl

  4. Lonly Lovegood schreibt:

    Liebe Tante Heinz,

    habe erneut herzlich lachen müssen, man möge es mir verzeihen, als ich mir die Kaufhaussituation bildlich vorgestellt habe, lag ich auf dem Rücken vor Lachen.
    Das Lachen blieb mir dann allerdings im Halse stecken, als die Weihnachtskarte in’s Spiel kam, habe ich doch auch so eine bekommen, von meiner jetzt EX- besten Freundin. Ihr kleiner Sohn war allerdings Rudolf das Rentier, das arme Kind!
    Hatte ich mich doch, schon damit abgefunden, dass meine (Ex) beste Freundin, sich überhaupt nicht interessiert zeigte, mir in irgendeiner Weise, beizustehen, nachdem ich vor circa 1 1/2 Monaten unser Kind verloren habe, traf mich der Hammer, als ich ihre Weihnachtskarte, oder besser gesagt “achtlos-bekritzelter-zu-einem-Foto-geworfener-Zettel” gelesen habe, auf dem doch tatsächlich mit drei Ausrufezeichen, der Satz geschrieben stand: ” Hoffentlich meldet Ihr Euch bald Mal bei uns!!!

    ???

    Ihre Welt scheint eine andere zu sein, als unsere, das wurde mir bei diesem Satz sehr deutlich. Wir sind seit 20 Jahren Freundinnen, und Sie hat nicht den Anstand auch nur einmal anzurufen, in der schlimmsten Zeit meines Lebens. Was so eine harmlose Weihnachtskarte auslösen kann! Manschmal ist weniger wirklich mehr. Eine Karte weniger zu diesem Weihnachtsfest und Weihnachten wäre fast schön gewesen.

    Sorry, das gehört eigentlich in mein Tagebuch, hat mir aber so weh getan, dass ich es besser hier ablade.

    Liebe Tante Heinz, ich hoffe Du verzeihst mir!
    Ich wünsche Dir auf jeden Fall einen guten Start ins Jahr 2007, auf das auch wir bald fiese, kitschige Kinderkarten versenden können.

    LG Bärbel

  5. Tante Heinz schreibt:

    Habe mittlerweile auch festgestellt, dass ein dickes Fell unabdingbar ist. Anders geht’s nicht. So ist es leider. Öfter mal irgendwo gegen treten. Erwische mich immer wieder beim lauten Schimpfen im Auto. Oder unter der Dusche. Sollte mich T. dabei ertappen, werde ich wahrscheinlich irgendwann von charmanten weißbekleideten Männern abgeholt.

    Liebe Bärbel, liebe Katja,
    ich wünsche Euch beiden das Allerbeste für 2007!

    Tante Heinz

  6. Konny schreibt:

    Liebe Tante Heinz, lieber T.!

    Wir möchten euch auch von ganzem Herzen einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen und dass 2007 unser aller Glücksjahr wird. Wir drücken euch für den Termin in HH ganz fest die Daumen. Wird zwar erst mal nicht viel passieren, aber ihr werdet einen ganz besonderen Menschen kennenlernen, der mit Sicherheit auch T. die meisten Zweifel und Ängste nehmen kann.

    Wir werden das neue Jahr wohl auch etwas besinnlicher begrüßen, was nicht nur an der Magen-Darm-Infektion meines Mannes liegt, sondern auch an der Tatsache, dass durch die Weihnachtspause meiner Praxis gerade im Moment wertvolle Follikel sinnlos ins Nichts geblasen werden. Und das, wo ich immer dachte, dass der 3. HI-Zyklus DER Volltreffer wird.

    Dementsprechend geknickt konnte ich auch den tollen Weihnachtstipps meiner lieben aber leider etwas unsensiblen Mutter nur mit Flucht begegnen. Sie meinte mir erklären zu müssen, dass man mit über 30 als Mutter nicht mehr so leistungsfähig ist und dass man der Natur nicht ins Handwerk pfuschen sollte (bezugnehmend auf eine H-IVF, die wir nach dem 6. Negativ in Erwägung ziehen würden). Warum können Mütter nicht einfach nur mal den Mund halten, einen in den Arm nehmen und viel Glück wünschen?

    Wenigstens gab es keine Weihnachtskarten mit Baby, ein sensibler Freundeskreis ist da auch schon viel wert. Babyfotos bekommen wir nur auf Anfrage zugeschickt und auch eine neue Schwangerschaft muss man den Pärchen in unserem Freundeskreis immer aus der Nase ziehen. Dann kann man sich auch unbeschwert mit denen freuen, weil einem nicht auf die Nase gebunden wird, dass es mal so eben im vorbeigehen passierte….

    So, nun hab ich euch auch noch zugejammert ;) Aber irgendwie ist Weihnachten und Neujahr nicht für Paare wie uns gemacht, kein Wunder, dass das deprimiert.

    Toi toi toi für 2007 wünschen
    Holger&Konny

  7. Tante Heinz schreibt:

    Liebe Konny,

    selbstverständlich wird der dritte HI-Zyklus ein Glückstreffer, wenn auch einen Monat später! Du wirst schon sehen, das hat alles seinen Sinn.

    Bei meiner - eigentlich auch lieben - Mutter bin ich im Übrigen auch auf alles gefasst. Sie hat jahrelang Kritik an Paaren geübt, die der Natur “ins Handwerk pfuschen”.
    Dass sie nun eine betroffene Tochter inklusive Ehemann hat, muss sie anscheinend erst einmal verdauen. Bisher kommen noch keine guten Ratschläge. Aber das wird sich spätestens nach Herrn Schulze und seinen eventuellen Fundstücken ändern.

    Hachje, das ist alles ganz kompliziert und ganz doof.
    Jetzt sind wir erst einmal gespannt auf Dienstag und lassen das Ganze mal auf uns zukommen.

    Euch beiden auch alles Gute und vielen Dank für Eure moralische Unterstützung! Grüß mir den Holger, er soll schnell wieder auf die Beine kommen, der arme kranke Hase!

    Liebe Grüße,
    Tante Heinz

  8. Kunstkoma schreibt:

    Dickes Fell kann wirklich nicht schaden und ein paar Schläge auf die Hinterköfe einiger Mitmenschen. Mir wurden gestern von einer Freundin Bauchfotos geschenkt. Ohne Worte. Vielleicht stellen wir die mal T.’s Bruder vor. Müssten sich ja blendend verstehen…

  9. Tante Heinz schreibt:

    T.’s Bruder gehört auch zu den momentan Suchenden.
    Glaube, ich stelle ihn lieber Dir vor, denn eigentlich ist er wirklich einer von den Guten! Du könntest ihm dann ja auch noch das fehlende Feingefühl bezüglich brüderlicher Hoden beibringen. Im Übrigen ist er auch noch gutaussehend, knapp 1,90 und sehr agil.

    Lieben Gruß,
    Tante Heinz

  10. Kunstkoma schreibt:

    Wo wohnt Ihr noch mal? Ich würde dann allerdings erstmal mein Feingefühl an seinen Hoden testen. *lol*

  11. Tante Heinz schreibt:

    Von Hannover aus sind’s ca. zweieinhalb Stunden bis zu den erwünschten Hoden. Scheint so, als müssten wir da mal was klarmachen…

  12. Kunstkoma schreibt:

    2,5 Std. sind zu weit für ein paar Hoden. *g* Ich such lieber noch mal in Hannover. Ein paar davon laufen ja hier auch rum. *g*

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