Archive forNovember, 2006

FA gewechselt. Hurra.

Ich hatte ja schon lange Zeit beschlossen, den Gynäkologen zu wechseln. Leider ist die Auswahl hier nicht so richtig groß… Und weil anscheinend viele Damen unzufrieden mit dem einen Gynäkologen sind, hat man entsprechende Wartezeiten bei der anderen.

Das hatte mich bisher immer dazu gebracht, dem einen doch noch eine Chance zu geben. Die er allerdings seit meinem Termin im KiWu-Zentrum und der dortigen Diagnose endgültig verspielt hat.

So. Seit zwei Monaten habe ich diesen Termin. Heute war es so weit. Tante Heinz hatte ihren Vormittag terminlich freigeschaufelt und düst zur neuen Gynäkologin.

Die Gynäkologin kannte T. übrigens früher als ich. Vor ein paar Jahren hatte er nämlich notfallmäßig meine kleine Schwester dorthin gebracht, die nach einem Verhütungsunfall um eine Hormonbombe bitten musste. Nun ja, eigentlich fand gar keine Verhütung statt, dementsprechend war Eile geboten. Hätte ja sein können, dass sie fertiler ist als ihre Schwester.
T. hat die FÄ seither als böse Frau in Erinnerung, weil sie annahm, dass er als Begleiter auch Verursacher der Verhütungspanne war und ihn mit dementsprechend giftigen Blicken bedacht hat. Oder ihr gefiel einfach der bestehende Altersunterschied von 20 Jahren nicht.

Als ich ins Wartezimmer kam, konnte ich den Vormittag zeitlich bereits abhaken. Der letzte Platz war für mich. Selbstverständlich neben der strickenden Mutter eines ehemaligen Patienten. (Muss ich erwähnen, dass sie schwanger war? Und mich die Tatsache, dass sie strickend im Wartezimmer sitzt, hat ahnen lassen, wie lange ich dort noch verweilen würde?)

Nun denn. Ich hatte ungefähr drei Brigittes durchgeblättert, die Dame neben mir 50.000 Reihen gestrickt, als mich ein Blick auf die Uhr daran erinnerte, dass die Zeit weit fortgeschritten war und ich um halb zwölf zu Hause sein musste.

In meiner neu errungenen Eigenschaft als böse Tante Heinz ging ich zur Rezeption, setzte einen Geschäftsfrau-Blick auf und erinnerte die Damen daran, dass ich seit nunmehr eineinhalb Stunden warte und ich darauf angewiesen bin, innerhalb der nächsten 15 Minuten dranzukommen, ansonsten hätte ich nämlich ein dickes Problem mit wartenden Patienten vor meiner eigenen Praxistür.

Komisch. Nett sein und privat versichert hilft echt nicht. Hilft nur böse sein, egal wie versichert. Ich durfte sofort durch. Hätte ich das mal sofort gemacht.

Nachdem mein Blutdruck als zu hoch eingestuft worden war, kriegte ich das gleich auch auf’s Butterbrot geschmiert.

Der ist immer zu hoch. Aber ich konnte das ausnahmsweise mal für mich nutzen, indem ich der netten FÄ erzählte, dass das nach meiner Warterei, die nunmehr zwei Monate und eineinhalb Stunden andauere, auch kein Wunder sei.

Strike!

Sie war untröstlich. Sie hat mich nett behandelt. Ich war dann ab sofort auch wieder nett, denn dann bin ich mir selbst auch viel sympathischer. Sie arbeitet ab heute mit unserem KiWu-Zentrum zusammen. Sie hat die Sprechstundenhilfen angewiesen, mir eventuell notwendige Termine so zu legen, dass ich es zeitlich hinbekommen kann und es kein Halbtagsausflug wird.

Wieder einen Schritt weiter. Das finde ich sehr fein.

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Tante Heinz wird wunderlich

Da lässt doch heute eine Mutter eine Avent-Nuckelflasche für Säuglinge in meinem Wartezimmer stehen. Mitten auf dem Tisch. Wie eine lebende Anklage stand diese blöde Flasche da. In rosa. Mit Tee drin.

Pah.

Persönliche Beleidigung am Abend, wo ich doch sowieso heute irgendwie komische Laune habe.

Und da die Besitzerin dieser Avent-Nuckelflasche mich erst nächste Woche wieder mit ihrer Anwesenheit beehrt, habe ich sie in meiner Selbstlosigkeit sogar gespült. Und ich kann wirklich nicht sagen, dass mir das irgendwie Spaß gemacht hat.

Nun ja. Können ja nicht alle Menschen so sein wie meine Mutter, die ausgeschnittene Geburtsanzeigen vor mir versteckt (das fand ich tatsächlich ganz putzig), oder meine Schwiegereltern, die uns gestern mittag zum Essen eingeladen haben, damit wir auf andere Gedanken kommen.

Wenn das mit unserem Nahrungskonsum so weitergeht, kann man uns demnächst nach Hamburg rollen.

Sollte machbar sein. Schließlich geht’s hauptsächlich bergab.

Die ominöse Flasche habe ich jedenfalls ganz weit hinten im Schrank vor mir selbst versteckt. Hoffentlich finde ich sie kommenden Montag spontan wieder. Sonst wird’s peinlich. Kann man ja niemandem erklären. “Frau XY, ich weiß ganz genau, letzte Woche lag sie noch ganz unten im Fach mit dem Altpapier. “

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Wecker nicht ausgestellt. Na klasse. Samstag morgen, 7:00 Uhr und Tante Heinz ist wach wie nie. An jedem Arbeitstag wird das Aufstehen zur Qual, und heute ist nix mit Weiterschlafen.

Egal. Irgendwie auch sehr gemütlich. Es besteht Restwärme vom gestrigen Kaminfeuer, das örtliche Wasserwerk hat heute mir zuliebe auf den Extremeinsatz von Chlor verzichtet, so dass der Kaffee akzeptabel im Abgang ist und ich habe heute sowieso fürchterlich viel vor.

Da kann man auch schon mal frühmorgens vor dem PC hocken und feststellen: Wetter.de orakelt für heute eine Sonnenscheindauer von einer Stunde. Kein Wunder, dass ich mich so fühle, als stünde ich kurz vor der Depression.

Okay. Ich muss mich wappnen. Hatte vorgestern extra einen Mantel bei Ebay vorgemerkt, den ich eben noch einmal aufgerufen habe, um mich zu vergewissern, dass er immer noch schön ist, mir zuwinkt und ruft: “Kauf mich, Tante Heinz! Kauf mich! Der Fellkragen (*örks*) ist abknöpfbar!!! Mach Dir keine Sorgen, schlag zu!!”

Da hat doch tatsächlich die Verkäuferin gestern abend noch gemeint, einen Kommentar hinzufügen zu müssen. Diesen Kommentar lese ich immer häufiger und ich kann nicht nachvollziehen, wieso Frauen so etwas tun. Schließlich wollen sie doch ein Kleidungsstück zum bestmöglichen Preis loswerden, oder sehe ich das falsch?

Kommentar: “Mantel wegen Gewichtsreduktion abzugeben.”

Hallo? Wer kauft den denn jetzt noch??? Wenn der ankommt und an meinen Astralkörper passt, kann ich den doch nicht ruhigen Gewissens tragen. Schließlich bin ich dann die dicke Besitzerin eines neuen Mantels, dessen ursprüngliche Trägerin gerade in Größe 36/38 gertenschlank durch die Landschaft hüppelt.

Es gibt ganz einfach keinen neuen Mantel für Tante Heinz. Zumindest nicht diesen. Da bin ich jetzt trotzig. Den Gefallen tu ich der selbstverliebten Verkäuferin nicht. Dann lieber an den Nieren frieren und weiter die Jacke vom letzten Jahr tragen.

So. Werde jetzt meine Abrechnung fertigmachen, sie in einen Briefumschlag stecken, zu meiner speziellen Freundin bei der Post bringen und sagen:

“Es ist Samstagmorgen. Es ist kalt, besonders um die Hüfte herum. Ich bin saumüde. Sonnenscheindauer für heute: Eine geschlagene Stunde. Das ins Auge gefasste Wunschkleidungsstück war ein Griff ins Klo. Das Konto ist leer. Frühstück gab’s bisher auch nicht. Ich berappe jetzt 3,49 für dieses Einschreiben und wenn Sie es nicht kommentarlos annehmen, in diese blöde gelbe Kiste stecken und damit mein gutes Verhältnis zur Volks- und Raiffeisenbank sichern, dann gnade Ihnen Gott und ich hole meinen Mann.”

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Es geschehen noch Zeichen und Wunder….

Meine Prophezeiung in punkto Blutabnahme hat sich nicht erfüllt. Seit Wochen die erste Prophezeiung, die mir diesen Gefallen tut, muss ich feststellen.

Das Blut ist doch wirklich dort angekommen, wo es hinsollte. Und das sofort am nächsten Tag! Wer hätte das gedacht? Prolaktin zu hoch, aber nicht so wichtig momentan, sagte man mir. (Außerdem schreibt Doc Breitbach, dass Stress bei der Blutabnahme den Wert nach oben jagt. Alles klar. Muss mir keinen Kopf machen.)
Ein Hoch auf die Deutsche Post… Oder haben sie einfach nur nachlässig die Briefkästen durchforstet auf der Suche nach gefährlichem Material?

Egal. Ich zumindest habe heute einen verdächtig ruhigen Tag. Alle Altlasten, die sich über Wochen auf einer langen Liste angesammelt haben, sind beseitigt, und ich freue mich insbesondere über die Tatsache, dass einer der jungen Klienten, die mir normalerweise donnerstags die Nerven rauben, heute leider mit einer Mandelentzündung im Bett liegt. (Der ist zäh, der hält das aus, also bitte keine Anschuldigungen von wegen TanteHeinzmagkeineKinder.)

Und nun sitze ich hier, futtere selig die Plätzchen meiner Schwiegermutter und finde eigentlich den Tag bisher ganz nett. Werde nun die ausgedehnte Mittagpause faulenzend vor der Heizung verbringen und bin danach wieder bereit für den Kampf.

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….shalalla…

Ist mal wieder einer dieser Tage, an dem ich nicht genau weiß “bin ich nun, oder bin ich nicht”.
Ohne diese Frage näher vertiefen zu wollen, habe ich (etwas unkonzentriert vor mich hin fummelnd) das Internetradio aktiviert und schon habe ich einen Grund, hier mal wieder zu bloggen!

“…erinner mich Dich zu vergessen…”

haucht es da aus den ohnehin schon sehr schmalbrüstigen PC-Speakern im Monitor.
Vor meinem geistigen Auge zuckt die geballte Faust mit einem knackigen Speed nach vorne und trifft den Solarplexus des Monitors, während sich Yvonne Catterfelds hauchiges Stimmchen in meine Gehörgänge krallt.

Aua.

Die Frau macht mich fertig.

Ich bin hart im nehmen (musikalisch betrachtet)! Ich bin über Rockfestivals von Holland bis Dänemark gezappelt, habe mich bei Techno ebenso wohl gefühlt wie bei Deathmetal, habe von Blues und Reggae über Jazz bis hin zu sakraler Kirchenmusik fast nichts ausgelassen und kann mir von Aretha Franklin bis Frank Zappa eine ganze Menge anhören und dabei glückselig vor mich hin wibbeln.

Zwei Vertreter der deutschen Musikszene drängeln sich jedoch unaufhörlich in mein Gehör und ich bekomme wie eine verkratzte LP permanent wiederholt panische Fluchtinstinkte von meinem Gehirn serviert:
“T., Gefahr in Verzug - rennen! Los!!”

Leider geht das Internetradio nicht so schnell aus wie an….

Hilfe!

Yvonne Catterfeld haucht Ihre permanente Trauer ins Mikro…
Ist die denn niemals gut drauf? Mann Mann Mann!

Dann kommt auch noch Xavier Naidoo und besingt das schwierige Leben: “…setz die Segel nicht, wenn ein Sturm aufzieht….der Weg ist steinig und schwer…” (In diesem Fall wohl eher windig… ;)

So langsam reichts. Klar, wenn ich schlecht drauf bin, hör ich mir erst X.N. an (von wegen steinigen Wegen und so), dann noch Y.C. die mich erinnert zu vergessen, dann brauche ich noch ne schicke Brücke und Schluss ist mit Lustig!

Wie sagte ein begnadeter Pressemann zu meiner ungebrochenen Erheiterung während der WM über Xavier Naidoo:

“religiöser Betroffenheitseumel”

Yeah, STRIKE!

Jaja, ich weiß, über Musik kann man nicht streiten, die Geschmäcker sind halt verschieden. Auch Diskussionen über die Texte von Frank Zappa werde ich nicht unbedingt für mich entscheiden ( “I wanna nasty little jewish princess, ….shalalla…” ;) :o )

Aber ich könnte der Lärmliste ja noch Tokio Hotel beifügen, die machen mich ähnlich puschig. Ich gestehe mir da jedoch gerne ein, dass ich langsam alt werde und dass dieses die nachfolgende Generation ist, die zahnklammerbehangen 3 Tage im (Monsun)Regen hockt, um den Bubis hinterherkreischen (Schrei) zu dürfen

….shalalla…

Sicher, wenn Mama mich mit 26 bei den Toten Hosen gesehen hätte (vorne an der Bühne, in Reihe 2….), hätte Sie vermutlich auch keine Fragen mehr gehabt, und auch deren Texte gewinnen keinen Grimmepreis: “eisgekühlter Bommerlunder - Bommerlunder eisgekühlt”
Aber immerhin weiß man nach 50x Text gröhlen, wozu besagter Bommerlunder gut ist!

….shalalla…

So. Yvonne hat aufgehört zu hauchen, auch Xavier ist seinen Weg gegangen, das Internetradio ist endlich aus und ich schau mal unter der Brücke nach ….

….shalalla…

T.

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Blöde Postfrau

Nachdem mir T. regelmäßig sagt, ich müsse ein bisschen böser werden, habe ich heute damit angefangen. Und zwar bei der Deutschen Post.

Also:

Nachdem unsere gute alte Postfiliale geschlossen wurde und nun in Form einer Theke im 9 km entfernten Einzelhandel besteht, hatte ich dort bisher noch nie einen Besuch, wo alles glattging. Eigentlich kann man sagen, Frau Postangestellte sieht mich und verdreht die blauen Äuglein.

Da die Post sich hier auch noch eine ausgedehnte Mittagspause gönnt, war ich eben latent im Stress. Schließlich habe ich heute auch noch Dinge zu erledigen, die nichts mit Blut abnehmen und Blut wegschicken zu tun haben.

Vor mir wie immer eine lange Schlange und nach einiger Zeit auch hinter mir. Ich hatte den Briefumschlag mit meinem Blut in der Hand und wollte einfach nur wissen, wieviel Porto da ‘drauf muss, um es danach schnell einzustecken.

Tante Heinz (nett, wie immer): “Hallo. Können Sie mir sagen, wieviel Porto auf diese Sendung muss?”

Dusselige Postangestellte (DPA): “Moment. 2,20 €.”

DPA: -stutzt und hält sich den Briefumschlag ganz nah vor die Augen-

DPA: “Da steht “Achtung, Menschliches Untersuchungsmaterial” drauf.”

TH: - nickt gratulierend, schließlich freut sie sich immer wieder über die Lesefertigkeiten ihrer Mitmenschen-

DPA: “Das kann ich nicht annehmen.” (holt bedeutungsschwanger großes Plakat unter der Theke hervor… ;)

TH: (innerhalb von Sekunden innerlich aufgewühlt, schließlich hat sie sich das Blut am Rande eines Nervenzusammenbruches morgens um halb acht abzapfen lassen und wirklich nicht viel Freude dabei gehabt… ;) “Wiesondasnicht?”

DPA: “Schauen Sie hier. Dieses Zeichen muss da drauf sein. Könnte ja sonstwas drin sein. Infektionsgefahr undsoweiter, wissen Sie? Sehen Sie, auf diesem Umschlag (holt einen aus ihrer Überraschungskiste hervor) ist das Zeichen. Und deswegen darf der auch befördert werden.”

TH: “Und nun? Mein Arzt hat mir den Umschlag so mitgegeben. Der verteilt täglich viele solcher Umschläge. Und nun soll das hier auf einmal nicht angenommen werden?”

DPA: “Nehmen Sie es am Besten wieder mit, oder…. warten Sie mal.” (fängt an, die Briefklammer am Umschlag zu lösen)

TH: -traut ihren Augen nicht-

DPA: -macht den Umschlag auf und fährt mit der Hand rein-

TH: zischt: “Machen Sie sofort den Umschlag wieder zu!”

DPA: “Ich schaue nur eben, ob alles ordnungsgemäß verpackt ist.”

TH: “Und das tun Sie nicht. Das ist nämlich immer noch meins, was da drin ist.” (Ich muss sagen, ich war selbst überrascht, welch böse Färbung meine Stimme annehmen kann… ;)

Grapp, den Umschlag aus den Händen der blöden Frau befreit und wieder in die Tasche versenkt.

TH: “Ich hätte jetzt gerne sofort eine Marke über 2,20.”

DPA: “Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass das gegen unsere Beförderungsbedingungen verstößt, sollten Sie diesen Umschlag einfach in den Briefkasten stecken.”

TH: “Das ist mir total wurscht. Ich werde diese schöne Blümchenbriefmarke nun liebevoll auf diesen Briefumschlag kleben und denselben danach in den Kasten stecken. Und zwar nicht in Ihren.”

Höchstwahrscheinlich hat die Dame gerade alle Hände voll zu tun. Schließlich muss sie die gesamte Belegschaft der örtlichen Post nun darüber informieren, dass sie spätestens morgen die Pest am Hals haben. Oder mindestens einen Tripper.

Ich hingegen habe sehr zufrieden meinen geheimnisvollen Umschlag auf die Reise geschickt. Und wehe, der kommt nicht an. Man ist ja schließlich nicht alle Tage an Zyklustag 22.

Wieso begegne ich hier eigentlich fast täglich solchen Volldeppen? Man kann es ja fast mit der Angst zu tun bekommen.

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Manno….

…..mein Hausarzt ist in Urlaub und ich brauche doch morgen die Blutabnahme für die KiWu-Praxis.

“Lassen Sie sich am Dienstag Blut abnehmen und schicken Sie es uns bitte in diesem Briefumschlag.”

Da muss man erstmal in sich gehen und sich fragen: Wen lasse ich denn nun an meine Venen? Und das an einem Tag, an dem ich eigentlich gar keine Zeit habe, irgendwo in Wartezimmern rumzusitzen…?

Mein Anruf bei der örtlichen Dorf-Allgemeinärztin war ernüchternd: So einfach nehmen die kein Blut ab, bei Menschen, die sie gar nicht kennen… Und wieso überhaupt Blut wegschicken? Und wieso ist der Gynäkologe so weit weg? Und ob das nicht mein Hausarzt machen könne, wenn er wieder aus dem Urlaub zurück ist? (Natürlich…. Der fünfte Dezember ist sicherlich auch noch ausreichend… ;)

Ich bringe ungern das “Ichbinprivatversichert-Argument”, aber in letzter Zeit tut das oft not.

Na wenn das so ist… Dann könnte ich morgen um halb acht vorbeikommen. Aber ich muss vorher mit der Ärztin sprechen, damit die weiß, mit wem sie es zu tun hat. (Was will die wissen? Meine Hobbys? Meine Maße? Den neuesten Klatsch und Tratsch? Denken die, ich will ihren Laden auseinandernehmen?)

Ich sehe schon: Der Tag wird morgen schon um halb acht gelaufen sein, weil ich mal wieder die Fakten auf den Tisch legen muss. Zumindest halb. Oder vielleicht gönne ich ihr auch die Long-Version. Dann ist wenigstens auch ihr Tag im Eimer.

Die Woche fängt schon gut an. Es ist doch echt zum Kotzen.

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Warten will gelernt sein….

Eigentlich sollte es ganz schnell gehen. Also eigentlich muss bei mir immer alles ganz schnell gehen. Z.B. Arzttermine will ich immer sofort. Oder zumindest am Freitag nachmittag, denn dann habe ich Zeit.. Leider haben da die Ärzte keine Zeit, und medizinische Fachangestellte sind regelmäßig empört, wenn ich solch Ansinnen am Telefon äußere.

Wenn ich feststelle, mal wieder zum Friseur zu müssen, dann will ich das auch immer schleunigst. Meistens ist es dann auch höchste Zeit. Leider fällt mir das meist montags auf, und dann hat der Friseur zu.

Heiraten wollte ich nach Antragsstellung auch sofort.

Operieren lassen könnte ich mich auch gleich morgen, denn dann ist das abgehakt auf der langen Liste.

Und T.’s Termin beim Hodenpapst hätte ich am liebsten schon vor zwei Monaten gemacht.

Von Ex-Partnern habe ich mich auch immer sofort getrennt. Ich habe es ihnen zwar sehr empathisch rübergebracht, aber danach war die Sache besiegelt. Zumindest von meiner Seite.

Schlüssel für die neue Wohnung bitte sofort.

Leider bin ich bei den meisten Dingen, die bitte sofort zu passieren haben, auf meine Mitmenschen angewiesen. Das ist, wie oben schon beschrieben, manchmal sehr lästig.

Gestern war wieder so ein Sofort-Tag. Ich saß so an unserem Tisch, T. las die Zeitung und trank gemütlich Kaffee, und ich hatte plötzlich das Gefühl, sofort zur Tat schreiten zu müssen. Ich hatte vorher nämlich unser Aquarium betrachtet, dass momentan nur noch dazu dient, den Katzen eine adäquate Schlafstatt zu bieten (…sehr warm, das… ;) .

In seiner Gesamtheit sieht es jedoch wirklich unerquickend aus. Also eher grünlich. Und in letzter Zeit wegen fehlender Bewohner grob vernachlässigt. Ein ökologisches Desaster quasi. Eingeflleischte Aquarianer würden in Tränen ausbrechen und uns jegliche Fähigkeit absprechen, für etwaige Nachkommen zu sorgen.

Im Zuge unseres Wohnungswechsels muss es sowieso weichen, und deswegen habe ich gestern beschlossen, der beste Zeitpunkt wäre doch eigentlich der Sofortige.

Ich glaube, in solchen Situationen hasst mich mein Mann. Nicht nur, dass ich seine Gemütlichkeit gestört habe, er hat sofort (… deswegen habe ich ihn geheiratet… ;) begriffen, dass auch er gefragt ist. Ich sagte nämlich: “Ich mache mal eben das Aquarium leer und stelle es in die Garage.” Die Leichtigkeit, mit der diese Worte über meine Lippen kamen, haben bei ihm direkt Alarm ausgelöst, denn er hat im 150-Liter-Aquarium-Ausleeren Erfahrung, ich nicht.

Kann ich ja nicht ahnen, dass das Ganze mit zwei Personen vier Stunden dauert.

Kann ich ja nicht ahnen, dass das stinkt, als wäre die örtliche Kläranlage explodiert.

Kann ich ja nicht ahnen, dass der letzte Rest Wasser nicht vom Schlauch erfasst wird, sondern mit einem kleinen Becher rausgeschöpft werden muss.

Und ich habe auch nicht beachtet, dass das Geräusch von kratzendem Kies auf gläsernen Grund mir richtig schlechte Laune macht.

Hätte mich vielleicht jemand warnen können bezüglich eines absolut versauten Badezimmers, wenn in ebendiesem der Aquarienfilter ausgespült wird?

Ebenso hätte ich vorher die sensible dicke Katze fragen sollen, ob es ihr genehm ist, dass ich ihr ihr Lieblingsplätzchen nehme, von wo aus sie uns so exzellent beim Frühstücken beobachten kann. Konnte.

T. hatte echt keinen Spaß. Ich auch nicht.

Immerhin haben wir heute morgen bemerkt, dass das fehlende Aquarium ein ganz schönes Loch in unser Wohnzimmer gerissen hat und waren beide ganz einverstanden damit. Der dicke Batzen ist geschafft. Trotz allem, hurra!

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Zutrittsverbot für Kinder unter 2 Jahren…

….. muss mir unbedingt ein Schild überlegen, was vor den Eingang meiner Arbeitsstätte gepappt wird. Dieses schnuckelige, blonde, über beide Ohren grinsende kleine Jüngelchen mit der Mama, die mir eine Viertelstunde über seine Geburt berichtet hat, war für meine derzeitige Verfassung nicht tragbar.
Alternative: “Zutritt nur für Familien, bei denen das Jugendamt schon mindestens einen Fuß in der Tür hat.”

Da weiß man wenigstens, warum man über das Thema Adoption und Pflegschaft gar nicht erst nachdenken will.

Gute Güte, heute ist gottseidank Freitag, ich zähle die Stunden bis ich mich mit T. auf’s Sofa verziehen kann und ungesunde Dinge in mich reinstopfen werde. Irgendetwas Fettiges, mit ganz viel Sahnesoße und Käse.
Außerdem wird mindestens der Keller schon mal in Umzugskartons verstaut. Das ist gut für die Psyche, denn:

Unsere Tierärztin vermutet aufgrund der Blasenprobleme unserer Katzen ominöse Wasseradern unterm Haus (…wusste gar nicht, dass die so abgefahren ist, dachte eigentlich immer, die wäre ganz normal im Kopf… ;) Wahrscheinlich sind auch die Wasseradern schuld daran, dass wir beide infertil durch die Gegend laufen. *g* Umziehen tut not….

Da ich bisher noch keinen weiteren Anruf vom KiWu-Zentrum bekommen habe, denke ich übrigens, dass meine sonstigen Blutwerte normal sind. Kein Aids. Keine Hepatitis. Und was weiß ich, was die da alles getestet haben.

Und was musste ich von einer Bekannten gestern erfahren? Laparoskopien werden nur deswegen in der ersten Zyklushälfte durchgeführt, weil die Gefahr besteht, dass man schwanger sein könnte????

Harhar + Drei Ausrufezeichen… Hätte mir die Dame bei der Terminabsprache das nicht gleich erklären können? Dann wäre ich ja viel flexibler gewesen… Außerdem hätte ich nicht hin und her rechnen müssen, um einen halbwegs passablen Termin zu bekommen.

Stattdessen hat sie mir gesagt, dass ich dicke Socken und ein Nachthemd mitbringen soll. Ich sehe schon, das Ganze wird eine hocherotische Angelegenheit.

Habe kein Nachthemd. Habe nur das alte Strandkleid meiner Mutter, dass zwischendurch als Karnevalkostüm diente. Es hat dicke bunte Streifen und T. verbietet mir regelmäßig, mich damit zu bekleiden. Dabei ist er sonst so offen für jegliche Art von geschmackloser Kleidung. Also scheint es wirklich schlimm auszusehen. Aber in Kombination mit dicken Socken erwecke ich beim OP-Doc vielleicht Mitleid. Wahrscheinlich denkt er: “Die Frau sieht so bescheuert aus, da wollen wir ihr nicht auch noch ihren Bauch versauen.”

Nachdem ich mich eben aus aktuellem Anlass über Kopfläuse informieren wollte, kam ich übrigens auf eine Seite, die ich außerordentlich interessant finde: Man kann dort tatsächlich viele Arten von Viren und anderen Plagegeistern als Kuscheltier ordern.

Zum Beispiel diesen BSE-Erreger:

Oder, noch besser, den Ebola-Virus:

Hier hätten wir dann noch Syphilis:

Und, fast schon langweilig, da so gewöhnlich::

Da kommt man doch richtig auf Ideen, in Anbetracht des bevorstehenden Weihnachtsfestes….

Mein absoluter Favorit:

Der Helicobacter.

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Unter der Berücksichtigung, dass ich mir gestern abend einige Whiskey zu schnell in den Kopf hab laufen lassen um dann mit verbogenem Kopf auf der Couch einzuschlummern, bin ich heute so unendlich schlecht gelaunt, dass ich nicht nur viele Mitarbeiter sofort mit Schwerbeschuss in die Mangel genommen hab, nein, ich habe mich auch hochaggressiv mit der Geschäftsleitung angelegt und zwar gleich mit dem kompletten Verein. Schlussendlich habe ich lautstark meinem Unmut Luft gemacht und um 10°° Uhr war ich wieder einigermaßen umgänglich.

Als jedoch um 11°°Uhr eine Kollegin des Weges kam, um ein Scherflein für die kleine Antonia zu sammeln, die just am Dienstag das Licht der Welt erblickte, war ich dermaßen kurz vor der Explosion, dass ich mich für den Rest des Tages bewusst aus allen “Scharmützeln” ferngehalten habe, um nicht völlig auszuticken…

….momentan verspüre ich das dringende Bedürfnis, irgendwas mal eben so in seine Einzelteile zu zerlegen.

Unglaublich, wie schlecht schlechte Laune sein kann.

Antonia. Und dann auch noch so ein niedlicher Name.
Ich könnte kotzen.

T.

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…Tante Heinz schreibt gerne, aber im Titelfinden ist sie unkreativ - Und wie lang darf ein Titel hier eigentlich sein?…. erstellt von T-Punkt.
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