FA gewechselt. Hurra.
Ich hatte ja schon lange Zeit beschlossen, den Gynäkologen zu wechseln. Leider ist die Auswahl hier nicht so richtig groß… Und weil anscheinend viele Damen unzufrieden mit dem einen Gynäkologen sind, hat man entsprechende Wartezeiten bei der anderen.
Das hatte mich bisher immer dazu gebracht, dem einen doch noch eine Chance zu geben. Die er allerdings seit meinem Termin im KiWu-Zentrum und der dortigen Diagnose endgültig verspielt hat.
So. Seit zwei Monaten habe ich diesen Termin. Heute war es so weit. Tante Heinz hatte ihren Vormittag terminlich freigeschaufelt und düst zur neuen Gynäkologin.
Die Gynäkologin kannte T. übrigens früher als ich. Vor ein paar Jahren hatte er nämlich notfallmäßig meine kleine Schwester dorthin gebracht, die nach einem Verhütungsunfall um eine Hormonbombe bitten musste. Nun ja, eigentlich fand gar keine Verhütung statt, dementsprechend war Eile geboten. Hätte ja sein können, dass sie fertiler ist als ihre Schwester.
T. hat die FÄ seither als böse Frau in Erinnerung, weil sie annahm, dass er als Begleiter auch Verursacher der Verhütungspanne war und ihn mit dementsprechend giftigen Blicken bedacht hat. Oder ihr gefiel einfach der bestehende Altersunterschied von 20 Jahren nicht.
Als ich ins Wartezimmer kam, konnte ich den Vormittag zeitlich bereits abhaken. Der letzte Platz war für mich. Selbstverständlich neben der strickenden Mutter eines ehemaligen Patienten. (Muss ich erwähnen, dass sie schwanger war? Und mich die Tatsache, dass sie strickend im Wartezimmer sitzt, hat ahnen lassen, wie lange ich dort noch verweilen würde?)
Nun denn. Ich hatte ungefähr drei Brigittes durchgeblättert, die Dame neben mir 50.000 Reihen gestrickt, als mich ein Blick auf die Uhr daran erinnerte, dass die Zeit weit fortgeschritten war und ich um halb zwölf zu Hause sein musste.
In meiner neu errungenen Eigenschaft als böse Tante Heinz ging ich zur Rezeption, setzte einen Geschäftsfrau-Blick auf und erinnerte die Damen daran, dass ich seit nunmehr eineinhalb Stunden warte und ich darauf angewiesen bin, innerhalb der nächsten 15 Minuten dranzukommen, ansonsten hätte ich nämlich ein dickes Problem mit wartenden Patienten vor meiner eigenen Praxistür.
Komisch. Nett sein und privat versichert hilft echt nicht. Hilft nur böse sein, egal wie versichert. Ich durfte sofort durch. Hätte ich das mal sofort gemacht.
Nachdem mein Blutdruck als zu hoch eingestuft worden war, kriegte ich das gleich auch auf’s Butterbrot geschmiert.
Der ist immer zu hoch. Aber ich konnte das ausnahmsweise mal für mich nutzen, indem ich der netten FÄ erzählte, dass das nach meiner Warterei, die nunmehr zwei Monate und eineinhalb Stunden andauere, auch kein Wunder sei.
Strike!
Sie war untröstlich. Sie hat mich nett behandelt. Ich war dann ab sofort auch wieder nett, denn dann bin ich mir selbst auch viel sympathischer. Sie arbeitet ab heute mit unserem KiWu-Zentrum zusammen. Sie hat die Sprechstundenhilfen angewiesen, mir eventuell notwendige Termine so zu legen, dass ich es zeitlich hinbekommen kann und es kein Halbtagsausflug wird.
Wieder einen Schritt weiter. Das finde ich sehr fein.

Umziehen tut not….



