Da House II

Donnerstag, 21 Januar 2010

Letzte Woche waren sie zu Besuch, die neuen Vermieter. Schlussgespräche zur Wohnungsübernahme. Ausserdem wollten die beiden Herrschaften wohl sehen, wen sie sich dort ins Haus holen. Also haben wir Tee gesüppelt, alte Geschichten ausgetauscht und uns ausgiebig beschnuppert.
Zum Schluss den obligatorischen Handschlag und nun ist die Wohnung unser.Nein. Es ist nicht perfekt. Wir weinen unserer Küche nach – in der wir selbstredend gesessen haben. Aber demnächst sitzen wir im Garten auf der fetten Terasse. sollte es regnen, sitzen wir draussen im Pavillon. Das Bad ist kleiner, die Wanne ist kleiner und nein, man will nicht umbauen.
Nun gut. Wir nehmen die Wohnung mit kleinerem Bad. Auch die kleinere Küche mit dunklen Kacheln und sollte uns der Wahn packen, bekommt Tante Heinz einen Bohrhammer in die Hand und darf die Kacheln runterprügeln.
Bohrhämmer und Hiltis sind nämlich Tantes geheime Leidenschaft…
Da wird die Tante zum Terminator!
Alldieweil wird unser aktueller Vermieter sehr geschmeidig. Der opfert seinen Kellerraum um ein Büro für den erdgeschossigen Nachbarn. Der ausziehen würde, wenn er sein Büro nicht im Hause hätte. Schließlich muss er das Büro für die kleine K. in ein Kinderzimmer verwandeln. “T-Punkt. Es geht nichts über Harmonie im Haus und die ist ja nun mal sehr gut derzeit.” Nein, Herr L. weiß noch nicht dass die Harmonie – zumindest bei Ihm – in Kürze getrübt ist. Wir haben daher die Kündigung auf Februar verschoben, damit der Elan nicht durch Nachmietersuche eingeschränkt wird.

Und sonst?

Wir waren beim Notar. Einem Provinznotar ein paar Kilometer ausserhalb. Der war etwas durcheinander, denn eine Beurkundung zu einer Spendersamenbehandlung ist ihm in “40 Jahren notarieller Berufserfahrung” auch noch nicht untergekommen…
Man lernt halt nie aus.
Wir auch nicht, denn notarielle Beurkundungen werden mit allem Zipp und Zapp ausgestellt und selbst Kopien davon bedürfen der notariellen Unterschrift. Hui. Nun haben wir nicht nur eine Urkunde. Wir haben so eine richtig Fette in Kartonage, mit Seeräubersiegel und Kordel. Sieht üppig aus.
Bzw. hat die Tante die, denn sollte ich das Weite suchen wird sie mich mit dieser Kladde abwatschen und den Unterhalt aus mir rausprügeln. *räusper*
Wir haben die Klamotten für die Essener Sacksüppchenkocher beisammen. Nach einer exzessiven Fotosession auch zwei nette Fotos für selbige und den ganzen Kladderadatsch der da zu gehört.
Fehlt noch ein bisschen Asche auf Tasche, ein kleines bisschen Mut und los gehts. Dieses Jahr noch, das steht fest.

Ja. die neue Wohnung hat auch ein Zimmer für 1-2 kleine Schröchel. Eigentlich nur eins. Sollten zwei am Start sein wirds etwas eng. Andererseits sind die Vermieter sehr beweglich und das Haus hat viele Räume. Aber das ist Schnee von übermorgen und daher den Gedanken nicht wert.

Schnee?
Schnee.
Das Zweitbeste zum Schluss:
Nach einem 100m Bürgersteig in der letzten Wohnung (plus 3 Parkplätze) haben wir uns schon reduziert auf 40m Gehweglänge plus Ausfahrt in 4-Parkplatzgröße. Die neue Wohnung hat nur noch eine Ausfahrt so klein wie ein PKW plus 3m Gehweg. Schneeräumen?
Pfffft.
Da reicht n Löffel.
Die Fräse kann weg.
Endlich.
Genial oder?

Da House

Mittwoch, 9 Dezember 2009

Eigentlich sind wir ja ganz zufrieden. “Eigentlich” unter Berücksichtigung der Tatsache, dass wir noch zu zweit sind. Wir sind vor überschaubaren drei Jahren umgezogen, vom Vermieterzwerg aus N. zum Vermieter aus V. der aber ein Haus in H. hat und weitestgehend normal tickt. Die Wohnung ist vom Schnitt her exakt das was wir uns unter einer Mietwohnung vorgestellt haben: Nicht zu großer Flur, alle Räume gut und großzügig, ein fettes Wohnzimmer, ein riesiger Balkon und – trara – eine schnuckelige schicke Wohnküche. Da passt die ganze Küche rein, sogar mein innig geliebter und eigenhändig restaurierter und riesiger Küchenschrank von Steins Oma Käthe. In der Mitte ein Tisch mit vier Stühlen und 90% dieser Zeit verbringen wir eben in dieser Küche.

Wohnküche halt.

Niemand wohnt über uns – wenn man mal die wenigen Besuche vom Vermieter aus V. in der Ferienwohnung vergisst, unten wohnen C. & K. und wir haben unsere Ruhe. Im ersten Stock. Wir beide wühlen gerne im Dreck und Gartenarbeit ist neben der Restauration von Altmobiliar etwas was sogar ich gern tue. Vom ersten Stock aus aber auch eher doof. Also wenn dort noch mal ausziehen, dann nur in einen Wohnraum der unseren – nun leicht abgehobenen Ansprüchen – genügt. Kinderzimmer/Büro haben wir gerade auch – wenn auch der kleine Bewohner noch nicht am Start ist. Also sollte das neue Etablissement gewisse Dinge bereithalten:

Niemand wohnt über uns (von einer nicht vermieteten FeWo mal abgesehen), niemand unter uns. Wir wohnen parterre. Es gibt einen groooooßen Garten. Eine Garage mit Platz für meinen Restaurationsbedarf. Die Nachbarn (wenn denn vorhanden) sind bestenfalls nicht oder nur selten da. Bitte Ortsrandlage, am besten Zugang zum Wald oder unverbaubare Aussicht. Straße bitte beruhigt. Durchgangsverkehr bitte nicht mal in Sichtweite. Garage trocken. Wir erwarten einen großen Kellerraum und eine Waschküche. Selbstredend eine Wohnküche. 100-125qm Fläche sollte das Anwesen bereithalten. Der Vermieter muss Minimum 50 KM entfernt wohnen und wir wollen dort lange wohnen. Kinderzimmer sollen natürlich ebenso vorhanden sein wie ein Kaminanschluss für die regional übliche Vernichtung von regenerativem Brennstoff in kalten Zeiten. Die Fenster bitte möglichst neu und dicht. Die Räumlichkeit sollte bereits renoviert sein oder soweit renoviert, dass der Aufwand überschaubar bleibt.

Wir haben uns damit abgefunden, dass diese Ansprüche so schnell nicht zu befriedigen sind und haben es uns in der ersten Etage muckelig gemacht…

Jaja, wir sollten bauen oder kaufen. Aber wir haben Geschwister. Teilweise mit Häusern. Oder weit entfernt wohnend. Wir haben Eltern mit Häusern in der Nähe und irgendwann – hoffentlich noch lange hin – stehen zwei größere Bauten frei. Vermietung ist inakzeptabel und irgendwann werden wir wohl eines dieser Häuser beziehen. Bis dahin also Miete. Und abgehobene Ansprüche. Und gerade keine Lust auf einen Umzug.

Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt….

In unmittelbarer Nähe wird ein Haus frei. Ortsrandlage. Unverbaubare Aussicht auf riesengroße Riesenwiese und Wald. Gigantischer Garten. Waschküche. Riesiger Keller. Gartenpavillon. Große Garage mit elektr. Tor. Dach neu. Fenster neu. Kaminofen ist bereits drin. Kein weiterer Mieter – abgesehen von der FeWo der Vermieterin. Niederländische FeWo als Nachbarhaus rechts, Essener Archtikten FeWo als Nachbarhaus links. Wendehammer davor, kleine Zufahrtsstraße und dahinter verkehrsberuhigt. Hatte ich das kleine Gartenhaus erwähnt? Den Korkboden im Schlafzimmer? Wohnzimmer groß, Terasse groß und windgeschützt. Kinderzimmer. Alles da, alles drin. Und Kosten? Weniger als bisher. FETT!!

Okay. Wo Licht ist, ist meist auch Schatten. Keine Wohnküche sondern eine kleine “Nur Küche Küche”. Bei uns kullern die Tränen. DAS finden wir richtig doof. Wir lieben unsere Küche. Ganz ehrlich. Das Badezimmer ist aus den späten 60ern und kleiner als bisher. Und hat keine eigene Dusche. Das Klo ist behindertengerecht. Hurra. Die ganze Wohnung ist rollstuhltauglich. Hui.

Aber: Wir haben den Daumen drauf und sind als potenzielle Mieter vorgemerkt. Weitere Mietgesuche starten erst dann, wenn unserer letztmöglicher Termin zur Einhaltung unserer aktuellen Kündigungsfrist abläuft. Auch FETT! Tante sucht bereits Gardinen aus. Wenn Sie das tut, ist die Entscheidung bereits gefallen. Ich weiß bereits wo sich das Salatbeet einfinden wird, kann mir vorstellen wie es wird wenn Tante die rügener Malvensaat in die Erde pfeffert und freue mich darauf den Kühen nächstes Jahr meinen abgemähten Rasen direkt in den Schlund zu stopfen. Die beiden Katzen können endlich raus und Mäuse nach Hause schleppen und der längstens geplante Nachwuchs kann sich bis zum Hals verschlammt durch die Blumenbeete wühlen.

Bleibt nur noch der Umzug auf den wir beide soviel Lust haben wie auf nasse Socken. Na gut, wir sind recht gut organisiert, aber immer noch haben wir….habe ich ein paar Leichen im Keller, die wir wieder hin und her zerren müssen. ZB den alten Powermixer von Bell (@Tastentiger: Genau, 12 Kanal mit 600 Watt Röhrenpower!!!), die vier Boxen mit Membranen so groß wie Kinderfahrräder. Wozu braucht TPunkt ne Bühnen-PA? TPunkt braucht keine Bühnen-PA. TPunkt hat aber eine – und dazu noch ne Gute. Immerhin hat TPunkt bereits vor Jahren den Subwoofer verkauft (Membrane ø100cm – mit 1.000Watt Endstufe….original ZECK – der Tiger weiß vermutlich wovon ich rede). Und nicht so ne pillepopp Wattleistung wie ne Stereoanlage….ne ne….das ist Rockbandequipment…. Groß, schwer wie Uschi und nicht wohnzimmertauglich. Immerhin wirkt die erst so in 10-15 Metern Entfernung. Da ist der Sound dann allerdings bombig. Habe die damals 5 Jahre im Wohnzimmer getestet. Die Nachbarhäuser hatten guten Sound…. *räusper*   Ich sollte die vielleicht verticken, denn ich mache keine Musik, habe nicht mehr das Bedürfnis mein Wohnhaus in eine gemauerte Bassreflexbox zu verwandeln, meine nicht mehr jede neue Technoscheibe auf maximale Lautstärke testen zu müssen und beim Gedanken an die Schlepperei kriege ich jetzt schon Rückenschmerzen. Aber irgendwie hänge ich daran.

In der alten “Hütte”, in der die Anlage einst in meinem Wohnzimmer stand, war das Anschalten ein Ritual:

Taschenlampe nehmen und zu Mischpult gehen. Den “ON” Schalter drücken. Dann ein sattes “KLACK”. Dann 3 Sekunden nichts. Dann gab der Mixer den Saft an die Endstufe weiter und…….die Sicherung flog raus. Lampe an, zum FI von 1950 gedackelt und umgelegt. Man musste die Sicherung festhalten, damit sie nicht wieder rausflog. Währenddessen zuckten blaue Blitze durch den Kasten. Wenn der FI drinblieb, Lampe aus und wieder zurück. Im Wohnzimmer bereits ein sonores Brummen und Rauschen. Fällt “on Stage” nicht auf. Zweiter Durchgang, Bassbox einschalten. Mit ein bisschen Glück blieb die Sicherung drin. CD auf, AC/DC rein, Output auf 25% und die Straße konnte kollektiv zu “Thunder” headbangen. Ob die mich deshalb teilweise immer nochnicht grüßen….?

Werde ich heute nicht mehr machen. Bin ja erwachsen. Statt dessen schleppe ich gefühlte zwei Tonnen Beschallungselektronik durch mein Leben weil ich es nicht übers Herz bringe mich davon zu trennen. Und in absehbarer Zeit ist es wieder so weit. Hurra.

Aber vorher fahren wir nach Göttingen. Weihnachtseinkauf? Kann man ein klitzekleines bisschen so sehen. Die dort ansässige ärztliche Fachkraft unseres Vetrauens darf uns zum Thema Kinderwunsch beraten und ein paar nette Vorschläge machen. Nächstes Jahr plane/n ich/wir Nachwuchsproduktion ein. Wir brauchen Nachwuchs…….ich hab da so nettes Equipment für einen Kindergeburtstag…..


T.



…..hier sind sie wieder….

Freitag, 7 August 2009

Die Stimmen aus dem Off haben den angekündigten Ruhezeitraum unterschritten – dank Wiwwi habe ich mich entschieden, mal eben mein Pensum für die nächsten drei Monate abzuarbeiten…

Vier Wochen nach dem Urlaub hilft noch nicht mal mehr ein Blick auf meine Haut, mich daran zu erinnern, dass ich vor kurzem noch dem Alltag entflohen bin. Weg ist sie, die gesunde Urlaubsbräune. Nun heißt es wieder, zombiemäßig durch die Gegend schlurfen und zu überlegen, wo man denn wohl den nächsten Urlaub verbringt.

Ich bin ja dafür, mich 2010 mit wohlgeformtem Bauch auf dem heimischen Balkon zu aalen, T. unterstelle ich eher den Wunsch, ein Dauermietverhältnis mit kretischen Rakibrennereien einzugehen. Ein Schlafgemach neben dem Kupferkessel wäre ihm wahrscheinlich angenehm. Bevor er sich um eine Samenbank kümmert, macht er wahrscheinlich eher den griechischen Kreissaal klar.

Da ich aber jegliche organisatorische Verantwortung an T. übertragen habe, lasse ich seine Planung mal auf mich zukommen. Ich hoffe mal schwer, dass ich ihn nicht an meinem 40. Geburtstag daran erinnern muss, dass er sich vor sieben Jahren mal etwas auf seinen To-Do-Plan geschrieben hat.

Gewisse Dinge erfordern anscheinend mentale Vorbereitung. Da ich das jedoch schon in Verbindung mit anderen, weitaus harmloseren Anforderungen kenne, bleibt mir nichts als geduldig abzuwarten.

Heute zum Beispiel hat er einen Kontrolltermin beim Zahnarzt ausgemacht, nachdem dieser ihm schon zum zweiten Mal eine nette Postkarte geschrieben hat. Die mit dem blauen Zahn ‘drauf. Eingefleischte Dentisten-Freaks kennen und lieben sie. In der Zwischenzeit war ich schon wieder fünfmal da und habe liebe Grüße vom Zahnarzt an T. übermittelt, über die er sich auch jedes Mal gefreut hat, die ihn aber in seiner Vorbereitungsphase auf den großen Tag – nämlich heute – nicht irritiert, geschweige denn seinen Griff zum Telefon beschleunigt haben.

Jetzt müssen wir diese mentale Vorbereitungszeit multiplizieren mit, sagen wir mal fünf. Und wenn ich mir das dann geschwind ausrechne, dann ist das ein Grund, das Thema schnell zu beenden und einen Raki des Vergessens auf Ex zu schütten.

So. Strohwitwe heute und morgen und übermorgen. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst anfangen soll. Erstmal muss ich lauter ungesunde Sachen einkaufen, um mich danach auf dem Sofa gehenzulassen. In alter Jogginghose und Unterhemd, also in dem Outfit, bei dem mich T. gerne fragt, ob es tatsächlich wahr ist, dass verheiratete Frauen sich nicht mehr um ihr Äußeres kümmern.

Dann muss ich dringend noch ein paar Holzkisten zusammenschustern; das geht nur, wenn T. nicht danebensteht und Angst um meine Finger (seine Aussage) oder um seine Stichsäge (meine Aussage) haben muss.

Die Urlaubsbilder müssen zensiert werden, und zwar von mir heimlich und ganz alleine. Während mein Mann schnorcheln ging, habe ich derweil nett auf dem Handtuch gelegen und schlechte Bücher gelesen. Hatte schon seinen Grund, warum die Heimreisenden die in die Hotelbibliothek gestellt haben… Wenn ich schnorcheln ging, hat T. die Zeit genutzt, unvorteilhafte Bilder zu schießen. Und es gibt nichts Unvorteilhafteres, als beim Schnorcheln fotografiert zu werden. Halber Kopf mit orangenem Pömpel, etwas Wasser, dann kommt der Popo, der das Bild eindeutig dominiert und zum Schluss irgendwo die Füße. Ich sollte an meiner Attitude feilen, bevor ich mich zum Tauchkurs anmelde. Und vielleicht an meinem Popo.

Leider stellt man das immer erst fest, wenn der Drops schon gelutscht ist. Und es gibt nichts schöneres, als am Ende des Urlaubs vor der Kamera gesagt zu bekommen: “Kuckma hier, das ist mein Lieblingsbild. Und die Kamera ist so super, man kann Dich ‘ranzoomen bis zum Gehtnichtmehr…”

Manchmal ist er wirklich putzig.

Dann muss dringend ein Friseurtermin ausgemacht werden. Man sagte mir, an sehr heißen Tagen würden die Haare dort mit Eiswürfeln gewaschen. Diesen Höhepunkt der Dekadenz darf ich mir nicht entgehen lassen. Als kinderlose Karrierefrau entwickelt man so seine Vorlieben; dieses Klischee schreit danach, erfüllt zu werden.

Lieber Wettergott, sei mir gnädig… Nur nächsten Samstag. An den restlichen Tagen darf es aus Kübeln schütten. Aber in sieben Tagen muss die hessische  Sonne knallen.

Höchstwahrscheinlich breche ich mein Dreimonatsgelübde und berichte.

Bis dahin gehabt Euch wohl,

Eure Stohwitwentante

(650 Wörter bis hierher. Toll, was dieses neue Programm alles kann. Wenn ich nun noch wüsste, wie ich auf die Blogs anderer Menschen komme, wäre ich sehr viel zufriedener. Früher habe ich einfach auf  “Ich möchte auch ein eigenes Tagebuch” gedrückt und alles Aktuelle wurde mir angezeigt. Nun habe ich ein echtes Problem. Dabei dachte ich bis heute immer, ich sei verhältnismäßig schlau. Zack – vom Gegenteil überzeugt. Danke, Doc….)

Verdammt…

Samstag, 13 Juni 2009

….tatsächlich habe ich vergessen, wie man auf die Seite kommt, auf der man einen Beitrag verfassen kann – und das in meinem eigenen Blog.

Damit ist eigentlich auch schon fast alles gesagt. Ich habe sowohl eine Lese- als auch eine Schreibblockade und habe in drei Jahren zum ersten Mal zwei komplette Monate unter den Tisch fallen lassen.

Potzblitz.

April und Mai sind eigentlich so feine Monate, man hätte sie erwähnen können. Habe ich aber anscheinend verschwitzt. Dabei ist so viel passiert. Aber alles so weit weg vom Thema Kind, dass man fast schon Angst bekommen könnte, es könnte eventuell nie im Leben etwas werden mit dem wohlerzogenen, überaus gutaussehenden und teuren Nachwuchs.

Wann wir anfangen, unseren Alternativplan zu realisieren, wissen wir noch nicht. Dass wir irgendwann  anfangen, das ist klar und bedarf gottseidank keiner Diskussion mehr.

Wir fahren demnächst erstmal in Urlaub, lassen ein bisschen die Seele baumeln, trinken einen Rotwein nach dem anderen und geben uns täglich Fünf auf die Tatsache, dass wir uns nach fast 12 Jahren ohne Kind immer noch etwas zu erzählen haben und uns einmal täglich gemeinsam kaputtlachen.

Und das finden wir ziemlich töfte.

Alles Liebe für Euch da draußen – ich glaube, ich mach’ dann mal wieder für zwei Monate zu hier. Habe noch ein paar rote Socken für Besucherin Nummer 60.000 zu stricken, ist mir eingefallen ( *pfeif* ) …

P.S.: Frau Schweden schützt Ihre Beiträge – wiesondas? Liest der Chef mit? Jedoch die findige Tante H. ist auf Zack und entnimmt den Überschriften tatsächlich eine Schwangerschaft…  Huiiii… Wie schön! Herzliche Glückwünsche aus dem Off an Euch Zwei!! Habe Dein Passwort leider mal wieder nicht mehr zur Hand, bemerke ich mal so nebenbei….

Mittwoch, 25 März 2009

Ja. Boxen ist toll.

Ich habe mir gedacht, meine leibhaftige Anwesenheit ist die einzige Chance, mal einen Kampf bis zum Ende anzusehen, ohne selig auf T.’s Bauch einzuschlafen, wie ich es normalerweise spätestens in der dritten Runde tue.

Ich kann da nix für, es überkommt mich regelmäßig.

Diesmal war’s besser. Die Stühle waren schön hart und die Nachbarschaft dermaßen beschränkt, dass ich wach bleiben musste, um auch ja alle geistigen Höhenflüge von links und schräg hinten mitzubekommen. Nebenbei habe ich mir Arthurs Muckis angesehen und mal wieder bemerkt, dass ich Bauchmuskeln gar nicht so attraktiv finde wie Rückenmuskeln.

Bambambam. Er hat tatsächlich bis zur zwölften Runde durchgehalten – wahrscheinlich wusste er, dass ich das von ihm erwartet habe, man will ja etwas haben für sein Geld.

Verschwiegen hat T. selbstverständlich, das er mich regelmäßig zur Toilette begleitet hat, da er befürchtete, ich könnte von einer der anwesenden dubiosen Gestalten geschnappt und ins nächste Love-Mobil gepackt werden. Deswegen habe ich mir während des Hauptkampfes die dreißigtausend Liter Cola aus den Rippen geschwitzt. Nicht, dass mir in dreißig Jahren vorgehalten wird: “Damals, als Arthur kämpfte, und Du ständig auf’s Klo musstest….”

Es war tatsächlich sehr fein. Und ein klitzekleines bisschen Frühlingsluft durften wir auch genießen.

Das war auch gut so – schließlich schneien wir gerade wieder schick ein. Mein Auto pfeift aus dem allerletzten Loch; ich bin immer wieder hocherfreut, wenn ich dort angekommen bin, wo ich hinwollte. Die blinkenden Alarmlampen im Amaturenbrett übersehe ich großzügig, denn vermutlich ist es nur Aufmerksamkeitshascherei des Wagens. Schließlich weiß er, dass sein letztes Stündlein jederzeit schlagen könnte.

Jetzt wäre es nur noch außerordentlich nett, wenn das neue Auto endlich mal ankäme. Auch wenn Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist – ich werde so langsam unleidlich.

Gestern sind wir mal wieder einen kleinen Schritt vorangekommen, indem wir eine Mail mit ein paar offenen HI-Fragen an den Doc verfasst haben. Wir sind uns einig, dass die Lokalität so bleibt wie gehabt. Schließlich waren wir bisher immer zufrieden. Und ich habe keine Lust, nochmal neu untersucht zu werden, Akten anzufordern und meine Eizellen verschiffen zu müssen.

T. ist soweit einverstanden, hat sich jedoch nicht davon abhalten lassen, beim Verfassen der Mail alles zu geben. Während ich ja immer dazu tendiere, wichtige Botschaften hochvernünftig zu verfassen, kann man diese Mail getrost als unvernünftig bezeichnen. Quasi ein Hat-Unser-Arzt-Schwarzen-Humor-Test. “Wenn er mit der Email klarkommt, dann darf er uns weiterbehandeln. Wenn nicht, gehen wir nach BM.” Ich für meinen Teil habe deswegen heute schon schlecht geträumt.

Ansonsten ist hier alles so fürchterlich normal, dass einem Angst und Bange werden kann. Ich habe es mir ja wirklich gewünscht, dass es wieder etwas ruhiger wird – aber so langsam kann ruhig mal wieder etwas passieren.

Mal abgesehen von der Tatsache, dass meine Mitarbeiterin krank aus ihrem DreiWochenUrlaub zurückgekommen ist und nun mit Fieber im Bett liegt. Derlei Vorkommnisse habe ich nicht gemeint. Jetzt kriegt sie Urlaubsverbot, wird zu Überstunden verpflichtet und muss zur Strafe alle zwei Tage das Klo putzen. Allerdings hat sie ein so herrlich schlechtes Gewissen, dass ich vielleicht doch davon absehe.

So. Es schneit schon wieder. Zeit, sich waghalsig auf die Straßen zu begeben, Berge zu meiden und die heilenden Hände aufzulegen auf jeden, der mir unter dieselben kommt.

Loxenbuder

Mittwoch, 18 März 2009

Die ein oder andere Leserin war ja schon im Bilde, als Tante letzten Monat bereits 1 Woche vor meinem Geburtstag um mich herum wuselte und immer wieder Kommentare zu meinem Geburtstagsgeschenk “streute”.
Wenn irgendeine angekündigte Festivität ansteht an der wir uns etwas schenken, ist der Schenkende meistens schon zwei Tage vor dem Termin so aufgeregt, dass die Geschenkübergabe nicht selten ein bis zwei Tage vorher über die Bühne geht.
Wir sind da auch an Weihnachten recht schmerzfrei. Wir hatten schon mehr als einen Heiligabend ohne Geschenke unterm Baum – weil der zu diesem Zeitpunkt schon längst geplündert war….
Zum Geburtstag überreichte sie mir dann ein Blatt Papier mit seltsam kryptischen Zeichen, die so aussehen:

Ô±Õ¾Õ§Õ¿Õ«Õ¯ Ô±Õ¢Õ¼Õ¡Õ°Õ¡Õ´ÕµÕ¡Õ¶

Dazu noch üppige Angaben wie “phrygisch” / “Ulli” / “Schreiner” usw. Schön schmucklos auf Papier gedruckt und grinste von einem Ohr zum anderen.

“Freust Du dich?”
Hä?
Öh – ja.
Tolles Blatt das.
“Du musst googeln!”
Au ja.
Ich war etwas irritiert – habe dann aber gegoogelt und tatsächlich führte “phrygisch” zur “phrygischen Mütze” und die Mütze ührte dann zum einzigen Sportler, den ich anzuhimmeln bereit bin – zumindest zu soviel Himmelei wie ich mir zugestehe:

Arthur Abraham
King Arthur um es zu präzisieren.

Dieser Boxer der es fertig bringt 2 Runden gar nix zu machen um dann – nachdem ihn der Trainer mit “möööönsch Arthuuuuuuuur – patpatpat – Du musst auch mal schlagen – hmmmmmm? – Du bist doch der Weltmeister – hmmmmmmmm? – patpatpat – rechts / gerade / haken – Arthuuuuur!!” wachgerüttelt hat, seinen Gegenüber mit selbigen 3 Schlägen KO zu hauen und den Kampf vorzeitig zu beenden.

Jep. Ich mag Boxen.
Keine Ausflüchte wie: “Wir haben nicht ins Spiel gefunden!” Oder “Wir konnten keinen Druck aufbauen.” Keine Ausreden.
Ein Sieger.
Ein Verlierer.
Selten mal ein Unentschieden.
Manchmal führt einer 11 Runden – und bekommt in der zwölften dann einen Schlag und geht zu Boden. Und verliert.
Also bleibt es spannend bis zum Schluss.
Und ja, es gibt natürlich ein paar Boxer die ich mag.
Die Klitschkos mag ich. Den Sturm auch. Und den Maske habe ich mir auch mal angesehen. Aber Fan bin ich nur von Arthur Abraham.

Kiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiing Arthuuuuuuuuuuuuuuuuuur Aaaaaaaaaaaaabrahaaaaaaaaaaaaaaaaaam!
(Are you ready to rumble?)

Sicher.
Ein Fan von einem Sieger zu sein ist einfach.
Aber auch der King wird irgendwann seinen Meister finden.
Und ich werde ihn immer noch mögen!

Genug geschwallt.
Tante hat mir/uns zu meinem Geburtstag 2 Karten für die Mittelgewichts – Weltmeisterschaft in Kiel geschenkt! Parkett. Klassische Sitzposition in Reihe 10 ebenerdig zum Ring.

Boah.
Fett.
LmaA!

Die Tante! Ich hatte irgendwann mal gesagt, dass ich einen Boxkampf live sehen will und idealerweise den King! (Der früher immer ne goldene Schlumpfmütze auf hatte – daher der Hinweis phrygisch!)

Und nun hatten wir Karten.
Und ne Hotelbuchung. Schließlich ist Kiel von hier aus gesehen nicht gerade nebenan! Sind ja bloss etwas über 400 KM. Aber wer für’n Rockkonzert nach Dänemark fährt, fährt auch für den King nach Kiel!

Also am 14ten nach Kiel.
Fahrt war klasse. Kein Stau. Wenig Deppen.
Und Kiel? Kiel ist toll. Ich bin ja nicht der geborene Shopper. Aber wenn ich mal zum Shoppen gehen will, dann fahre ich nach Kiel. Leckomio. Was für eine fette Einkaufzeile. Und wenn man durch ist (durch die Zeile!!) wechselt man die Straßenseite und latscht in die Nächste. Dazu noch ein netter Hafen, Fischbutzen und nette Kneipen.
Und das alles in einem recht übersichtlichen Städtchen.

Sehr fein!

Das Hotel – ein “Best Western” – war in jedem Fall ein Erlebnis:
Gelbblaue Gardine vs. schwarzgelber Teppich vs. türkisgrüne Fensterläden vs. Bett mit silbergrünmetallicfarbener-Fototapete vs. rotbraune Eschenmöbel

Boah. Aua.
Das brennt aber in den Augen!
Und wieso 2 Matratzen übereinander ein Bett sind werde ich auch nie verstehen!
Egal. Immerhin gab es ein LCD-TV an der Wand und eine supergünstige Minibar!
Und das Frühstück?
Exzellent. Wir haben gefuttert bis man uns rollen konnte.
Es gibt nichts besseres als ein ausgedehntes und üppiges Frühstück!
Wenn man mal von einem Kampf mit dem King absieht!

Ach ja, der Kampf!
Boxen ist anders. Keine Vereinsmeierei. Oder zumindest wenig. Die Trikots waren – wenn denn sichtbar – vom Strassenkinderboxcamp. Oder vom Stall des Champs. Die Leute sind anders. Neben ein paar B/C/D-Promis viele Omis. Viele Opis. Jede Menge Luden aus diversen Rotlichtmilieus. Samt aufgetakelter Schönheiten. Dumbatze gibts ebenso wie Professoren. Bierschlucker wie Proseccoschlürfer. Gediegene Unterhaltung und Prollgebrüll. Dazu die klassische Show mit lauter Musik, bunten Lichtern und den wichtigen Einmärschen vor jedem Kampf – und derer gabs einige.

Und Hormone.
Weibliche Hormone.
Massen von weiblichen Hormonen wabern durch die Halle wenn die Muskelpakete aufeinander eindreschen!
Ganze Hormonpfützen dampfen unter den Stühlen.
Insbesondere als dann der King (zunächst) die Bühne betrat. Mit ordentlich Live-Musik von Christina Stürmer. Standesgemäß im güldenen Königsmantel.
Und kreischender Weiblichkeit überall. Mädels. Frauen. Omis.
Hui.
Und Männer.
Aber keine Chöre wie beim Fussball.
Nur archaisches Gebrüll.

Geil.

Da brüllt man doch gern mit!

Aaaaaaaaaaaaaaaarrrrrrrrthhhhhhhhhhhuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuurrrrrrrrrrrrrrrrrrr!!!!!!!!!!!!!!!!
Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaarrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrggggggggggggggggghhhhhhhhhhhh!!!

Dann betrat der King den Ring. Der (bis dahin ungeschlagene) amerikanische Mittelewichtsmeister hatte große Augen bei dem Theater.
Und die Tantenaugen erst, als der King dann endlich seine Muskeln entblösste!!
Aber nicht nur die Tante! Nahezu alle Damen waren wie irre!!
Nicht zu vergessen die Männer. Die allerdins weniger wegen der Muskelpakete als der Befriedigung anderer niederer Triebe!
“Hau ihn um!”
Hossa.
Nein, der King hat ihn nicht umgehauen. Der King musste aufpassen, dass er nicht selbst umgehauen wird! Bis zur letzten Runde war alles drin und es war richtig spannend.
Tante hat Arthurs Muskeln angehimmelt und ist zeitgleich dem Charme der uns umgebenden Massen erlegen:
Die sinnfreien Kommentare zu des Kings Strategie (wenn er denn noch eine hatte), die gehässigen Sprüche der Muttis wenn die Boxenluder die nächste Runde anzeigten und mit ordentlich Silikontitten wedelten (was die Männer zu ziemlichem Gejohle animierte) und getreu Peter Foxxens Aufforderung “Schüttel dein’ Speck – schüttel Bug & Heck” schwingend wieder den Ring verliessen.
“Was finden Männer bloss gut an den Hühnchen?” ereiferte sich eine blasse Blonde hinter mir. Hätte ich ihr sagen können:
Nettes Lächeln, schicke Hupen, tolle Figur! Genau das was ein sabbernder Boxfan in den zwei langen Minuten sehen will, die die eine von der anderen Runde trennen.
Okay, wenn man sich die Hühnchen auf deren Seite www-boxinggirlz-dot-com genauer ansieht, verweht deren “Schönheit” wie Auspuffgase im Morgenwind….
Aber am Abend? Coole Bräute!
Alle mal besser als ein blasses blondes Mäuschen in Hemd und Pullunder!!

Tante:
“Der hat ein Gesicht wie 30 Jahre Zuchthaus. Aber sooo geiiil ausdifferenzierte Rückenmuskeln…..gnagnagna…….!”

^^ hrhr

Jaja. So hatten wir beide unseren Spaß!

Ich hab’ eine neue Baseballcap, einer von Tantes kleinen Patienten eine Autogrammcard und wir beide eine ziemlich dämliche Audio-CD vom King mit ordentlich trauriger armenischer Flöte und tiefen Beats (…respect the middleweight champion of the
world….)! Jaja. We respect the Champion natürlich. Den alten Ex-Armenier mit deutschem Pass.

Gerade verhökert der der wieder Handschuhe, Hose und Mantel bei Ebay für krebskranke Kinder.

Der König weiß halt was die Massen mögen:
Brot und Spiele!
Gar nicht so neu, diese Erkenntnis!

Funktioniert aber!
Sollte er nochmal in Deutschland boxen gehen wir wieder hin!
Das ist richtig großes Tennis und Fussball ist ne Luschennummer dagegen!

T.

Freitag, 27 Februar 2009

“Das schönste Geschenk für einen Mann ist eine schweigende Frau.”

Daran habe ich mich gehalten und keine Kinkerlitzchen zum Geburtstag verschenkt, sondern einen Hals, aus dem nur noch ein Kratzen ertönte. Da konnte ich auch gleich ruhig sein. Auf freiwilliger Basis quasi.

Wenn einem von offizieller Seite jedoch ein viertägiges Sprechverbot auferlegt wird, dann ist das etwas vollkommen Neues. Beruflich passt’s irgendwie so gar nicht. Privat noch weniger.

Ich bin nun wirklich niemand, der permanent reden muss. Aber die Schwierigkeiten beginnen schon beim Zuhören. T. erzählt und ich muss mir jedes “Mhm” verkneifen. Sehr einseitig das. So schwer habe ich mir das gar nicht vorgestellt.

Körperlich geht’s mir töfte. Mein Blutdruck ist sowas von gut, dass alle medizinischen Fachangestellten (so heißt das korrekt, habe ich gelernt)  vor mir niederknien, wenn ich zum Überprüfen in die Praxis schneie.

Nur der Hals – der macht Zicken. Zum ersten Mal in meinem Leben. Wie mir so vieles seit zwei Jahren zum ersten Mal in meinem Leben passiert. Vielleicht sollte ich einfach akzeptieren, dass der Zahn der Zeit an mir nagt. Hrhr.

Naja. Bis Sonntag halte ich das durch. Und Sonntag abend mache ich einen kleinen Test-Zwo-Drei-Vier. Und dann wird mein Stimmchen wieder glockenhell ertönen und ich kann mir den zweiten Besuch beim HNO ersparen. Wobei – er hat ein paar Qualitäten, die mich eventuell doch wieder auf seinen Mörderstuhl treiben könnten. Erstens musste ich nicht würgen – das ist nicht selbstverständlich mit einem Rohr von gefühlten zwanzig Metern im Hals.

Und zweitens ist er größer als ich. Das alleine zeichnet ihn eigentlich schon aus. Ich hatte mal einen Hausarzt, der meine Größe bestimmen musste. An so einem Metermaß, dass an der Wand befestigt war. Von oben musste er einen Balken auf meinen Kopf herunterschieben, und das war ein echtes Problem. Noch problematischer war meine Frage: “Kommen sie ‘dran?” und im Anschluss daran seine Antwort: “Nun werden Sie mal nicht frech.” Unser bis dato nettes Verhältnis war von diesem Zeitpunkt an gestört.

Allerdings hat er einen wirklich ekelhaften Beruf. So viel Sabber, Schleim und Rotz kann man doch eigentlich nur aushalten, wenn irgendetwas im hübschen Medizinerköpfchen nicht stimmt.

“Leiden Sie unter vermehrter Schleimbildung?”

“Jupp.”

“Woher kommt der Schleim, von oben oder von unten?”

Okay, er will’s genau wissen. Ich spare mir die Nachfrage: “Definieren Sie bitte unten.” und antworte brav: “Von oben und unten.”

“Welche Farbe hat der Schleim?”

“Gelb.”

Ich war eigentlich auf weitere Nachfragen gefasst, so álà: “Sonnengelb oder senfgelb?” aber scheinbar war sein Wissensdrang gestillt und er begann, Verhaltensanweisungen aufzuzählen und den Rezeptblock auszufüllen.

Zum Schluss sind wir beide gemeinsam nochmal an die Deckenlampe gestoßen und ich habe mich schnellstens aus dem Viren- und Bakterienpfuhl verabschiedet.

Im Übrigen ist der Kommentar “Sie haben eine sehr schöne Nase.” HNO-ärztlicherseits ungefähr beim Gynäkologenspruch:”Sie haben eine tolle Gebärmutterschleimhaut.” anzusiedeln, was die Schmeichelhaftigkeit betrifft. Schließlich meint er die von innen betrachtete Nase. Wie widerlich ist das denn, bitte?

Vor ein paar Jahren habe ich mal eine Einladung zur Schweigewoche inklusive täglicher indianischer Schwitzhüttenzeremonie bekommen. Das wäre jetzt genau das Richtige.

Mangels Schwitzhütte gibt’s dann doch nur die Schweigewoche in trauter Zweisamkeit mit dem Inhaliergerät. Und auch nur ‘ne Halbe. Das muss dann wirklich reichen.

Wahrscheinlich werde ich bald mit meinem Blog zum Umzug gezwungen – eindeutig zuwenig Kinderwunsch, zu viele nichtgynäkologische Krankheiten. Aber so ist das eben gerade. Lernen kann man hier nun wirklich überhaupt gar nix.

Vielleicht ändert sich das ja irgendwann mal wieder.  Wenn’s nach mir ginge, könnten wir so langsam anfangen. Aber gottseidank geht es nicht nur nach mir. *g*

24-Stunden-Blutdruckmessungen…

Mittwoch, 4 Februar 2009

…..sind abscheulich. Das hat man mir vorher nicht gesagt.

TH: “Wie oft misst denn das Teil?”

Sympathische Auszubildende: “So jede halbe Stunde. Nachts sogar nur jede Stunde. (Nachts??? Sind denn alle verrückt geworden??) Machen Sie heute bitte alles, was Sie sonst auch tun.” Gut. Ich habe also heute viel vor.

“Immer, wenn’s piept, lassen Sie den Arm locker herunterhängen. Das ist ganz wichtig. Sonst gibt’s ein Error. Wir testen das mal an.”

Antesten heißt: Der Sitz der Manschette wird auf Herz und Nieren geprüft und das Herunterhalten des Arms wird geübt. “Die ist ein bisschen doof, die Manschette. Wenn sie zu fest sitzt, dann gibt’s ein Error.” “Die rutscht mir aber gerade ‘runter.” “Dann gibt’s auch ein Error.”

Das sind ja feine Aussichten.  Errors am laufenden Band. Und da soll man seinem normalen Tagesgeschäft nachgehen…. Mit ständig blutarmer Linken….

SA: “Den Arm ‘runter, Frau Tante. Das ist echt wichtig.”

Okay. Test bestanden. Arm ‘runtermachen klappt. Blutdruck i.O. Kein Wunder, schmeiße ich doch schon seit einer Woche die kleinen Pillen, deren Verpackung sogar mit Wochentagen gekennzeichnet ist. Wir früher die Unterhosen mit Sarah-Kay-Motiv. (Gibt’s die eigentlich noch?) Oder wie früher die Pille. Gott, ist das schön…. Mein Hausarzt weiß, was Frauen wollen….

Ich befinde mich im Auto, und schon beginnt die nächste Messung. Das waren definitiv keine 30 Minuten. Das waren höchstens 15. Sollte sie gelogen haben? Arm ‘runterhalten ist nicht. Zu viele Kurven. Wäre ja noch schöner, wenn ich jetzt auch noch mein Auto vor den Baum setzte. Das Teil muss noch sechs Wochen halten..

SA: “Bei einer Fehlmessung misst er einfach nach fünf Minuten nochmal.”

Klar. Fehlmessung. Das war eine. Ich setze mich zu meinem Klienten in die Küche, die fünf Minuten verstreichen und beginne freundlich zu piepen und zu brummen. Konsternierte Blicke meines Gegenübers. Ich spare mir aus verschiedenen Gründen eine Erklärung. Abgesehen davon bemerke ich, dass meine Kleidung für diese Aktion heute wirklich unpassend gewählt ist. So mit Kabel auf dem Rücken und Gerät an einer schicken Kordel um den Hals sehe ich wirklich panne aus.

Nach zwei Stunden und diversen Errors, zweimaligem Umziehen und eigenmächtigem Verstellen der Error-gefährdeten Manschette stelle ich fest: Heute ist ein Tag, den man im Bett verbringen sollte, wenn man es denn dürfte. Natürlich nicht schlafend, das lässt das kleine blaue Päckchen an meiner Seite nicht zu. Von der bevorstehenden Nacht will ich gar nicht schreiben. Die wird sicher toll. Außerdem springt das Ding tatsächlich alle 15 Minuten an. Die Auszubildende war anscheinend durcheinander. Oder wird demnächst durch die Prüfung fallen.

So. Kurz vor 12. Gleich geht’s wieder los. Werde mir zwecks realistischer Bedingungen einen Kaffee gönnen.

Error. Noch vor dem ersten Schluck. Ich geh’ am Stock….

Donnerstag, 22 Januar 2009

Uah.

Auto im Eimer. Befinde mich gerade in Verhandlung mit diversen Autohäusern, die mich allesamt über den Tisch ziehen werden, so wie ich die Sachlage einschätze. Und in jedem Autohaus findet man einen fatalen Fehler mehr. Eigentlich erwarten gerade alle, dass ich vor Dankbarkeit jeden Fuß küsse, der mir entgegengestreckt wird, weil man mir ein paar Öcken mehr als die Verschrottungsprämie latzt.

Samstag wird Probe gefahren, danach werden Nägel mit Köppen gemacht. Gezwungenermaßen. Lange bringt mich das Autochen nicht mehr von A nach B.

Andere Menschen zeugen trotzdem Kinder, am besten zur Feier des Tages, nachdem sie den Kaufvertrag unterschrieben haben.

Wir hingegen müssen mal wieder Prioritäten setzen und finanzieren mit dem geplanten  Clubbeitrag für Samenbanken ein neues Auto. Mit Bus und Bahn kommen wir schlecht nach Wohinauchimmer (…T. ist da irgendwie immer noch nicht sehr entscheidungsfreudig… mittlerweile sind wir bei fünf Möglichkeiten angelangt und ich befürchte, sobald ich das Thema anspreche, werden es noch mehr… )  zum Kinderzeugen.

Ich könnte mich jetzt ganz furchtbar darüber aufregen. Ich kann’s aber auch lassen. Denn eigentlich geht es uns gut. (Aber uneigentlich frage ich mich doch in regelmäßigen Abständen, wer uns eigentlich auf A-Karten-Liste rot eingekringelt hat. So wie ich das gerade sehe, haben wir mindestens noch ein bis zwei Sternchen hinter unseren Namen. Und wahrscheinlich sind sie noch mit gelbem Textmarker übermalt… )

(Und dann wiederum freue ich mich auf den dekadenten Bordcomputer und die anderen bescheuerten Dinge, mit denen man Tanten so erfreuen kann…. Leider wird es wahrscheinlich nicht der Wagen, bei dem das Alkohol-Test-Kit zur Serienausstattung gehört. Die Isofix-Kindersitzbefestigung wurde erst gar nicht aufgeführt. Aber die Idee hat mir so gefallen, und die T.-Augen haben beim Abchecken der Motorleistung so geleuchtet – beinahe wäre ich soweit gewesen… Wer braucht schon einen Combi??)

Es werden sich schon noch ein paar Möglichkeiten auftun – suchen wir uns eben einen winzigkleinen Spender, damit die Kinder ins Auto passen. Ansonsten sieht’s echt düster aus. *g*

Ach übrigens – falls das bisher noch nicht ‘rübergekommen ist: Frau T. hat geholfen. Wir haben uns grundsätzlich entschieden und fühlen uns mit dieser Entscheidung bisher recht entspannt.

(Und alle 10 Kinder werden toll, weil T. ein töfte Vater werden wird. Sie werden die Welt retten, alle Oldtimer kennen, mit einer CD-Sammlung zur Welt kommen, Schlagzeug spielen und ab dem zweiten Lebenjahr ihrer Mutter politische und geschichtliche Zusammenhänge erklären… Ich werde ihnen immerhin die Verschrottungsprämie und das Konjunkturpaket erläutern können (…es blieb mir nicht weiter übrig – man kommt ja nun wirklich nicht ‘dran vorbei.. ), aber bis es so weit ist, kräht da eh kein Hahn mehr nach…

Gefühlte fünf Kilo…

Dienstag, 30 Dezember 2008

…habe ich mir in den letzten fünf Tagen angefuttert. Eigentlich könnte ich mich jetzt in den Winterschlaf verdrücken. Sollte mir eine kleine muckelige Höhle auf dem Balkon bauen.

Wir waren gestern mal wieder on the Road, paar Informationen einsammeln und kleine Bestandsaufnahme machen. Das sollte man am Ende des Jahres tun.

T. hat’s mir vor unserem Gespräch mal wieder mit dem Holzhammer gegeben, denn er meinte, eine halbe Stunde vor unserem Termin nach Hause zu wollen. (”Lass uns heimfahren. Wir können uns doch auch kostenlos zu Hause unterhalten…” ) Im Nachhinein sagte er selbstverständlich, dass wäre alles nur Spaß gewesen. Ich allerdings war kurz vor dem nervlichen Zusammenbruch. (Der Ernst der Lage wurde mir bewusst, als T. im Garten an den puscheligen Kaninchen vorbeiging, ohne zu bemerken, dass sie genau die richtige Größe für seine Pfanne hätten… Das lässt er sich normalerweise nicht nehmen. )

Da wir das alles in den letzten Jahren aber schon mindestens viermal hatten – in MI, in H, in GÖ und der Wunschkinder-Sause in HH, saßen wir schlussendlich doch wieder dort, wo T. eigentlich nicht sitzen wollte. Und es war natürlich wie immer. T. war cool und ich nicht.

Hatte ich mich erst noch über die leere Taschentücherbox gewundert, die auf dem Tischchen stand und flugs gegen eine volle ausgewechselt wurde, war ich selbstverständlich diejenige, die mit mehreren Tränen im nicht vorhandenen Knopfloch zugreifen musste, nachdem ich den Anlass unserer Erscheinens mehr oder weniger galant zusammengefasst hatte. (TH: “Wer sagt, worum es geht?” – T.: “Ich nicht.”…. Alles klar. Blöde Frage. )

Insgesamt kann man sagen: Sehr empfehlenswerte Geschichte, das. Die Sessel stehen ein wenig zu weit auseinander, ich hätte zwischendurch doch mal T.’s Hand gebrauchen können. Aber das wäre nur durch eine sehr starke Körperstreckung möglich gewesen, deswegen haben wir uns das gespart.

Frau T. hat’s echt ‘drauf. Jeder sollte eine Frau T. haben. Und wenn schon nicht Frau T. persönlich, dann zumindest ihr Buch. Weil wir Frau T. nicht mit nach NRW nehmen konnten, haben wir ihr Buch mitgenommen. Und weil wir schon mal da waren, haben wir ihr gleich noch ihr Aufklärungsbuch abgekauft. Cool. Wir haben zwar noch kein Kind, aber schon mal ein Buch für’s Kind. Das nenne ich mal eine ordentlich Reihenfolge. Als nächstes sollten wir ein Bett kaufen.

Jetzt müssen wir nur noch warten, bis wir bereit sind. Also T. muss merken, wann ich bereit bin. Und ich muss merken, wann T. bereit ist. Abgefahrene Sache, das… Kann also noch dauern. Hrhr.

Ich fand ja 2008 einigermaßen bescheuert. Aber es war nun wirklich nicht alles blöd. Unter anderem habe ich nette Kinderwunschkollegen kennengelernt, die allesamt ein dickes Problempäckchen auf den Schultern tragen und trotzdem lustig durch die Weltgeschichte tütteln. Ich habe es endlich geschafft, arbeitsmäßig etwas Entlastung zu bekommen. Wir haben die erste ernsthafte Krise unserer Beziehung im Keim erstickt und können uns darauf verlassen, dass wir weiterhin als gutes Team die Welt retten werden.

2009 werde ich ein Buch schreiben, die Deutsche Post verklagen, fünf Kinder bekommen, mindestens vier Friseurtermine wahrnehmen, in den Urlaub fahren und hoffentlich unsere Kaffeemaschine zeitnah und in repariertem Zustand wieder dahinstellen dürfen, wo sie hingehört.

So. Und jetzt räume ich die Bude auf. Es kommt ein katzenallergischer Silvesterübernachtungsgast. Und wir wollen nicht schon wieder die Notfallapotheke um Augentropfen erleichtern, weil wir einen über Nacht Erblindeten am Frühstückstisch sitzen haben.