Das Frollein ist schon groß….
Freitag, 3 August 2012…und ich beende hiermit meine Schreibblockade, bevor sie heiratet und auszieht.
Passwort für interessierte Mitleser gibt es auf Antrag hier.
…und ich beende hiermit meine Schreibblockade, bevor sie heiratet und auszieht.
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Zunächst:
Wir sind vor knapp 2,5 Jahren das letzte mal umgezogen. Als kinderloses Pärchen. Raus aus der zweiten Etage, rein in ein Häuschen am Ortsrand. Kleinere Wohnung, blöd aufgeteilt, dafür mit einem netten Garten, der alle Mängel aufgewogen hat. Toll.
Bis zum Winter 2011/2012.
Da war’ s nämlich kalt. Arschkalt. Selbst für unsere lederartige Bergvolkhaut war es kalt. Minus 25° und kälter. Brrrrrrr.
Im Dezember flezt die Tante mit dem 6monatigen Frollein im Wohnzimmer und schielt zufällig unter die Kommode. Grün-schwärzlich schimmernden Pelz gerät in das Visier des scharfen Tantenauges.
Kommode abgerückt und erstmal gekotzt. Schimmel! Bäh!
Akt 1 – Eigentümerin angerufen, Fotos geschossen, Schimmel mit Sagrotan entfernt. Wir beschließen mit der Eigentümerin die Wand erstmal frei zu räumen und die Feiertage abzuwarten.
Akt 2 – Eigentümerin ruft im Januar an. Derweil krabbeln schon wieder schwarze Flocken aus der Fußleiste. Die Dame verspricht Abhilfe. Wir bräuchten uns keine Sorgen zu machen, gerade im Hinblick auf das Kind.
Akt 3 – Eigentümerin verfasst einen Brief. Mieser Druck, schlechtes Druckbild und schlimmer Text. Wir sind selbst Schuld. Wir heizen nicht, wir lüften nicht, die Möbel stehen zu nah an der Wand, wir schwitzen, bla bla bla.
Wir genehmigen uns zwei Wochen Bedenkzeit und latschen zum Anwalt.
Dann: Krieg!
Böse Worte, Mietkürzungen, böse Briefe.
Im Januar kondensiert Wasser an nahezu allen Scheiben bis hoch zum Griff. Kondensat fließt in Bächen an den Wänden runter, im Schlafzimmer haben wir morgens Eis auf den Rahmen (innen!!!), Frolleins Zimmer bietet Rauhreif an den Fenstern (auch innen!!), selbiges Zimmer kann lediglich auf 18°C beheizt werden und langsam aber sicher platzt uns der Kragen. Nebenbei bildet sich der Schimmel in allen Fensterecken und hinter anderen Möbeln und unsere Stimmung ist so frostig wie die Außentemperatur.
Akt 4: Bis Anfang Februar war einmal ein Maler da, einmal ein Gas/Wasser/Scheiße-Mann, kein Vermieter, keine Vermieter-Berater. Viel Ferndiagnose von “kompetenten Leuten” (org. Zitat Vermieterin), aber keine Ortsbegehung. Die erfolgt erst Mitte Februar. Selbige zu beschreiben verdient einen eigenen Eintrag. Als Essenz kann ich nur sagen dass ich rausgehen musste um mich zu beruhigen, sonst hätte ich die komplette Vermietertruppe umgehauen. Samt Malermeister, Fensterbauer, Vermieterin und deren halbblindem Lover. Selten war ich so wütend!
Schlußendlich kam dann heraus, dass die 40 Jahre jungen Holzfenster zwar doppelverglast sind, aber verzogen und ohne Dichtung (aha!), unter anderen Fenstern sind Betonsockel die von innen nach außen ragen und eine super Kältebrücke bilden. Kondensat ist also eine physikalische Reaktion und demnach logische Konsequenz. (na sowas!)
Danach passiert erst mal wieder nix. Der Malermeister isoliert zwei Wände von innen. Komischerweise nicht die die schimmelig sind. Entfernt aber allen Schimmel. Hurra. Wir beschließen den Auszug. Aber bitte nicht wieder mieten.
Akt 5: Wir sichten Immobilienangebote, melden uns bei einem Makler und besichtigen einen Haufen Häuser. Nebenbei durchforsten wir das Netz und von Februar bis Mai entgeht uns nicht ein Hausangebot.
Aber wie das so ist. Entweder sind die Hütten günstig, dann muss man Handwerker sein. Niedriger Kaufpreis = viel Arbeit und Nachinvestitionen. Oder aber es sind Dörfer im Off. Schöne Häuser, aber so dezentral oder hoch gelegen, dass man dort max. 100 Sonnentage hat, oder bis zum nächsten Metzger 20 Km fahren muss. Gefallen hat uns ein durchrenoviertes Fachwerkhaus – wäre die Deckenhöhe unten nicht 1,90m gewesen. Tante misst ohne Schuhe schon 1,86m. Dann noch ein paar nette Schuhe unter die Sohlen: Headbang! Nix. Schlussendlich wirklich nix gefunden wo man ernsthaft drüber nachgedacht hätte.
Anfang Mai haben wir einen Urlaub an die Nordsee geplant. Der verdient aber einen eigenen Eintrag. Irgendwann.
4 Tage vorm Urlaub haben wir uns dann gefragt ob uns der Makler wohl vergessen hat.
3 Tage vorm Urlaub ruft der mich an: “T-Punkt, wo bist Du?”
“Sitze mit Frollein im Auto und bin in 4 Min. zuhause!”
“Ok, ich rufe zurück!”
Bin gerade ausgestiegen, habe das Frollein geschultert, da bimmelt das Telefon. Wieder der Makler.
“T-Punkt, wo stehst du?”
Vor meiner Wohnung.
“Was siehst du?”
Hä?
“E-Punkts Garage.”
“Geh nach links und sag mir was du siehst.”
(Will der mich vereimern?)
“Ich sehe E-Punkts Haus!”
“Und wenn du zwischen Garage und Haus durchblickst, was siehst du dann?”
(Langsam wird es mir echt zu blöd)
“Ich sehe eine Garage. Und ein Haus. Und eine Hecke.”
“Da treffen wir uns morgen. Das ist dein Haus, T-Punkt!”
Aso.
Na gut.
Akt 6: Wir latschen mit dem Frollein hin. Luftlinie 70m. Habe das Haus vorher nie wahrgenommen. Wie auch. Ist rundherum eine mannshohe Hecke. Absolut blickdicht. Viel Arbeit, aber ich mag sowas. Der Garten hinter der Hecke ist wie aus dem Ei gepellt. Gepflegter Rasen, ein paar Bäume. Blumenbeete vor der Tür, Hochbeete hinterm Haus, ein kleines Gewächshäuschen mit Tomaten, eine ordentliche Laube im Garten. Riesige Fenster im Wohnzimmer, ein überdachter Freisitz. Wie ein Wintergarten, aber an einer Seite offen. Darin eine Hollywoodschaukel und man will sich dort sofort ablegen. Boah. Fett. Alle Wege vom Feinsten gepflastert. Die Fenster sind außen hellbraun. Toll. Nicht dieses dunkle Kotzbraun wie üblich oder das langweilige Weiß. Wir gehen rein. Unten geschmackvolle Fliesen. Helles Bad, riesiges Wohnzimmer mit halboffener Küche und ein weiterer großer Raum. Wir kriegen die Kinnlade kaum wieder hoch.
Dann die massive Buchenholztreppe rauf. Oben eine kleine Galerie, alles mit Teppichboden der noch ein bissel neu duftet. Die obere Etage wurde fast nie genutzt. Zwei nette Kinderzimmer, ein weiteres Duschbad, noch ein Raum so groß wie die beiden Kinderzimmer. Ok, die Teppichfarbe ist nicht unser Ding. Allerdings ist selbiger von herausragender Qualität. Wir schlucken den Gedanken herunter.
Einzig: Das Haus hat keinen Keller (somit kann unten auch nichts feucht werden!!!). Dafür aber ~150qm Wohnfläche, einen noch nicht bebretterten Spitzboden als Stauraum und ein recht üppiges Grundstück. Die Fenster sind innen weiß, die Türen hell und überall wo unten Kacheln auf dem Boden sind, ist auch eine Fußbodenheizung.
Ach ja, die Garage. Elektrisches Tor und längere Fläche als üblich. Ein piekfeiner Holzschuppen ist auch dran, wo ich meine 5m Kaminholz einlagern kann, um den fetten Ofen im Wohnzimmer zu versorgen.
BOAH!
Wir sind sprachlos.
Der Preis: Für das Geld können wir es nicht bauen. Nicht ausstatten. Nicht den Garten zu herrichten. Wir könnten ein älteres Haus kaufen und unsere knappe Zeit mit renovieren verbringen, um dann ein älteres, wenn auch renoviertes Haus zu haben. Mit allen Geheimnissen, die ältere Häuser nun mal haben.
Wir legen den Daumen drauf, erbitten einen Nordseeurlaub Bedenkzeit und der Makler verspricht das Angebot nicht zu veröffentlichen.
Wir machen Urlaub. Und während das Frollein die Biomöhren aus der Gemüsekiste rausholt (um sie anschließend wieder hineinzupacken), mit dem freilaufenden Hahn schäkert oder dem ebenfalls freilaufenden Hasen spielt, sich an 1 Tag alten Deichlämmern erfreut und sich den Wind durch die dünnen Zottelhaare pfeifen lässt, beschließen wir ein ca. 10 Jahre junges Haus zu kaufen.
Akt 7: Bevor der Makler das Haus veröffentlichen kann schlagen wir zu. Kündigen die Funghihöhle und stielen alles ein. Langsam aber sicher beginnen wir (mal wieder) die Lagerbestände zu minimieren, zu packen und zwei Wochen vorm geplanten Umzug beginnt die heiße Phase.
Naja. Sie sollte beginnen.
Denn mit Akt 8 erreichte uns ein undefinierter, aber hochgradig potenter Virus, der es tatsächlich fertig gebracht hat, die Tante, das Frollein und mich zeitgleich platt zu machen. So haben wir uns um den Platz auf oder an der Schüssel geradezu geprügelt. Wir hatten Durchfall, exzessive Kotzerei und es ging uns richtig mies. Alles innerhalb von ein paar Stunden und ich musste feststellen, dass mich kotzende Babys echt aus der Fassung bringen können….
(Und die Oma & den Opa haben wir auch gleich angesteckt!)
Tantes sorgsam geplante Umzugstage gingen so für die Krankheit drauf, so dass Sie beim Umzug nur eingeschränkt anwesend war, bzw. den ganzen Kram Abends erledigen musste und quasi über sich hinausgewachsen ist. Morgens Job, Abends und Nachts packen. Ich hatte einen gelben Schein und später eine Woche Urlaub. So hatte ich es beim Vorschleppen der abends gepackten Kartons deutlich besser. Das Frollein ist getingelt. Hier eine Oma, dort eine Oma, da nochmal eine Tante und zwischendurch die Patentante, die extra Urlaub genommen hat.
Pünktlich zum Umzug hat es dann geregnet. Nicht genieselt, es hat geschüttet. Obendrein hatte noch ein Helfer abgesagt. Aber die Truppe war schlussendlich der Oberhammer. Ein paar Freunde, viel Familie und die haben dann den ganzen Krempel nicht nur rübergewuchtet, sondern auch noch gleich aufgebaut. Suuuuuper!
Nun haben wir ein Haus. Ich muss mindestens 150m Hecke schneiden (ich brauche ein Heckenschere – Hilfe!!), im Garten wachsen gerade die Möhren (was das Frollein spitze findet, denn sie knabbert gern Möhren) und im Haus sieht es aus wie Bumm.
Noch.
Aber es lichtet sich bereits.
Internet kommt irgendwann. Die 70m Entfernung zur alten Wohnung bringen eine Verdoppelung der Geschwindigkeit mit sich. Toll. Die Tatsache dass der Vorbesitzer ein bisschen technikgeil war und die fetten Audiokabel gleich eingemauert hat kommt mir nicht ungelegen, ebenso wenig wie der HD-SAT-Verstärker, damit auch ja alle 4 TV-Anschlüsse HD haben (wusste gar nicht dass es sowas gibt….).
So. Mittagspause ist rum.
T.
Aloah.
Wir leben noch. Keine Ahnung was wir früher so mit unserer Zeit angestellt haben. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass der Tag nur noch 20 Stunden hat, die Woche nur 4 Tage und der Monat maximal 3 Wochen. Die Zeit rast. Wow.
Madame macht sich supi. 5 Zähnchen sind da und mindestens ein weiterer sorgt für allgemeine Unzufriedenheit, mitunter schlaflose Nächte und große Erwartungshaltung allenthalben. Seit ein paar mickrigen Wochen krabbelt die junge Dame. Aus einem militärischen Dahinrobben ist ein flinkes Krabbeln geworden, dass aber zügig unterbrochen wird sobald man sich irgendwo festhalten kann um zu laufen. Schätze mal, dass die junge Dame in überschaubarer Zeit aufrecht geht. Momentan siehts noch ein bisschen so aus wie ein Feiernder bei 3,0% Blutalkohol – und wenn ich sie in 15 Jahren mit der Gangart erwische ist ernsthaft Theater….
Nein, sie rezitiert noch nicht Rilke. Dafür süppelt sie seit Wochen aus einem Strohalmbecher ihr Wässerchen, winkt, klatscht und neuerdings jammt sie nicht nur zu Bob Marley. Nein, Frederik Vahle wurde entdeckt und Bob der Baumeister. Letzterer ist wenigstens noch ein Stück weit rockig
) (…)
Seit gestern bekommt sie auch keinen Abendbrei mehr. Madame will ordentliches Futter auf die 5 Zähnchen. Brot zum Beispiel. Mit Eisbein drauf. Oder Knoblauchsalami. Oder Schinkenspeck. Dazu gibts wie immer ein Wässerchen – und seit neuestem testen wir Kuhmilch. Sehr unkompliziertes Persönchen. Futtert sogar Schafskäse. Bei Gurke kriegt sie das buchstäbliche Kotzen. Dann würgt sie wie ein Graureiher. Ich würde bei einem Büschel Katzenhaaren würgen – aber da spuckt sie allenfalls. Manchmal stehe ich vor einem Babyzubehörregal und wundere mich. Madame hat irgendwann Aptamil 1 bekommen. Das Zeug säuft sie seitdem. Heute bekommt sie morgens noch ne Pulle (MAM mit nem 1er Sauger) und damit hat sich es schon. Man gibt Brei aus Flaschen? Den hat sie immer vom Löffel genommen. Saft kennt/mag sie nicht. Alle Angebote der Industrie perlen an uns ab wie an einem Lotusblütenblatt. Madame süppelt hiesiges (extrem gutes) Kraneberger oder auch n Volvic. Sie liebt Sprudelwasser und ungesüßte Dinkelkekse. Klar mag sie auch Marmelade – aber derartiges gibts bei den Omas. Nun verlassen wir bereits unser schmales Babyequipment und tingeln in die Kleinkindphase. Das ging ganz schön fix. Irgendwie ein Stück weit traurig – irgendwie ein Stück weit gut. Krass.
Am WE düsen wir in unseren ersten gemeinsamen Urlaub. Ans Meer. Schön weit hoch in Richtung dänische Grenze. Der erste Eimer mit Schüppe steht bereit. Wir werden unterwegs einen Kindersitz kaufen. Madame findet die Schale nämlich richtig ätzend. Und wer Salamibrote futtert, der sollte auch aufrecht sitzen dürfen. Dann ist das fast vorbei mit dem Babystatus.
So, höre gerade ein leichtes Nurcheln. Die junge Dame möchte vermutlich den Vormittagsschlaf beenden. Sie knackt nachts zwar durch, aber 6°°Uhr ist so früh, da legt sie gern noch ein Mützchen Schlaf nach. Sie wird dann die Stereoanlage entern, Musik einfordern, ein bisschen Jammen und mich frühzeitig daran erinnern, dass Mittach was ordentlches auf das halbe Dutzend Zähnchen muss. Dann gibts Kartoffeln (2 Stück), Möhren (2-3 Stück), Bio-Rind (20g). Gedünstet & grob zerdrückt.
Madame möchte kauen.
Gut so!
T.
Wir sind beschäftigt. Keine Ahnung was wir sonst so mit unserer Zeit angestellt haben – aber großartig sinnvoll war es wohl nicht. Kommt zumindest mir so vor. Nun, wir drehen die meiste Zeit am Rad. Glückselig sind jene bei denen mindestens ein Elternteil ständig zuhause weilt und sich voll und ganz aufs Kind einstellt. Wir haben natürlich wieder mal den Umweg genommen. Beide arbeiten weiter und teilen sich den Dienst am Kind. Auch schön. Stresst aber ordentlich, denn die Tante muss jeden Tag einmal die werte Patientenschaft beglücken – und sei es nur kurz. Zwei Großmütter samt zugehöriger Großväter wollen was vom Kind sehen und ab und an taucht zudem die buckelige Verwandschaft auf. Können uns also über Langeweile nicht beklagen. Im Gegenteil, die wirklich gute “endlich haben wir Drei Zeit für uns allein” – Zeit ist wirklich rar. Dementsprechend geizig sind wir damit.
Der ein- oder die Andere hat sich vorgestellt, dass wir jetzt mal öfter Zeit für Kaffeeklätsche und Getöse haben – schließlich ist immer einer zuhause – aber Pustekuchen….
Madam gedeiht prächtig. Wächst wie Unkraut, wird jeden Tag hübscher und alle 24 Std. kommt ein neuer Ton raus. Neben dem Gebrabbel arbeitet sie gerade am hohen C. Nix um Papas Laune zu erhellen. Meistens flattert mein Trommelfell. DAS haben selbst ein paar Jahre Techno nicht geschafft. Sie schläft ziemlich gut. Irgendwie haben wir das Gefühl dass alles das was uns an Schlaf fehlt, schnurstracks in ihren Schlaf wandert, welcher dann ein bisschen tiefer und erholsamer wird, während wir latent vor uns hinaltern. Könnte man so meinen. Madam pflegt nämlich einen ausgeprägten Appettit. Seit kurzem Abends ein Brei (ICH bin ihr größter Feind in Sachen Brei, denn ich liebe bis heute Breigerichte), des Nachts (sie gibt einen Furz auf Winterzeit) ein Brüstchen von Mama, morgens in der Herrgottsfrüh noch ein Brüstchen, das zweite Frühstück zur normalen Zeit, dann das Dritte, dann (Hurra) ein Breichen von Herrn Hipp (nein, wir kochen keinen Brei – auch wir haben Grenzen), Nachmittags ne Pulle und abends wieder besagten Brei.
Unsere Waschmaschine dreht am Limit, wir fahren seit neuestem einen viertürigen Kombi (so spritzig wie ein Pfund Mehl) und wir sind permanent vollgesabbert oder angekotzt. Mit meist gesäuerter Milch. Wir entern jeden Laden mit Kind(erwagen) und ich übe mich daran jene Lieder auswendig zu lernen die ich nie singen wollte – denn ich fand meinen Gesang nie gut. Madame liebt ihn anscheinend. Ebenso wie den Sound einer weichen Akkustikklampfe. So lerne ich brav die alten Weisen wie Stairway to heaven, Wish you were here oder Banks of the Ohio um Madame etwas vorsingen zu können. Die Omas singen die Kinderlieder – da kümmere ich mich doch gern um musikalisches Rüstzeug. Wer weiß, vielleicht will Madame demnächst ein Schlagzeug haben? Oder einen Marshall-Amp? Toll!
Da ist “alle meine Entchen” zwar gut, aber “Jammin” von Bob Marley ist einfach besser…
Der ein oder andere Azoospermatiker fragt sich vielleicht, ob es mir nun völlig egal ist, dass Madame von irgendwem ist.
Manchmal, vorzugsweise dann wenn die buckelige Verwandschaft oder die unsensible Bekanntschaft wieder mit Kommentaren wie “ohhhhhhhhhhhhh…..ganz der Opa, ganz die Mama” oder jene verlogenen Vollhirsche die dann “ohhhhhhhhhhhh, ganz der Papa….” zum Besten geben. Ganz im Ernst? Dann bin ich ein bisschen traurig. Dann finde ich alles Scheiße.
Ich würde nichts anders und alles wieder genauso machen, aber ich bin dann halt ein bissel depri.
Allerdings nur bis zu dem Augenblick, wo mich dieser kleine Fratz anblinzelt. Ein fettes Lächeln aufzieht um mir zu sagen, dass er sich für den genetischen Zusammenhang einen Scheiß interessiert, dass Papa wieder Lächeln soll und bitte für Amüsement sorgt. Schließlich will die Welt entdeckt werden und Papas haben da gefälligst zu funktionieren.
Ich würde – und so Gott will werde – alles nochmal machen wollen. Madame soll kein Einzelkind bleiben. Babys sind toll. Allein deshalb weil sie so sind wie Sie sind. Ich empfehle daher jedem Leidensgenossen dringend sich das Weibchen des Vetrauens zu greifen und zur nächsten Saftbar zu pilgern um den Vogel dann endlich abzuschießen!!!
T.