Salamibrot

Dienstag, 8 Mai 2012

Aloah.
Wir leben noch. Keine Ahnung was wir früher so mit unserer Zeit angestellt haben. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass der Tag nur noch 20 Stunden hat, die Woche nur 4 Tage und der Monat maximal 3 Wochen. Die Zeit rast. Wow.
Madame macht sich supi. 5 Zähnchen sind da und mindestens ein weiterer sorgt für allgemeine Unzufriedenheit, mitunter schlaflose Nächte und große Erwartungshaltung allenthalben. Seit ein paar mickrigen Wochen krabbelt die junge Dame. Aus einem militärischen Dahinrobben ist ein flinkes Krabbeln geworden, dass aber zügig unterbrochen wird sobald man sich irgendwo festhalten kann um zu laufen. Schätze mal, dass die junge Dame in überschaubarer Zeit aufrecht geht. Momentan siehts noch ein bisschen so aus wie ein Feiernder bei 3,0% Blutalkohol – und wenn ich sie in 15 Jahren mit der Gangart erwische ist ernsthaft Theater….
Nein, sie rezitiert noch nicht Rilke. Dafür süppelt sie seit Wochen aus einem Strohalmbecher ihr Wässerchen, winkt, klatscht und neuerdings jammt sie nicht nur zu Bob Marley. Nein, Frederik Vahle wurde entdeckt und Bob der Baumeister. Letzterer ist wenigstens noch ein Stück weit rockig :o ) (…)
Seit gestern bekommt sie auch keinen Abendbrei mehr. Madame will ordentliches Futter auf die 5 Zähnchen. Brot zum Beispiel. Mit Eisbein drauf. Oder Knoblauchsalami. Oder Schinkenspeck. Dazu gibts wie immer ein Wässerchen – und seit neuestem testen wir Kuhmilch. Sehr unkompliziertes Persönchen. Futtert sogar Schafskäse. Bei Gurke kriegt sie das buchstäbliche Kotzen. Dann würgt sie wie ein Graureiher. Ich würde bei einem Büschel Katzenhaaren würgen – aber da spuckt sie allenfalls. Manchmal stehe ich vor einem Babyzubehörregal und wundere mich. Madame hat irgendwann Aptamil 1 bekommen. Das Zeug säuft sie seitdem. Heute bekommt sie morgens noch ne Pulle (MAM mit nem 1er Sauger) und damit hat sich es schon. Man gibt Brei aus Flaschen? Den hat sie immer vom Löffel genommen. Saft kennt/mag sie nicht. Alle Angebote der Industrie perlen an uns ab wie an einem Lotusblütenblatt. Madame süppelt hiesiges (extrem gutes) Kraneberger oder auch n Volvic. Sie liebt Sprudelwasser und ungesüßte Dinkelkekse. Klar mag sie auch Marmelade – aber derartiges gibts bei den Omas. Nun verlassen wir bereits unser schmales Babyequipment und tingeln in die Kleinkindphase. Das ging ganz schön fix. Irgendwie ein Stück weit traurig – irgendwie ein Stück weit gut. Krass.
Am WE düsen wir in unseren ersten gemeinsamen Urlaub. Ans Meer. Schön weit hoch in Richtung dänische Grenze. Der erste Eimer mit Schüppe steht bereit. Wir werden unterwegs einen Kindersitz kaufen. Madame findet die Schale nämlich richtig ätzend. Und wer Salamibrote futtert, der sollte auch aufrecht sitzen dürfen. Dann ist das fast vorbei mit dem Babystatus.

So, höre gerade ein leichtes Nurcheln. Die junge Dame möchte vermutlich den Vormittagsschlaf beenden. Sie knackt nachts zwar durch, aber 6°°Uhr ist so früh, da legt sie gern noch ein Mützchen Schlaf nach. Sie wird dann die Stereoanlage entern, Musik einfordern, ein bisschen Jammen und mich frühzeitig daran erinnern, dass Mittach was ordentlches auf das halbe Dutzend Zähnchen muss. Dann gibts Kartoffeln (2 Stück), Möhren (2-3 Stück), Bio-Rind (20g). Gedünstet & grob zerdrückt.
Madame möchte kauen.
Gut so!

T.

Update.

Montag, 31 Oktober 2011

Wir sind beschäftigt. Keine Ahnung was wir sonst so mit unserer Zeit angestellt haben – aber großartig sinnvoll war es wohl nicht. Kommt zumindest mir so vor. Nun, wir drehen die meiste Zeit am Rad. Glückselig sind jene bei denen mindestens ein Elternteil ständig zuhause weilt und sich voll und ganz aufs Kind einstellt. Wir haben natürlich wieder mal den Umweg genommen. Beide arbeiten weiter und teilen sich den Dienst am Kind. Auch schön. Stresst aber ordentlich, denn die Tante muss jeden Tag einmal die werte Patientenschaft beglücken – und sei es nur kurz. Zwei Großmütter samt zugehöriger Großväter wollen was vom Kind sehen und ab und an taucht zudem die buckelige Verwandschaft auf. Können uns also über Langeweile nicht beklagen. Im Gegenteil, die wirklich gute “endlich haben wir Drei Zeit für uns allein” – Zeit ist wirklich rar. Dementsprechend geizig sind wir damit.

Der ein- oder die Andere hat sich vorgestellt, dass wir jetzt mal öfter Zeit für Kaffeeklätsche und Getöse haben – schließlich ist immer einer zuhause – aber Pustekuchen….

Madam gedeiht prächtig. Wächst wie Unkraut, wird jeden Tag hübscher und alle 24 Std. kommt ein neuer Ton raus. Neben dem Gebrabbel arbeitet sie gerade am hohen C. Nix um Papas Laune zu erhellen. Meistens flattert mein Trommelfell. DAS haben selbst ein paar Jahre Techno nicht geschafft. Sie schläft ziemlich gut. Irgendwie haben wir das Gefühl dass alles das was uns an Schlaf fehlt, schnurstracks in ihren Schlaf wandert, welcher dann ein bisschen tiefer und erholsamer wird, während wir latent vor uns hinaltern. Könnte man so meinen. Madam pflegt nämlich einen ausgeprägten Appettit. Seit kurzem Abends ein Brei (ICH bin ihr größter Feind in Sachen Brei, denn ich liebe bis heute Breigerichte), des Nachts (sie gibt einen Furz auf Winterzeit) ein Brüstchen von Mama, morgens in der Herrgottsfrüh noch ein Brüstchen, das zweite Frühstück zur normalen Zeit, dann das Dritte, dann (Hurra) ein Breichen von Herrn Hipp (nein, wir kochen keinen Brei – auch wir haben Grenzen), Nachmittags ne Pulle und abends wieder besagten Brei.
Unsere Waschmaschine dreht am Limit, wir fahren seit neuestem einen viertürigen Kombi (so spritzig wie ein Pfund Mehl) und wir sind permanent vollgesabbert oder angekotzt. Mit meist gesäuerter Milch. Wir entern jeden Laden mit Kind(erwagen) und ich übe mich daran jene Lieder auswendig zu lernen die ich nie singen wollte – denn ich fand meinen Gesang nie gut. Madame liebt ihn anscheinend. Ebenso wie den Sound einer weichen Akkustikklampfe. So lerne ich brav die alten Weisen wie Stairway to heaven, Wish you were here oder Banks of the Ohio um Madame etwas vorsingen zu können. Die Omas singen die Kinderlieder – da kümmere ich mich doch gern um musikalisches Rüstzeug. Wer weiß, vielleicht will Madame demnächst ein Schlagzeug haben? Oder einen Marshall-Amp? Toll!
Da ist “alle meine Entchen” zwar gut, aber “Jammin” von Bob Marley ist einfach besser…

Der ein oder andere Azoospermatiker fragt sich vielleicht, ob es mir nun völlig egal ist, dass Madame von irgendwem ist.

Manchmal, vorzugsweise dann wenn die buckelige Verwandschaft oder die unsensible Bekanntschaft wieder mit Kommentaren wie “ohhhhhhhhhhhhh…..ganz der Opa, ganz die Mama” oder jene verlogenen Vollhirsche die dann “ohhhhhhhhhhhh, ganz der Papa….” zum Besten geben. Ganz im Ernst? Dann bin ich ein bisschen traurig. Dann finde ich alles Scheiße.
Ich würde nichts anders und alles wieder genauso machen, aber ich bin dann halt ein bissel depri.
Allerdings nur bis zu dem Augenblick, wo mich dieser kleine Fratz anblinzelt. Ein fettes Lächeln aufzieht um mir zu sagen, dass er sich für den genetischen Zusammenhang einen Scheiß interessiert, dass Papa wieder Lächeln soll und bitte für Amüsement sorgt. Schließlich will die Welt entdeckt werden und Papas haben da gefälligst zu funktionieren.
Ich würde – und so Gott will werde – alles nochmal machen wollen. Madame soll kein Einzelkind bleiben. Babys sind toll. Allein deshalb weil sie so sind wie Sie sind. Ich empfehle daher jedem Leidensgenossen dringend sich das Weibchen des Vetrauens zu greifen und zur nächsten Saftbar zu pilgern um den Vogel dann endlich abzuschießen!!!

T.

Hey, Mrs. Robinson

Montag, 11 Juli 2011

Seltsame Sache das. Vorher bin ich gerne Zweitürer gefahren. Nicht dass ich ein Auto jemals danach gewählt hätte. Mir reichte es immer dass eine Periode Tüv am Schild klebt und dass das Gefährt den Eindruck erweckte, noch eine weitere Periode bestehen zu können. Schlussendlich waren es dann aber doch Zweitürer.
Völlig unpraktische Autos, wie ich nun weiß. Einen MaxiCosi auf die Rückbank zu fädeln ist bei einem Neugeborenen schon desaströs. Man stelle sich vor der Schröchel nimmt zu und wird zappelig – au backe…
Vom in der Regel unpraktischen Kofferaum mal abgesehen.
Heute hat es derjenige gut, der den “anderen” Wagen fährt. Den ohne Kind. Dort kann man dann das machen, das aus Gründen tiefer Vernunft gerade etwas zu kurz kommt: Musik hören. Laut. ZB. Rage against the Machine. Das müssen Babys nicht gut finden. Deshalb sollten die “guten audiophilen Sachen” immer im anderen Auto sein.
Einem Zweitürer. Natürlich.
Die Madame mag Bob Marley. Und Simon & Garfunkel. Nicht das Schlechteste wenn man ins Leben startet. Es könnte ja auch Hansi Hinterseer sein. Das wäre dann echt blöd. Zum einen weil ich dann verzweifelt wäre – zum anderen habe ich nix vom Hinterseer – da könnte das Kind lange quengeln. Schlummern tut sie auch bei Santana. Selbstredend hat Papa die ganzen ollen Vinylplatten nach vorn geräumt und freut sich diebisch, wenn Madame bei Black Magic Woman wegratzt.

Der ein oder andere Beobachter ist Hin und Weg, beim Anblick von Madame. Ganz der Papa, ganz die Mama. Jaja. Von unten gesehen ganz der Papa – sagt die Amme. Hoffen wir, dass das Kind von vorne eher aussieht wie Mama. Ist für Mädels dann doch irgendwie besser, glaube ich. Mademe findet mich auf jeden Fall ziemlich cool. Glaube ich. Sie sagt das noch nicht. Aber ich denke das ist so. Zumindest finde ich sie ziemlich cool. Nicht nur weil Madame den Marley mag – natürlich steht MEINE Tochter auf Bob Marley – auch weil Sie einfach ziemlich schnuckelig ist.
Gab es ein Leben vor Madame?
Ja. Gab es. Angeblich. Ich habe allerdings keinen blassen Schimmer, was wir mit unserer ganzen Zeit so angefangen haben…
Manch einfühlsamer Zeitgenosse ist dazu der Meinung, wir hätten das eh schon viel früher machen sollen. Da stehe ich neulich im Straßenverkehrsamt und es taucht jemand aus meinem alten Dorf auf. Kurzes Palaver. Er will ein Mopped anmelden (die Kinder sind größer – man hat wieder Zeit), ich dagegen einen Kombi – mitsamt 4 Türen (selbstredend). Ich sage wie immer mein Sprüchlein auf: “Der liebe Gott hatte was dagegen, deshalb ist Madame erst jetzt geboren.”
Funktioniert fast immer.
Fast, denn “wenn die Tante und ich mal eher angefangen hätten, dann könnten wir jetzt auch ruhiger werden.
Und das Leben genießen.”

Arschloch. Manche sind einfach merkbefreit.

Allerdings genießen wir es gerade tatsächlich. Wenn Madame die Windel vollkackt, ungefähr eine Sekunde nachdem ich die Neue angeschnallt habe, dann ist der Genuss etwas reduziert. Die zweite Ladung (nachdem Windel Nr2 gerade in die Tonne segelt) dann auf dem Wickeltisch zu platzieren kostet Nerven. Wenn das Balg dann allerdings so selig grinst wie ich nach einem guten Steak…..wer könnte da böse sein?

Vor nicht allzulanger Zeit, haben mich so Äußerungen wie “Huch, du siehst dem Papa aber ähnlich” noch zum Verzweifeln gebracht. Das Kind KANN mir gar nicht ähnlich sehen. Wie blind muss man sein, repektive wie behämmert. Mittlerweile ist mir das total Hupe, denn der Schröchel ist einfach vom Feinsten geraten. Außerdem ist ein gütig gebrummeltes “so Gott will” immer gut um dahinschmelzende Erkenntnissucher etwas abzuwürgen. Demnächst wird da eh ein Riegel vorgeschoben. Ein Tuch um es genau zu sagen, denn die Dame von der Trageberatung war da. Wir haben unter Anleitung gelernt ein Kind in ein Tragetuch zu schnallen. Erst das mitgebrachte Plastikkind und danach Madame.
Toll. Ich persönlich fand es ja etwas fest, aber die Tragedame und Madame hatten keine Einwände. Letztere ist selig weggepennt und hätte die Tante das Probiertuch nicht zurückhaben wollen, Madame wäre dort festgewachsen.
Wer zukünftig also was von Madame will, der muss nah ran.
An die Tante Heinz oder an den Bauch von T. und das kann man direkt vergessen, denn mein Bauch zählt zu den Kronjuwelen! Mann kann das Kind schön verstecken und “by the way” eine Schmatzer auf der Stirn parken – während man frühzeitig erklärt warum Tomaten aus Deutschland denen aus Holland vorzuziehen sind. Das kann man nicht früh genug lernen.

Ich finde das Tuch daher jetzt schon toll…

Im Übrigen haben wir reserviert. Sacksuppe. In Essen. Für ein evtl. Geschwisterchen. Allein aufzuwachsen ist nicht gut. Und später ist es gut wenn noch jemand da ist. Als Familie. Madame bekommt zwar einen Haufen Cousins und sogar eine Cousine. Aber das ist nicht das gleiche wie ein Geschwisterchen. Keine Ahnung ob das klappt. Und auch nicht wann wir wieder durchstarten. Aber bevor wir zu alt werden….

Schließlich müssen wir irgendwann ein Mopped anmelden.
Hörte, dass das so Mode ist gerade unter Eltern, die Richtung Abstellgleis taumeln…

T.

Holla die Waldfee.

Montag, 4 Juli 2011

So ‘ne Geburt ist schon ein ganz schön dickes Ding. Das Frollein hatte jedoch ein Nachsehen mit mir und ist nicht so groß geraten, wie ich aufgrund meiner eigenen körperlichen Konstitution befürchtet hatte.

Was soll ich sagen – T. hat es ja  dankenswerterweise bereits grob umrissen. Aus dem Plan “Wir fahren gemütlich ins Krankenhaus und spielen zwischen den Wehen noch eine Partie Backgammon” (..hatte mir tags zuvor extra noch ein Reise-Exemplar besorgt.. ) ist nichts geworden.

Gegen 18 Uhr war mir komisch, gegen 19 Uhr wurde mir noch komischer und um 20 Uhr haben wir beschlossen, die Hebamme zu fragen, ob das eventuell Wehen sein könnten. Ich bin noch schön die Treppen zum dritten Stock hochgestapft, weil ich dem Aufzug nicht traute und fläzte mich bis zu ihrer Ankunft auf den Treppenstufen vor dem Geburtshaus. Um halb neun stimmte sie unserer Vermutung bezüglich Wehen zu und wir stimmten unsererseits ihr zu, dass die Autofahrt mit Wehen alle vier Minuten und ‘nem Muttermund von 7 cm vielleicht doch etwas gewagt sein könnte. Sie bot uns zwar Geleitschutz an,  schließlich war sie eh als Beleghebamme eingeplant, aber irgendwie hatte ich plötzlich keine Lust mehr auf Autofahren.

Stattdessen bin ich von einer Seite des Geburtshausflurs zur anderen gelaufen und habe zwischendurch auf der Fensterbank wehenveratmend auf’s Städtchen geschaut. T. hat während des CTGs noch ein Aufklärungsbuch gelesen und sich auf den neuesten Stand gebracht, um mich danach bestens zu betreuen.

Ich habe der Hebamme nach einer Stunde und fast vollständig geöffnetem Muttermund mitgeteilt, dass ich gar nicht weiß, was die Frauen immer haben. Wenn das so weiterginge, wäre eine Geburt ja nun wirklich Easy Going. Daraufhin sagte sie nichts – was bei ihr sehr selten passiert und mich daher schwer verwirrte.

Habe mich dann auf’s Gebärbett begeben und ab diesem Zeitpunkt jedes großkotzige Wort bereut. T. saß neben meinem Kopf und überließ mir seinen Arm, den ich erstens vollschwitzte und zweitens jeglicher Blutzufuhr  beraubte.

Hatte ich mich beim Geburtsvorbereitungskursübungen noch über den Feldwebelton meiner Hebamme gewundert, habe ich den während der Geburt wirklich gut gebrauchen können, denn sonst ist an Worten nicht viel bei mir angekommen. So’n Vorbereitungskurs ist schon eine sehr nützliche Geschichte. Das habe ich aber auch erst während der Geburt bemerkt.

Die zweite Hebamme, die zwischen zwei Presswehen mit einem fröhlichen Hallo ganz in Rot (…Augen auf bei der Kleiderwahl, T. hatte ein weißes Hemd an… ) in den Raum schwebte, habe ich erst nach der Geburt begrüßt. (Sie fragte mich ernsthaft, ob sie mir die Plazenta einpacken soll und war ganz pikiert, als ich ihr eine Absage erteilte. )

Was soll ich sagen… Mannomann. War das anstrengend. Was Stimmbänder so aushalten, ist echt beachtlich.

Das Frollein hatte die Nabelschnur in einem kunstvollen Arrangement um Hals und Schulter drapiert, weswegen sie etwas verquer auf die Welt gekommen ist und mich untenrum temporär ein wenig verunstaltet hat. Das ist jedoch sofort repariert worden, während T. und die Lady in Red die U1 durchgeführt haben. Und weil die die volle Punktzahl ergab, verließen uns die Damen dankenswerterweise und wir haben eine geschlagene Stunde mit dem Frollein auf dem Bett gelegen und uns in Glückseligkeit gesuhlt.

Ich hatte danach ein bisschen Kreislauf, so dass wir erst um 3:00 nach Hause fahren konnten. Dort haben wir uns ins Bett gelegt, das Frollein zwischen uns genommen und haben weitergemacht im Text. Glückseligkeit undsoweiter.

Das kleine Wundermädchen und ich hatten am Anfang noch ein bisschen Probleme mit dem Stillen, aber Frau Feldwebel kam bis vor kurzem täglich und mittlerweile fluppt das Trinken wie am Schnürchen.

Ich sachma so: Alles töfte bis jetzt. Ich kann wieder sitzen und gerade gehen, und die Heul- und Schluchzzeit habe ich auch überwunden.

Fast jedenfalls. Wenn ich mir T. und das Frollein anschaue, wie sie zusammen auf dem Sofa lümmeln und sich ansehen, dann fange ich direkt wieder an. Weiß nicht, ob das jemals aufhört. Muss es eigentlich auch nicht.

Jetzt gerade sind die beiden ‘ne Runde spazieren. Und ich stehe am Fenster und sehe ihnen nach, wie sie um die Ecke verschwinden und denke: Was für ein prima Team die beiden sind. Und verdrücke wieder ein paar Tränchen.

Herrje, was ist das alles schön.

Update, Tante Heinz einspunkteins

Freitag, 10 Juni 2011

Ich verbrenne mein Studio, schnupfe die Asche wie Koks.
Ich erschlag’ meinen Goldfisch, vergrab ihn im Hof.
Ich jag meine Bude hoch, alles was ich hab lass ich los. ( Eh… )
Mein altes Leben, schmeckt wie ‘n labriger Toast.
Brat mir ein Prachtsteak, TH kocht jetzt feinstes Fleisch.
Wir sind das Update, Tante Heinz 1.1

( … )

So. Neuigkeiten.
Vorab: Wir hatten – nein wir haben – eine sogenannte Schreibblockade. Ihr wisst schon, man schreibt, zerknüllt und wirft in den Ofen. Oder man schreibt und markiert und löscht. Man tippt wie ein Bekloppter auf den Tasten rum aber das was man dann lesen kann klingt so behämmert, dass man das nicht veröffentlichen kann. Nicht darf.

Was war passiert? Wir waren schwanger. Nach ziemlich langem rumgehechel durch Arztpraxen, Labore und den alltäglichen Wahnsinn hat uns ein nach unserem Gusto tickendes Kiwuzentrum ins Nirvana der Kinderlosen katapultiert. Bei diesem Erlebnis hat es uns glatt die Sprache verschlagen. Den Witz geraubt.
Keinen mehr auf den wir unsere Wut kanalisieren können, keiner mehr den wir scheiße finden. Nur noch Friede, Freude, Eierkuchen.
Wenn man sowas nicht gewöhnt ist…

Heute ist allerdings ein besonderer Tag. Tag 1 in einer neuen Zeitrechnung. Tag 1 wo wir das unser eigen nennen dürfen, dass für uns eigentlich gar nicht vorgesehen war im großen Plan.
Tag 1 mit Madame.
Hat Tante Heinz am Donnerstag Nachmittag noch getönt dass alles tippitoppi sei, kam T. von der Arbeit – so um 18:00 Uhr – und gar nix war tippitoppi. Die Tante hatte Wehen. So ab 20:00 Unhr dann bereits im 4 Minuten-Takt. 20:30 Uhr waren wir bei der Hebamme unseres Vertrauens ( Erstgebärende? Wir machen ers’ma ‘n CTG… ) und um ca. 20:40 Uhr stand fest: Wenn ins gewählte KH dann jetzt. Und schnell. ziemlich schnell. TH wird alle 4 Minuten Wehen haben.
35 Km Pampa mit ner wehenden Tante, 70jährigen B-Klasse-Fahrern, Touristen und autobahnmeidende Brummis?
Tante wollte nicht. Ich wollte auch nicht und so gab es ein 2½ stündige Blitzgeburt im Geburtshaus unter der fachkundigen Anleitung von zwei erfahrenen Hebammen, die bis zum kritischen Augenblick über den alltäglichen Wahn ihrer alternden Männer philosophiert haben. Als es dann ernst wurde habe ich zwei Menschen erlebt, deren fachkundige Kompetenz jeden Arzt in die Flucht schlagen würde – hätte der nicht mehr Rechte nur weil er Arzt ist.
Kurz: Wir waren in den allerbesten Händen!
Um 3:00 Uhr nachts habe ich die Tante samt Madame eingesammelt und ins heimische Bett verfrachtet.

In diesem selbigem Moment bekommt Madame gerade ein Portiönchen Brust und ansonsten kackt sie sich gerade frei. Die ersten Schisserken stinken nicht? Gelogen. Aber glatt! Sie hat die ersten 24 Stunden ihres Lebens verpennt. Sie ist extrem schnuckelig und um etwaigen Teilnehmern jedweder Samenspendendiskussionen eines mitzuteilen:

Dieses Kind ist meine Tochter. Nicht biologisch aber ansonsten zu 100%. Ich habe kein Problem damit über Samenspenden und unserer Geschichte zu sprechen. Ich gehe damit nicht hausieren und diese Geschichte ist nicht mein Lebensinhalt, aber sie ist Teil von mir und von uns. Madame ist das Ergebnis einer Samenspende? Stimmt!

Und Madame ist meine Tochter.
Punkt.

Und ein eventuelles Geschwisterchen? Müsste mit dem Deibel zugehen, könnte das biologisch von mir sein. Aber ansonsten wird auch das eventuelle Geschwisterchen mein Kind sein. Wo auch immer die Fischies herkommen.

Für die Statistiker:

Madame war bei Ihrer Geburt 53cm lang, sie wog 3.700 und ein paar gedrückte Gramm, Ihr Köpfchen hat einen d mal Pi von 36cm und bislang sieht alles absolut komplett aus. Nächste Woche darf sich ein Kinderarzt das kleine Wunder ansehen und dann sehen wir weiter.

T.

So.

Donnerstag, 9 Juni 2011

Gestern war errechneter Termin, allerdings ohne uns. Wir hatten andere Dinge zu tun. Staubsaugen und Blumen gießen zum Beispiel.

Die Hebamme hatte mir das schon Anfang der Woche prophezeit. Anscheinend sind ihre Prophezeiungen realistischer als die des Herrn Gynäkologen, denn der hat in das aufgeschnittene Wildschwein geschaut (…Asterix. Passte gerade so gut.. ) und sagt mir schon seit sechs Wochen eine Frühgeburt voraus.

Während am Montag noch recht hübsche Wehen auf dem CTG zu sehen waren, haben die sich gestern nicht mehr blicken lassen. Wäre ich Wehe, ich hätte mich auch verdünnisiert bei den vielen klugen Kommentaren, die mir zur Zeit mitgegeben werden.

Fenster putzen. Treppen steigen. Viel bewegen, Tante Heinz. Ausruhen, sonst kommen keine Wehen. Der Bauch hat sich gesenkt. Nein, der ist höher gewandert. ‘Rauskommen tun sie alle. Ist das Kind nicht ein bisschen klein? Mein Bauch war viel größer. In M. ist so eine ganz lange Kopfsteinpflasterstraße, da müsst ihr ‘rüberfahren, danach kamen bei meiner Frau auch die Wehen.

Ich weiß gar nicht, was die alle haben. Mir geht’s echt gut. Ich weiß, dass ich da echtes Glück habe. Aber schon zwei Wochen vor dem Termin Tipps zur Beschleunigung mit auf den Weg zu bekommen – irgendwie sind hier alle bekloppt.

Lediglich unsere Familien sind erstaunlich ruhig. Zumindest äußerlich. Aber sie ersparen mir “IchhabedasallesschondurchundweißBescheid-Ratschläge”… Das treibt mir die Galle hoch.

Und ich befürchte, wenn das Kindchen da ist, wird das nicht besser.

Ich übe mich in Geduld und habe gleichzeitig noch so viele Dinge auf dem Zettel, die ich nun wider Erwarten doch noch erledigen kann, dass mir das hier eigentlich ganz gut passt.

Wird’s eben ein Pfingstmädchen. Erst kommt der heilige Geist und dann die Madame. So gefällt mir das.

Hier…

Mittwoch, 25 Mai 2011

…. der eingeforderte “Piep”.

Uns geht es wirklich, wirklich gut! Frau Bauchhäschen ebenfalls und scheinbar kommt sie in den nächsten zwei Wochen irgendwann ‘raus..

Wir geben Meldung!

Aber wir haben gerade gar keinen Schreib-Elan.  Weder ich noch Sir T.

(So’n bisschen Mutterschutz für Selbständige, das wäre noch ein echtes Geschenk, da käme ich wahrscheinlich sogar manchmal dazu, hier ein bisschen zu philosophieren. Allerdings will ich wirklich nicht jammern. )

Wir sind  immer noch aus dem Häuschen, aufgeregt, gespannt und glücklich.

Einen dicken Gruß an alle, die sich Sorgen um uns gemacht haben.

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Und an alle anderen, die hier eine Informations- und Diskussionspflicht über Samenspende und deren Folgen einfordern: Genau das gibt es in diesem Blog nicht. Gab es nie. Wird es auch nicht geben. Und zwar nicht deswegen, weil wir nun ein Kind bekommen und es nicht mehr nötig haben. (!!!)

Sondern weil es dafür gottseidank andere Plattformen gibt.

Der Professor, das Myom und die Kröte

Samstag, 19 Februar 2011

Moin.
Wir haben mal wieder eine weite Reise unternommen. Weit – für so Landeier wie uns. Allerdings haben wir aufgerüstet. Navigationstechnisch. Nachdem uns ein “wirwünschensechswochendünschissundnichteinstückpapier”-Idiot unser altes Navi geklaut hat. Nun haben wir ein Gutes von Falk. Mit Blitzerwarner und so. Und da kann selbst eine Orientierungsleiche wie ich fahren wie ein paralysierter Althippie:

Man kommt immer ans Ziel!

Also sind wir gefahren. Nach Frankfurt. In die Uniklinik. Mitten rein. Weil unser Lieblingsgynäkologe meinte das dort ein Professor wuseln würde, der quasi aus Gebärmüttern “lesen” könne. (erinnert irgendwie an Asterix & der Seher, oder?) Der Termin beim Professor kam dann über Nacht (…der hat nur Mittags Zeit… ) und so haben wir etwas Freizeit “aus dem Ärmel geschüttelt” und sind urplötzlich losgezuckelt. Die Uniklinik in Frankfurt ist mitten in der City. Landeier wie uns erkennt man daran, dass wir immer nach oben sehen. Weil alles so schön hoch ist. Tante hat mir daher ganz entspannt die vielen verschiedenen (aber größtenteils völlig unbekannten) Banken vorgelesen und ich habe devot & grundhörig jede Anweisung meines Navigators befolgt.

Wir sind quasi durch die City geschwebt und waren sehr geschwind am Ziel, hatten erstaunlicherweise ebenso geschwind einen Parkplatz und waren erstaunt wie einst in Hamburg, wie groß so eine Uniklinik doch sein kann. Nach einem kurzen Fußweg waren wir dann in der Höhle des Löwen. Etwas unentspannt, aber irgendwie doch seltsam gelassen. Ich muss sagen, die sind nett dort. Ich hätte mehr Stress erwartet. Aber die gynäkologische Abteilung war so “grundgelassen”, dass ich mir schon Sorgen gemacht habe, dass die dort kollektiv komische Sachen aus dem Arzneischrank einnehmen….
Nach einer sehr überschaubaren Wartezeit nahm uns dann ein Oberarzt in Empfang, der bei Tante eigentlich einen Tumor erwartet hatte und uns ruhig und angenehm durch den Schreibkram lotste. Dann startete der ichweißgarnichtwievielte Ultraschall und das kleine Etwas wurde nach allen Regeln der Kunst beschallt und vermessen. Länge, Breite, Höhe, Gewicht, Haarfarbe…..(ein Witz am Rande), Herz, die Kammern desselben, Durchblutung und und und…
Und das Geschlecht wurde uns dann auch serviert. Er hat natürlich vorher nachgefragt, ob wir das wissen wollten. Wollten wir. Nun wissen wir es mit der an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit die so ein hochmodernes Ultraschall mal so bietet:

Den Namen Hugo kann ich wohl einstampfen. Die kleine Kröte wird ein Mädchen!! Und das passiert mir. Wo ich Rosa für einen Zustand, aber nicht für eine Farbe halte. Mit einer Patentante in spe, die Mützen mit Öhrchen kaufen will….

Zurück zum US. Die Plazenta wurde auch gescannt und nach einiger Zeit wurde der Grund des Besuchs dann auch entdeckt. Wir bekamen noch eine Pause, der Oberarzt die CD mit den Bildern vom MRT und nach ein paar Minuten kam dann der Professor dazu. Sind Professoren eigentlich immer so nett? Gibt es diese im TV dargestellten knütterigen Eigenbrötler am Ende gar nicht? Dieser hier war auf jeden Fall die Ruhe in Person, ausgesprochen mitteilsam und wir hatten fast das Gefühl einer kleinen Unterichtsstunde in Sachen Plazenta beiwohnen zu dürfen. Anschaulich wurde uns erklärt wie so eine Plazenta funktioniert, dass es kindliches Gewebe ebenso gibt wie das der Mutter, dass so eine Plazenta eigentlich aufgebaut ist wie ein Partybrötchen (mal exzessiv vereinfacht beschrieben) und dass das was die Ärzte bei Tante so aufgeschreckt hat nur dem Übereifer von Tantes Gewebe zuzuschreiben ist und mitnichten ein Grund zur Beunruhigung.

Am Ende haben wir noch mit dem Professor ein paar Witze gerissen und sind dann ziemlich zufrieden aus der Klinik getrottet.

Als Fazit:
Tante Heinz geht es gut
Tantes Plazenta ist ein emsiges Gewebe, aber gut beisammen
und:
Uns geht es gut.
Kein Riss.
Kein Myom.
Dafür eine kleine Kröte.

Sensationell!

T.

So.

Dienstag, 8 Februar 2011

….mal wieder Meldung machen, bevor mit hier die Tür eingerannt wird.

Alles töfte, kann man mal sagen.

24. Woche. Geschlecht weiterhin unbekannt und meinetwegen darf das auch so bleiben.

Der Bauch wächst, der Hase klopft zuverlässig von innen an und mag T.’s warme Pfoten lieber als meine.

Gestern Geburtsvorbereitungskurs besucht. Wir sind zu dritt, das nenne ich mal Intensivbetreuung. Ich bin die älteste, dafür aber die mit dem kleinsten Bauch und die einzige, die zwischendurch nicht aufs Klo gerannt ist. Die Hebamme meiner Wahl ist ebenfalls die älteste der Umgebung und ich glaube, dass sie mir interessantere Dinge zu erzählen hat als die Konkurrenz, die sich alterstechnisch irgendwo in den 20ern befindet.

Scheinbar laufen die Mitschwangeren aber gerade alle dorthin – keine Ahnung, was da besser ist. Vielleicht gibt’s da Bütterchen und Jogi-Tee und ‘ne Duftlampe auf der Fensterbank. Oder es gibt hier gerade einfach keine Schwangeren. (Oh mein Gott. Wen soll das Kind mal heiraten?)

Da ich aber die Frau der knallharten Fakten bin und ich glaube, dass T. mit der alten erfahrenen Landhebamme besser klarkommen wird (…in zwei Wochen darf er mit, er ist hocherfreut… ) habe ich mir gestern einen selbstgestrickten Muttermund angesehen und gelernt, was eigentlich eine Verkürzung desselbigen bedeutet.

Toll.

Vorsorgeuntersuchungstechnisch haben wir gerade die Wahl zwischen einem Myom in der Gebärmutter, dass allerdings so praktisch sitzt, dass es einer normalen Geburt nicht im Wege stehen wird, oder einer gespaltenen Plazenta. Das Ergebnis werde ich am Donnerstag erfahren, denn im US war das von zwei Ärzten nicht zu eruieren, so dass ich einen kleinen Ausflug ins MRT machen durfte. Man gönnt sich ja sonst nichts.

So wie ich das verstanden habe, wäre die gespaltene Plazenta nicht ganz so schick, denn nach der Geburt dürfte ich gleich ausschabungstechnisch vom Plazentarest befreit werden, der sich gemeinhin nicht von alleine löst.

Soviel dazu. Ich bin für das Myom. Allerdings kann das Kindchen in der Zeit meiner Narkose ja ein bisschen mit dem Vater schäkern.

Ich arbeite fröhlich weiter und bin gespannt, wie lange ich das noch so lustig hüpfend schaffen werde. Die Mütter, die mich arbeitsbedingt besuchen, geben mir wöchentlich neue Prognosen, wie lange ich wohl noch durchhalte und übertreffen sich darin, mir auf Kassenkosten lustige Geburtsgeschichten zu erzählen.

Ich kann’s echt nicht mehr hören und letztendlich wird das Generve wahrscheinlich der Grund dafür sein, dass ich die Praxis nächste Woche für drei Jahre schließe und “Ätschibätschi” an die Tür schreibe.

Viele Grüße an Euch da draußen, ich schwinge meinen Leib jetzt in die Mittagspausensonne. Die Schneeglöckchen kommen schon aus der Erde, ich hoffe, die haben sich das gut überlegt.

Meine ersten eigenen Schneeglöckchen und dann sind die so lebensmüde… Haben die eine Chance, wenn es da nochmal richtig ‘draufschneit? Hat da jemand Ahnung von? Dann bitte Meldung an Tante Heinz…

Am Donnerstag…

Sonntag, 12 Dezember 2010

…. war es wieder soweit: Vorsorgeuntersuchung mit T.

Ich für meinen Teil musste nicht viel mehr machen als meinen Körper zur Verfügung zu stellen, den Rest erledigten die Herren.  Also T. und der Herr Doc, der zu Höchstformen aufläuft, sobald er sein High-End-Ultraschallgerät auf schwangere Bäuche drücken darf. Hier ein Knöpfchen und dort ein Schalterchen und schwuppdiwupp sieht man alle möglichen Dinge, die sich mir leider nicht erschlossen.

T. hat große Ohren erkannt – es muss definitiv ein Mädchen werden, damit es diese mit den Haaren verstecken kann, wie ich es schon seit Jahrzehnten tue… Als Junge ist man mit dieser Ohrform wirklich verraten und verkauft. (Mein Vater sagte nach meiner Geburt, ich hätte Ähnlichkeit mit Dr. Spock. Er war schon immer sehr charmant.)

Ich selbst habe trotz doppelter Bildschirmausführung wenig gesehen – T. hat sich vorgedrängelt, aber das darf er herzlich gerne, denn ich bin immer nur froh, wenn das Herz schlägt. Dann brauche ich nicht viel mehr zu sehen und der Herr Vater hat in unserem Fall eindeutig Vorrang.

Zwischendurch haben wir noch eine 3D-Impression bekommen, die vom Arzt als “noch nicht so schön” bezeichnet wurde. Ich persönlich fand sie ganz putzig und überaus muckelig. Mit Maßen und anderen unnötigen Angaben hält sich der Herr Doktor nicht auf, bzw. er teilt sie uns nicht mit – er hat stattdessen die Kniescheibe gefunden, das fanden die beiden Herren viel spannender.

In zwei Wochen müssen wir wieder hin, denn danach ist mal wieder Urlaub angesagt für den Herrn Gynäkologen.

So. Nun der Bauch.

Morgens ist er noch nicht so recht vorhanden. Ab dem frühen Nachmittag nimmt er fast bedrohliche Ausmaße an, die mich dazu zwangen, einschlägige Geschäfte aufzusuchen, um im Winter einigermaßen vernünftig gekleidet durch die Gegend rennen zu können.

H und M. Mein Lieblingsladen. *örks*

Besser noch: H und M Offenbach.

Noch besser: H und M Offenbach, Problemviertel, Samstag nachmittag.

Gekrönt von: H und M Offenbach, Problemviertel, Samstag nachmittag, T. hat Rückenschmerzen.

Umkleidekabinen voll. Lange Schlange. Das kann ich ja schon mal ganz gut haben. Ich wich auf die Männeretage aus, die zwar auch voll war, aber noch eine Kabine vor Kopf  für mich bereithielt, die ich gleich für die nächste Stunde belegte. Schließlich hatte ich nur die befohlenen drei Teile dabei, dafür aber eine Schwester, die fleißig von einer Etage in die andere lief, um passenden Nachschub zu besorgen, damit ich während meiner Schwangerschaft “nicht in Lumpen herumlaufen muss”.

Immer wenn ich die Kabinentür öffnete, sah ich erst T.s schmerzverzerrtes Gesicht und dahinter gefühlte 100 wartende türkische Jungmänner, die erstens nicht verstanden, warum sich eine Frau bei Ihnen eingeschlichen hatte und zweitens, warum sie sich wie eine Presswurst in die ihr dargebotenen Jeanshosen zwängen musste.

Merkt Euch eins, Ihr lieben Damen da draußen: H&M hat keine Ahnung von gebärfreudigen Becken.

40 ist nicht 40, 42 ist nicht 42 und alles was darüber hinaus geht, macht echt schlechte Laune und treibt frau den Angstschweiß  ins Gesicht. Dies gilt allerdings nur für Jeans, denn was Oberteile und Röcke betrifft, ist M eher L und L eher XL.

Ich bin fündig geworden, werde das Größenetikett allerdings herausschneiden, um meine Psyche zu schonen.

Und demnächst setzen wir T. sofort auf einen der Massagesessel im Foyer, dann muss er nicht nochmal so furchtbar leiden.