14.10.08

Neues auf die Schnelle

geschrieben in Alltägliches um 1:32 vormittags von Gilly

Hier herrscht Krieg vom feinsten. Mein Noch-Ehemann tobt, schreit, schimpft, trotzt etc. Da fliegen Worte, die ich hie nicht wiederhole. Er macht mir Drohungen und das ist nicht mehr witzig. Bis jetzt dachte ich an eine friedliche Lösung und hin und wieder gab ich mir selbst die Schuld. Aber er entwickelt sich zum Albtraum.Schlafen geht kaum noch, essen geht auch nicht mehr gut … mog nimmer!

Positiv: Ich hab Schmetterlinge im Bauch. Und hab ein breites Netzwerk an Freunden, die helfen und auf mich acht geben.

Donnerstag ist Schlüsselübergabe und dann geht vorwärts. Scheidung ist inzwischen angerührt.

Kann nicht immer hier schreiben, weil ich bei meinem Freund kein Intenet habe. Wird eh die nächsten Wochen schwer, wegen dem Umzug.

02.10.08

Wie so vielen

geschrieben in Alltägliches um 3:02 nachmittags von Gilly

… gehts auch mir. Erst abmelden und dann wieder kommen. So ist das mit dem Tagebuchschreiben.

Erfreuliches  kann ich nicht viel berichten und überhaupt, was soll ich hier her schreiben?

Meine Wohnung sollte ich längst bezogen haben, nun bekomme ich die Schlüssel erst zum 16.10.

Knapp eine Woche vor geplantem Umzug bekam ich die Nachricht, dass die Wohnung bis dahin nicht fertig wird und sich das Ganze auf Mitte Oktober verschiebt. Zusätzlich hat sich die Miete dann um 50 Euro erhöht. Für mich ist das ein kleines Vermögen.

Ich muss für die Wohnung fast alles neu kaufen, weil ich meinem Mann den Krempel lasse. Ich kann das nicht, ich kann ihm einfach nicht die Bude leer räumen, das krieg ich nicht hin.

Mittlerweile bin ich entnervt von der Vorstellung, ein Bett kaufen zu müssen, denn egal, was ich anschaue, ich finde sie alle samt scheußlich.

Vor einigen Wochen ist ein lieber Klassenkamerad mit 33 in Düsseldorf auf offener Strasse tot zusammen gebrochen. Das hat mir sehr zu schaffen gemacht. Kurz darauf habe ich erfahren, dass die Mutti eines sehr guten Freundes gestorben ist, was mich auch sehr betroffen gemacht hat.

Zwischendrin diese Gefühlsschwankungen. Ich sehe, dass der, den ich nicht mehr will, sich geändert hat. Aber ich kann zwar vergeben, doch ist die Liebe weg. Übrig bleibt Mitleid, unendliches Mitleid und Trauer, weil ich weiß, wie sehr ich ihn verletze. Ich habe Angst, ich rede mir alles nur ein und bin nur zu verbohrt, um es nochmal zu probieren.

Mein Freund: Ich schau ihn an und weiß … Ich seh in diese graubraunen Augen und ertrinke, verlier mich. Er hält meine Hand und dieses Gefühl, wenn man sich die Hände drückt - liebevoll, zärtlich, fest, fordernd - Liebe … Ich drücke ihn, lasse ihn mich halten und will nicht, dass er mich je wieder los lässt. Es ist, als schaue ich in den Spiegel meiner Seele. Einer kennt den anderen, einer weiß und fühlt und denkt genau wie der andere, Verstehen wortlos. Einer ohne den anderen nur halb, einer tatsächlich die bessere Hälfte des anderen.

Ja, schön das. So ein unsichtbares und doch festes Band. Aber wie kompliziert auch. Indem jeder den anderen auswendig kennt, weil der andere ist, wie man selbst, weiß man auch, wo man ihn genau treffen kann. Und das schmerzt weitaus mehr. Und wenn einer anfängt zu trotzen, so trotzen beide. Es ist, als lebst du mit deinem Spiegelbild. Streichel es und es streichelt zurück, schlag es und es schlägt zurück. Nur beim Spiegelbild spürt man letztlich nichts, du siehst nur die Reaktion. In der Realität spürst du sie auch.

Der Junge. 16 isser geworden mein Riesenbaby. Wir mögen uns sehr gern, aber die Zeit hat gegen uns gespielt. Liebe ist noch da, doch fehlt die Grundlage zum Reden. Akzeptanz ist auch da. Nur setzt man uns allein in einen Raum, blicken wir verlegen zu Boden und suchen lange nach einem Gesprächsansatz. Ich habe keine Ahnung, wie ich das schaffen soll. Wie ist man Stiefmutter, wenn man nie eigene Kinder hatte und dann stehst du vor einem 16-jährigen lieben Jungen, der pupertiert? Papa verlangt, dass ich in Erziehungsfragen mitmische und reagiert genervt, wenn ich ihm nicht zustimme. Sohn schaut mich fragend an und überlegt, ob ich jetzt Konkurrenz bin, jemand der die Aufmerksamkeit von ihm lenkt und immer so weiter.

Es gibt Tage, da wächst mir alles über den Kopf.

Meine Eltern meinen es gut und üben Druck aus auf meine Entscheidungen. Einmal soll ich nicht zurück zu meinem Nochmann, weil der ach so scheiße ist. Dann wieder wird mein Freund nicht akzeptiert, weil da schon ein Kind ist, dass ich liebe, wie mein eigenes, das sie aber nie als ihren Enkel akzeptieren könnten, weil es ihnen ja ein wenig wie mir geht. Krieg mal von heute auf morgen ein ausgewachsenes Prachtexemplar! Uns fehlt die Zeit da rein zu wachsen.

Ich beschwer mich und habs doch so gut. Gott hat dafür gesorgt, dass ich die Wohnung bekomme, begleitet mich durch die Insolvenz und führt, dass ich leben kann, ohne weiter abzurutschen. Gott hat mir eine liebe Gemeinde geschenkt und Menschen, die mir beim Umzug helfen wollen. Gott hat sogar dafür gesorgt, dass ich nicht alles neu kaufen muss. So bekomme ich Couch, Waschmaschine, Trockner und eine Küche geschenkt.

Gott hat dafür gesorgt, dass mein Freund mir vergeben hat, was ich mir selbst nie vergeben hätte. Er hat geschenkt, dass ich nach über 10 Jahren einen der wichtigsten Menschen wieder gefunden habe, obwohl mir gesagt wurde, er wäre tot.

Viel mehr ist noch passiert und ich bin dem Herrn so dankbar.

Wie kann ich mich dann nur so beklagen und unzufrieden sein?

Mag denken, wer will, dass ich einen an der Waffel habe. Vielleicht ist das wirklich so. Bei dem ganzen Trennungsschrott kann man nur bekloppt werden.

Und außerdem geht das R an diesem bescheuertem Laptop immer noch nicht!!!!!!! Ahhhhhhhhhh!!!!

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