03.07.08
noch schnell
Hab Post bekommen und juhu, Aussicht auf eine 3 Zimmer-Wohnung. Nächsten Dienstag weiß ich mehr.

Hab Post bekommen und juhu, Aussicht auf eine 3 Zimmer-Wohnung. Nächsten Dienstag weiß ich mehr.

Ich wünschte, ich könnte das alles für dich einfacher machen. Ich wünschte, du müsstest nicht mit mir fühlen, mit mir oder wegen mir leiden. Ich wünschte, ich könnte es dir abnehmen. Aber es ist wohl das Los derer, die lieben, alles gemeinsam zu tragen. Ich verstehs jetzt. Ich liebe dich.
Ihr Süßen, ich meld mich ab. Hab zwar noch ein paar Stunden bis zur Abreise, aber ich hab auch noch genug zu tun.
Menno, bin ich aufgeregt und freu mich so riesig.
Also auf gehts zur Hochzeit meiner kleinen Schwester.

Gestern rief mich meine Mom an. Meine Schwester A. muß heute ins Krankenhaus, weil ihr Baby keine Herztöne mehr hat.
Wir haben lange geredet und natürlich versucht man zu verstehen, warum es gerade sie trifft. Aber jeden Grund, den man angibt, der erscheint sinnlos und wenn man nach einer Erklärung sucht (”wer weiß, obs nicht behindert gewesen wäre” etc.) , so erscheint es anmaßend, denn egal was gekommen wäre, wir wissen, daß wir es immer geliebt hätten.
Da sitzt man dann stumm und traurig vor dem Telefon, heult weil man mit der eigenen Schwester fühlt, heult weil man nicht trösten kann, heult weil man nicht bei ihr ist. Such die richtigen Worte in so einem Moment! Finde sie! Und ich sag sie Dir kleine Schwester aus den tiefsten Tiefen meines Herzens auch hier noch einmal:
Ich denke an dich und bin bei dir in deiner größten Not.
Ich kann dich nicht trösten, aber ich weine mit dir.
In Gedanken nehme ich dich in meine Arme.
Ich hab dich lieb.
Und ich geniesse … alles was M mir gibt. Ich bin so verknallt, jibbet jar nich!
Und ich hab keine Zeit für was anderes. Sorry. Ich komm nicht dazu, ich muß gerade alle mir gebotene Liebe aufsaugen, jede Steicheleinheit, jedes Lächeln, jedes Wort. Ich muß meinen M anschauen und geniessen, lieben, streicheln und kosten, riechen und einfach in seiner Nähe sein, ganz nah. Irgendwann wird der Alltag kommen und ich bete, daß ich immer wieder sicher sein darf, daß das der richtige Weg war / ist.
Ich kenn ihn nun schon so lange - 14 Jahre, jetzt ist unsere Zeit und das hoffentlich bis ans Ende unserer Tage. Man schreibt viel, wenn man verliebt ist und selbst ich muß gerade schmunzeln bei den Worten. Wie oft dachte man als Teenie “Das ist der Mensch fürs Leben.” , wie oft ging die Welt unter und Tage später die Sonne wieder auf. Doch der Moment, den man liebt, der ist immer echt, dieses unendliche Gefühl, randvoll mit Liebe zu sein - es ist echt. Man fühlt so und es ist Liebe.
Mein Alltag besteht aus zwei Leben. Eins bei M und eins hier bei H. Letzterer hat heute ein Gespräch beim Personalreferenten, ob er sich versetzten lassen kann oder ob es finanziell eine Lösung gibt, ihm mit einer Kaution über die Runden zu helfen, damit er ausziehen kann. Es ist für ihn einfacher eine Wohnung zu finden, denn er geht ohne Tiere.
Am Wochenende ist die Hochzeit meiner kleinen Schwester. Ich weiß, daß Du kleine Zipfelschnecke mitliest und deshalb bin ich ein Geheimniskrämer. Die meisten werden wissen, welche Überaschungen ich geplant habe. Und was darf ich sagen? Es läuft alles nach Plan.
Kleene, dat wird dein scheenster Tach. Kannste glauben. So viele Hände, so viele Köpfe geben sich Mühe und arbeiten dran. “Danke” möchte keiner, aber daß unsere kleine Schwester strahlt, das wollen wir, daß du merkst, wie lieb wir dich haben.
Euch TB-Mädels werde ich berichten, nächste Woche.
Aber wißt Ihr was - auf was ich mich freue wie ein König? Freitag. Am Feitag habe ich meine 3 Babies für mich alleine, 2 Neffen und eine Nichte. Und ich darf mit ihnen in den Zoo und sie knutschen und knuddeln und kneten. 
Es gibt so viel Neues, daß ich gar nicht wirklich weiß, wo ich anfangen soll.
Auch die Tagebücher habe ich einschließlich meinem kläglich vernachlässigt, weil ich fast gar nicht mehr zu Hause bin und so keinen Internetzugang habe.
Bei uns zu Hause ist die Hölle auf Erden. Morgens fangen die Vorwürfe an und es geht bis in die Nacht rein. Dann wieder ist er ruhig und nett, übertrieben nett. Er schmeißt den Haushalt, während ich dauernd aus dem Haus husche. Er geht zum Psychologen und nimmt immer weiter ab. Er hofft, weint und tobt.
Ich bin kaum noch heim. Der Haushalt ist mittlerweile dem Chaos unterworfen. Die Wäsche türmt sich und wartet auf ein Bügeleisen. Und ich seh nicht ein, hier überhaupt einen Handschlag zu machen.
Gestern sollte er mich auf die Arbeit bringen, das Auto in die Werkstatt und ein Rezept abholen. War alles abgemacht mit ihm, er wollte sich ja ändern und mir beweisen, wie er das alles schafft und blablabla. Es fing schon auf der Hinfahrt an …
Vorwürfe, Geschrei, Getobe. Dann droht er, meine Möbel auf den Hof zu stellen und das Schloss auszuwechseln. Ich war völlig fertig und bin heulend auf die Arbeit. 10 min später steht er vor mir, schmeißt die Parkkarte hin und geht. Ich habe wohlgemerkt wieder alle Rechnungen von meinem Konto abbuchen lassen und so ist von meinem Geld nix mehr da. So steht also da mein Auto im PH und ich weiß nicht mal, wie ich es da ohne Geld raus bekomme. Prima! Ich heule, bin fertig, mein Kollege muß meine Arbeit mit übernehmen. Nach eine Stunde steht er wieder vor der Tür mit einem Latte Macchiato und einer Rose, entschuldigt sich mit den ewig gleichen Worten - laberrabarberschallundrauch. Ich habe ihn stehen lassen. Er hat das Auto dann raus gefahren, ist in die Werkstatt und hat auch das Rezept geholt. Anschließend meinte er, alles wäre wieder gut. Hüstel! Abends hat er mich abgeholt und das gleiche Theater wieder … Schall und Rauch! Meine Ehe ist gescheitert, da rettet sich nix mehr.
Nach der Arbeit fahre ich zu M. Oh menno, mal sehen, wieviel Kraft er überhaut noch hat. Daß er das so alles aushält. Er verwöhnt mich, kocht mir, tröstet mich, hält mich, liebt mich. Er ist Ratgeber, Freund, die Schulter zum Anlehnen, Liebhaber. Er ist so lieb. Mir liefen die Tränen und er küßt sie weg. Ich liebe ihn!
Ja, das sind die Neuigkeiten und dafür bin ich jetzt reif für die Insel. Müde wie doll, falle sicher ins Bett wie ein Stein.
Nichts passiert, nur verliebt, ich. Total verliebt, bis über beide Ohren.
Mein Gemahl zieht leider nicht aus, ich find keine Wohnung.
Er spinnt manchmal ziemlich doll und unerträglich. Dann wieder bettelt er, ich soll bleiben.
Montag habe ich einen Termin beim Psychologen. Ich schaff das nicht mehr alleine.
M liebt einfach. Gestern sagte er mir Dinge, die hat mir noch nie jemand so gesagt. Er liebt so tief und fest …
Und ich liebe … ihn.
————————————-
Das ist der Hund einer Kundin und er liebt jeden, der ihn liebt. Ursprünglich ist er ein portugiesischer Straßenhund, der nur dank seines lustigen Aussehens und seiner Freundlichkeit überlebt hat. Heute ist er ca 8 Jahre alt und läßt alles mit sich machen. Wie man sieht, hat er sogar Spaß dabei. Einer der wenigen Hunde, die tatsächlich mit ihrer Mimik zeigen, daß sie lachen können. Knutschebär!
In meinem bunten Allerlei finden sich gerade ein paar Zitate aus einem Lewis-Buch. Das sind einfach Notizen für mich selbst, weil ich Lewis sehr gerne lese, mir gewisse Passagen merken möchte. Das Buch jedoch habe ich mir nur ausgeliehen, deshalb habe ich die für mich interessanten Stellen ins bunte Allerlei geschrieben.
Mein Tag war anstrengend, weil E. im Urlaub ist. Jetzt darf ich neben meiner Arbeit die von E. miterledigen und die von der kranken G. auch. Also hab ich heute morgen gleich angefangen mit Füttern und anschließend die Ställe ausmisten. Nebenbei die Ware wegräumen, Inventur erledigen und Kunden bedienen. Gestern habe ich schon vorgearbeitet und den Laden geputzt. D. war mir wieder eine Riesenhilfe, ohne ihn hätte ich das heute nicht alles geschafft, denn er hat mir einen Goßteil der Kunden abgenommen. Morgen nachmittag ist S. wieder da und so lieb sie auch ist, sie schafft halt nix. Frühs ist D. noch da, da kann ich wenigstens die Vogelanlage und das Sanatorium putzen. Abends dann wieder Geschäft auswaschen.
Uff, ich bin so geschafft. Hab nur eine kleine Erkältung, aber die haut mich abends dann voll aus den Socken.
M&M sind zurück. Heute nacht um 12 kam eine sms, daß sie wieder heim sind. Und ich hab nicht geantwortet, weil ich schon gar nicht mehr damit gerechnet habe und außerdem in der Badewanne saß und so den Pieps vom Handy nicht gehört habe. Heute rief er, der sich das ganze Wochenende nicht gemeldet hat, an und “beschwert” sich deshalb
. Männer! Da mein Göga wieder die Kohle verprasst hat, hab ich kein Spritgeld mehr und es reicht gerade noch zur Arbeit die nächsten Tage. M. wartet mit liebgemeinten (aber alltagsuntauglichen) Ratschlägen auf. Die Praxis sieht anders aus, Schätzchen. Scheiden tut weh und geht manchmal übers Spritgeld. So können wir uns halt nur sehen, wenn er bei mir vorbei kommt, was er aber selten macht. Aber krähen und mir Vorwürfe machen. Tstststststst! Ich steck den Kopf bald in den Sand!
Gute Nacht Welt.
Notizen
C.S. Lewis aus “Vier Arten der Liebe”
S.161: “Für Eros sind all diese Überlegungen ohne Belang - genau wie das kühlende, rohe Urteil des Lukrez ohne Belang für Venus ist. Auch wenn es unausweichlich klar wird, daß eine Heirat mit der geliebten Person unmöglich zu Glück führen kann - auch wenn sie kein anderes Leben verheißt als die Pflege eines unheilbar Kranken, als hoffnungslose Armut, als Verbannung oder Schande - Eros zögert nie mit der Antwort: *Besser dies als Abschied. Lieber elend mit ihr als glücklich ohne sie. Mögen unsere Herzen brechen - wenn sie nur gemeinsam brechen.* Wo die innere Stimme nicht spricht, ist sie nicht Eros.”
S. 164 “Alle Bilder, die man uns bisher vom Übermenschen gezeichnet hat, sind so wenig anziehend, daß man augenblicklich dem Heiraten abschwören möchte, um der Gefahr zu entgehen, ihn zu zeugen. Und zweitens muß diese Theorie zum Schlusse führen, daß sich die Lebenskraft nicht sehr gut auf ihr Geschäft versteht. Soweit wir sehen, bietet das Vorhandensein oder die Inständigkeit von Eros zwischen zwei Menschen keine Gewähr dafür, daß derenNachkommen besonders befriedigend ausfallen oder daß überhaupt Nachkommenschaft auftritt. Zwei im Sinne des Viehzüchters gute *Stammbäume*, nicht zwei gute Liebende, ist das Rezept für gesunde Kinder. Und was in aller Welt hat die Lebenskraft während all der zahllosen Generationen getrieben, als das Kinderzeugen sehr wenig vom gegenseitigen Eros abhing und sehr stark von Verträgen, Sklaverei und Brautraub? Ist ihr diese Glanzidee zur Verbesserung der Art eben erst eingefallen?”
S. 170: “Verliebtsein heißt, lebenslängliche Treue sowohl beabsichtigen wie versprechen. Liebe legt unaufgefordert Gelübde ab; sie läßt sich nicht davon abschrecken. *Ich werde dir stets treu sein*, sind fast die ersten Worte, die sie äußert. Nicht heuchlerisch, sondern aufrichtig. Keine Erfahrung kann sie von dieser Selbsttäuschung heilen. Wir haben alle schon von Leuten gehört, die sich alle paar Jahre von neuem verlieben; jedesmal ehrlich davon überzeugt, daß es *dieses Mal das Wahre* sei, daß es jetzt mit dem Umherschweifen ein Ende habe, daß sie die wahre Liebe gefunden hätten und selber bis zum Tode treu sein werden.
Und doch hat Eros in gewissem Sinne recht, wenn er dieses Versprechen gibt. Das Ereignis des Sich-Verliebens ist von solcher Art, daß wir die Vorstellung, es sei nur vorübergehend, mit Recht als unerträglich von uns weisen.”
S.181 “Es gibt keine sichere Anlage. Lieben heißt auch schon verletzlich sein. Liebe irgend etwas, und dein Herz wird ganz gewiß gequält und möglicherweise gebrochen. Willst du dein Herz ganz zuverlässig unversehrt bewahren, darfst du es nie verschenken, nicht einmal einem Tier. Umgib es sorgfältig mit Steckenpferden und kleinen Verwöhnereien; meide alle Verwicklungen; verschließe es sicher in den Schrein - gesichert, dunkel, reglos, ohne Luft - verändert es sich. Es bricht zwar nicht; es wird unzerbrechlich, undurchdringlich, unerlösbar. Du hast nur die Wahl zwischen Tragik - oder wenigstens dem Wagnis einer Tragödie - und Verdammung. Der einzige Ort außerhalb des Himmels, wo du vor allen Gefahren und Trübungen der Liebe vollkommen sicher sein kannst, ist die Hölle.”
S.201: “Die eigentliche Leistung muß unter allen unseren Leistungen die allergeheimste sein, soweit wie möglich sogar uns selbst verborgen bleiben.”
« vorherige Einträge Project-Id-Version:
POT-Creation-Date:
PO-Revision-Date: 2008-01-26 14:04+0100
Last-Translator: Stefan