Kaum zu glauben, aber wahr - seit meinem letzten Eintrag sind schon 3 Wochen vergangen… immer wieder bemerkenswert, wie schnell doch die Zeit davonläuft. Es gab aber auch keine besonders erwähnenswerte Ereignisse - Alltag eben!
In der letzten Woche habe ich mir einige Bewerber angeschaut - immer wieder ein Vergnügen, wenn auch manches Mal ein zweifelhaftes
Wir brauchen dringend noch eine Unterstützung hier im Betrieb aber diese Stelle zu besetzen ist alles andere als einfach.
Bewerber Nummer 1
Ein junger Mann von 22 Jahren, auf seinem Bewerbungsfoto sieht er aus wie 16 vielleicht 17 Jahre. Seine Unterlagen sprechen mich an, allerdings ist er derzeit nicht in der Branche tätig. Es folgen einige Telefonate. Ich hinterfrage das ein oder andere und bekomme teilweise Antworten, die mich stutzig machen
Trotzdem - wir vereinbaren einen Termin für ein Vorstellungsgespräch.
An dem vereinbarten Tag kommt er dann auch - allerdings fast eine dreiviertel Stunde zu früh. Okay, lieber zu früh als zu spät. Sein Auftreten ist gepflegt, aber sehr von oben herab, eine Spur zu arrogant! Was soll ich davon halten, wenn sich ein Bewerber mit verschränkten Armen vor mich setzt. Das Gespräch verläuft recht distanziert. Ich zeige ihm den Betrieb, erkläre wie, was und wo. Spreche an, was ich von meinen Mitarbeitern erwarte. Mein Gegenüber zeigt immer mehr, dass er die Erwartungen nicht erfüllen kann. Es ist nunmal in der Gastronomie nicht immer möglich, nach 8 Stunden die Segel zu streichen! Er zeigt einfach keine Bereitschaft. Wieso lernt jemand Hotelfachmann, bewirbt sich auch auf diese Stelle - zeigt dann jedoch keinerlei Flexibilität oder Teamfähigkeit. Soll er doch weiter für die Stadt Frankfurt als Hilfspolizist arbeiten - ja, das macht er gerade! Mein Mann und ich sind uns einig - der wird es nicht!
Bewerber Nummer 2
Ebenfalls ein junger Mann 25 Jahre jung, arbeitet derzeit im Steigenberger, verheiratet und seit dem Frühjahr Papa von Zwillis. Er wohnt in der näheren Umgebung. Wir mailen einige Male, telefonieren und vereinbaren einen Termin.
Nachdem wir telefonisch schon einiges geklärt haben, freue ich mich auf diesen Termin. Ich habe ein gutes Gefühl. Herr S. kommt ein paar Minuten vor Termin - ja, so mag ich das! Das Gespräch verläuft sehr gut, er erklärt sich dazu bereit, für einen Tag zum Probearbeiten zu kommen. Wegen eines Termins wird er sich melden, da er seinen Dienstplan noch nicht kennt. Oh schön, wir sind ganz angetan, er würde bestimmt gut ins Team passen. Zwei Tage später mailt mich Herr S. an, es habe ihm sehr gut gefallen und er könne sich gut vorstellen bei uns zu arbeiten. Prima! Jedoch hatte er vergessen zu erwähnen, dass er zu Beginn des nächsten Jahres auf jeden Fall 3 Monate Erziehungszeit nehmen wird! So ein Mist, denn genau daran wird es scheitern, unser Betrieb ist einfach zu klein um das zu tragen, und ich kann die Stelle nicht solange unbesetzt lassen! Dumm gelaufen!
Bewerberin Nummer 3
Am Mittwoch hatte ich dann eine Bewerberin zum Probearbeiten da. Die Gespräche im Vorfeld waren solala, aber es soll ja jede/r seine Chance bekommen. Frau C. ist 48 Jahre jung, hat jahrelang in der Gastronomie gearbeitet jedoch noch nicht in einem Hotel. Auch sie kommt einige Minuten früher, was ich grundsätzlich positiv bewerte. Ihr Äußeres ist mir etwas zu casual - normales weißes T-Shirt zu schwarzer Hose. Beim Vorstellungsgespräch trug sie eine Bluse! Sie ist aufmerksam, jedoch für meine Begriffe etwas scheu am Gast. Die angepriesenen Englischkenntnisse lassen sehr zu wünschen übrig, als sie von einem Gast nach einer Zahnbürste gebeten wird. Ihre Arbeitsweise ist mir etwas zu huddelig, ich hätte ehrlich gesagt bei ihrer Erfahrung und ihrem Alter eine ordentlichere Arbeitsweise erwartet. Nein, ihre Arbeitsprobe überzeugt mich einfach nicht.
Die Suche geht also weiter!