Archiv für September, 2007

Entlastung

Samstag, 29 September 2007

Unser Personalproblem ist gelöst *freu* *freu* *freu* Wenn jetzt alles gut klappt mit der Einarbeitung, etc. dann bin ich ab Mitte November endlich entlastet.

Da fällt mir echt ein Stein vom Herzen, denn die Belastung war in den letzten Monaten für mich einfach zu groß. Die junge Dame ist mir bekannt, da wir schon bei einige Male die Gelegenheit zur Zusammenarbeit hatten. Sie wird im November 28 und ist derzeit in einem anderen Hotel als Rezeptionleiterin angestellt. Durch einen Wechsel der Geschäftsleitung hat sich bei ihr die Unzufriedenheit breit gemacht, und ich habe es über tausend Ecken, Kontakte und Gespräche rausgebracht *g*

Es folgt ein Gedankenaustausch mit meinem GöGa, der findet die Idee nicht sooo schlecht. Und da es mit der Kündigungsfrist ganz schön knapp wird, fackel ich gar nicht lange rum, sondern rufe die Gute gleich mal auf der Arbeit an. Gut, man kann schon sagen, dass es a) reichlich dreist von mir ist und ich sie b) ziemlich überfahren habe mit meinem Angebot. Aber frech kommt weiter *ja*

Zwei Tage später der erlösende Anruf, sie kommt *huepf* Da sie noch Urlaub und einige Guttage hat, wird sie schon Ende Oktober ein paar Tage zur Einarbeitung kommen. Endlich wieder ein kleiner Lichtblick am Horizont!

Wo ist bloß die Farbe hin

Samstag, 29 September 2007

Seit einiger Zeit gibt es für mich nur noch schwarz, weiß und soetwas wie eine Grauzone. Es wächst mir alles über den Kopf und ich frage mich, wo das noch hinführt. Ich kann nicht richtig abschalten, bekomme meinen Kopf nicht frei, stehe ständig unter Strom. War ich für das alles zu jung?

Konnte ich mit 20 wirklich wissen, worauf ich mich da einlasse? Selbständig in der Gastronomie, das ist kein Zuckerschlecken. War mir klar. Es ist nicht fair von mir, aber insgeheim mache ich S. Vorwürfe wegen unserer Situation. Es war ja seine Idee, sich selbständig zu machen. Zugegeben, es war meine Entscheidung, da mitzuziehen. Trotzdem bekomme ich das Gefühl nicht los, dass ich mehr “Opfer” gebracht habe. Zu Anfang unserer Selbständigkeit habe ich noch Vollzeit in der Bank gearbeitet. Immerhin hatte ich wirklich Spaß an meinem Job, und das Geld war uns sicher. Das Ganze habe ich etwas über ein halbes Jahr ausgehalten, dann ging nichts mehr, und ich habe gekündigt - was mir nicht wirklich leicht fiel. Jedoch wurde es gleich besser - ohne die Doppelbelastung. Irgendwann in dieser Zeit kam dann auch der KiWu auf. Nach der gesamten Diagnostik war klar, dass nur IVF in Frage kommt, das war 1999! Ich hätte - nachdem der erste Schock verdaut war - am liebsten sofort losgelegt. Aber mein Männe hat mich schön ausgebremst. Wir haben ja noch Zeit blablabla. Irgendwann waren wir in unserem alten Lokal “unterfordert”, es sollte eine Veränderung her, auch um die Erfüllung des Familienwunsches voran zu treiben. So wurde uns also unser heutiger Betrieb angeboten. Boah, waren wir platt, der Eigentümer wollte uns unbedingt haben.

Nun und jetzt sitze ich hier, Hotel mit 19 Zimmern, Restaurant bis zu 70 Plätze, Bistro, Tagungsraum,… Die Aufteilung ist klar, S. macht Küche und Einkauf, und ich den ganzen Rest. Soll heißen, Service, Verwaltung, Front- und Backoffice, sämtlichen Schreib- und Papierkram. Es bleibt alles an mir hängen. Für S. hat sich in den ganzen Jahren nicht wirklich viel verändert, okay, der Aufwand ist ein größerer. Aber ich muß mich ständig in neue Themen einarbeiten, Sachen von denen ich keine Ahnung habe, wie z. B. Brandschutzbestimmungen, Trinkwasserverordnung, und was weiß ich nicht noch alles. Ich bekomme dahingehend Null Unterstützung von S. Im Gegenzug muß ich aber dazu in der Lage sein, die Einkäufe zu erledigen, und im Krankheitsfall in der Küche einzuspringen. Und genau das ist es, was mich auf die Palme bringt. Er erwartet von mir, dass ich in allen Dingen funktioniere, arbeitet sich aber nicht in mein Gebiet ein. Es ist in der heutigen Zeit kaum zu glauben aber wahr… Mein Mann kann mit dem PC nichts, aber auch gar nichts anfangen. Keine Mails checken, oder sonstiges. Ich habe ihn schon so oft darum gebeten, sich mit der Materie zu beschäftigen - nichts! Aber wenn es um einen Plasma oder Flachbildfernseher geht, da kann er sich mit auseinander setzen. Auf mir lastet deswegen ein wahnsinns Druck. Da wir dieses Jahr eine Menge Kosten hatten, habe ich die letzten Monate auch noch den Frühdienst mitgemacht. Heißt jeden morgen um 6.00 Uhr anfangen. 7 Tage die Woche *kotz* In der Regel mache ich dann mittags mal ein zwei Stunden Pause und arbeite dann noch bis 21.00/22.00 Uhr. Der Haushalt will natürlich auch noch gemacht werden… Okay, da hilft er mir, die Wäsche bleibt jedoch an mir alleine hängen.

Personalsuche und damit verbundene Schwierigkeiten

Samstag, 15 September 2007

Kaum zu glauben, aber wahr - seit meinem letzten Eintrag sind schon 3 Wochen vergangen… immer wieder bemerkenswert, wie schnell doch die Zeit davonläuft. Es gab aber auch keine besonders erwähnenswerte Ereignisse - Alltag eben!

In der letzten Woche habe ich mir einige Bewerber angeschaut - immer wieder ein Vergnügen, wenn auch manches Mal ein zweifelhaftes *g* Wir brauchen dringend noch eine Unterstützung hier im Betrieb aber diese Stelle zu besetzen ist alles andere als einfach. 

Bewerber Nummer 1

Ein junger Mann von 22 Jahren, auf seinem Bewerbungsfoto sieht er aus wie 16 vielleicht 17 Jahre. Seine Unterlagen sprechen mich an, allerdings ist er derzeit nicht in der Branche tätig. Es folgen einige Telefonate. Ich hinterfrage das ein oder andere und bekomme teilweise Antworten, die mich stutzig machen *?* Trotzdem - wir vereinbaren einen Termin für ein Vorstellungsgespräch.

An dem vereinbarten Tag kommt er dann auch - allerdings fast eine dreiviertel Stunde zu früh. Okay, lieber zu früh als zu spät. Sein Auftreten ist gepflegt, aber sehr von oben herab, eine Spur zu arrogant! Was soll ich davon halten, wenn sich ein Bewerber mit verschränkten Armen vor mich setzt. Das Gespräch verläuft recht distanziert. Ich zeige ihm den Betrieb, erkläre wie, was und wo. Spreche an, was ich von meinen Mitarbeitern erwarte. Mein Gegenüber zeigt immer mehr, dass er die Erwartungen nicht erfüllen kann. Es ist nunmal in der Gastronomie nicht immer möglich, nach 8 Stunden die Segel zu streichen! Er zeigt einfach keine Bereitschaft. Wieso lernt jemand Hotelfachmann, bewirbt sich auch auf diese Stelle - zeigt dann jedoch keinerlei Flexibilität oder Teamfähigkeit. Soll er doch weiter für die Stadt Frankfurt als Hilfspolizist arbeiten - ja, das macht er gerade! Mein Mann und ich sind uns einig - der wird es nicht!

Bewerber Nummer 2

Ebenfalls ein junger Mann 25 Jahre jung, arbeitet derzeit im Steigenberger, verheiratet und seit dem Frühjahr Papa von Zwillis. Er wohnt in der näheren Umgebung. Wir mailen einige Male, telefonieren und vereinbaren einen Termin.

Nachdem wir telefonisch schon einiges geklärt haben, freue ich mich auf diesen Termin. Ich habe ein gutes Gefühl. Herr S. kommt ein paar Minuten vor Termin - ja, so mag ich das! Das Gespräch verläuft sehr gut, er erklärt sich dazu bereit, für einen Tag zum Probearbeiten zu kommen. Wegen eines Termins wird er sich melden, da er seinen Dienstplan noch nicht kennt. Oh schön, wir sind ganz angetan, er würde bestimmt gut ins Team passen. Zwei Tage später mailt mich Herr S. an, es habe ihm sehr gut gefallen und er könne sich gut vorstellen bei uns zu arbeiten. Prima! Jedoch hatte er vergessen zu erwähnen, dass er zu Beginn des nächsten Jahres auf jeden Fall 3 Monate Erziehungszeit nehmen wird! So ein Mist, denn genau daran wird es scheitern, unser Betrieb ist einfach zu klein um das zu tragen, und ich kann die Stelle nicht solange unbesetzt lassen! Dumm gelaufen!

Bewerberin Nummer 3

Am Mittwoch hatte ich dann eine Bewerberin zum Probearbeiten da. Die Gespräche im Vorfeld waren solala, aber es soll ja jede/r seine Chance bekommen. Frau C. ist 48 Jahre jung, hat jahrelang in der Gastronomie gearbeitet jedoch noch nicht in einem Hotel. Auch sie kommt einige Minuten früher, was ich grundsätzlich positiv bewerte. Ihr Äußeres ist mir etwas zu casual - normales weißes T-Shirt zu schwarzer Hose. Beim Vorstellungsgespräch trug sie eine Bluse! Sie ist aufmerksam, jedoch für meine Begriffe etwas scheu am Gast. Die angepriesenen Englischkenntnisse lassen sehr zu wünschen übrig, als sie von einem Gast nach einer Zahnbürste gebeten wird. Ihre Arbeitsweise ist mir etwas zu huddelig, ich hätte ehrlich gesagt bei ihrer Erfahrung und ihrem Alter eine ordentlichere Arbeitsweise erwartet. Nein, ihre Arbeitsprobe überzeugt mich einfach nicht.

Die Suche geht also weiter!