Ein Leben

Geschrieben am Montag 1 Februar 2010 von kolibri_55

Weihnachten war einfach nur zum *heul* Dank der Kinder meiner anderen Schwester haben wir den heiligen Abend aber realativ gut bewältigt. Unglaublich, wie unbefangen die Zwerge mit dem Tod umgehen. Sogar etwas positives konnten sie darin finden. “Der Opa ist jetzt nicht mehr alleine und Tante Martina hilft ihm jetzt auf uns aufzupassen!”

Trauerarbeit! Es ist so verdammt schwer! Mama hat die Last auf uns gelegt. Gebeten, dass wir alles regeln, was zu regeln ist. *ohnmacht* Bekannte von mir haben eine Pietät und so hatte ich für mich entschieden, dass Martina zu denen gehen soll. Ich wollte sie nicht irgendwo haben. Nein! Dort weiß ich, ist sie in guten Händen! Und es war für mich soviel einfacher! Nicht zu irgendeinem Fremden. Die Familie fand meine Gedanken gut! Es ist zwar nicht die nächste Pietät zu ihrem Wohnort – aber es sind keine Fremden! Keine Ahnung warum mir das so unglaublich wichtig ist!

Der erste Gang in ihre Wohnung! Dann der ganze Papierkram! Wohnung kündigen, Handyvertrag, Zeitungsabos,… Es ist… mir fehlen die Worte! Das Wichtigste noch erledigen. Dann Pause bis Anfang Januar! Ein grausiges Gefühl. Als dränge man in die Privat- und Intimsphäre ein. Alles packen! Es ist kein Umzug – nein – ein Räumen! Übel, mir ist permanent übel! Mama ist schwach, es zerreist sie innerlich! Ihre Erstgeborene ist gestorben. Selbst jetzt, wenn ich es schreibe! Ich glaube es immer noch nicht! Sie kommt nie wieder… Warum??? Wir haben alles zu unseren Eltern in den Keller gebracht! Wohin sonst? Aber es ist zuviel für Mutti… Und die Möbel müssen auch noch geräumt werden. Irgendwann in der nächsten Woche! Mein Bruder bringt sich nicht wirklich ein und ich bin sehr enttäuscht darüber.

Mama, ich mache mir große Sorgen! Sie weigerte sich zum Arzt zu gehen. Wir haben sie in der letzten Wochen gezwungen. Abgemagert auf 38 kg bei einer Größe von 1,60 m. Doc droht mit Zwangseinweisung sollte sie Folgetermine nicht wahrnehmen! Recht so!!! Stiefpapa auch Angst um ihn! Beim check up Termin Probleme am Herzen gefunden! Jetzt muß er schnellstmöglich operiert werden. Kann dann 4 bis 6 Wochen nicht arbeiten! Ebenfalls selbständig – Existenzängste! Zuviel, einfach alles zuviel!

Der Abschluß fehlt! Martina wollte zu unserem Vater. Zumindest glauben wir das. Sie hatte es gesagt, als er bestattet wurde. Für Mama ist es okay. Sie braucht kein Grab, trägt ihr Kind im Herzen. Aber durch die Witterungsverhältnisse liegen die Schiffe in der Werft. Keiner kann uns sagen wann sie starten können. Das macht mich meschugge. Ich brauche den Abschluß, auch wenn es kein Grab geben wird…

Und wenn das dann soweit ist, dann will ich nur noch Leben!

Vorbei

Geschrieben am Dienstag 22 Dezember 2009 von kolibri_55

Sie hat es nicht geschafft! *heul*

Wir haben waren rechtzeitig da und konnten uns alle noch verabschieden. Kann bitte jemand die Welt anhalten? BITTE!!!

Kritisch aber stabil

Geschrieben am Montag 21 Dezember 2009 von kolibri_55

So ist der Zustand im Moment! Täglich stehe ich vor der Tür der Intensiv. Jeden Tag ein schlimmer Augenblick, Du klingelst und dann wartest Du. Und diese endlosen Sekunden/Minuten. Das ist täglich ganz grausam. Bisher hatten wir auch jeden Tag eine andere schlimme Nachricht, schlechte Werte,… Freitag kam es während der OP zu Komplikationen. Wie soll es auch anders sein. Warum kann sie nichts, aber auch gar nichts auslassen? Ich fühle mich so ohnmächtig! Bei dem Eingriff kam es erstens zu Blutungen und zweitens, was viel schlimmer ist/war, es hat sich ein Gewebestück (Haut oder Fleisch) gelöst und ist in die Bronchien gelangt. Sie konnte dadruch nicht beatmet werden, hat viel Blut verloren bekam zwei Blutkonserven. Sie haben richtig heftig kämpfen müssen. Auch diese Hürde ist geschafft. Jetzt liegt sie wieder im Koma. Nieren wieder schlechter… Beten, hoffen, bangen!!!

Gestern habe ich Pause gemacht. Der erste Tag, an dem ich nicht im Krankenhaus bei ihr war. Das war so nötig. Freitag hat mich eine unheimlich Kraft gekostet. Ich durfte nicht zu ihr, da sie um ihr Leben kämpften. Ich bin diejenige, die die Einverständniserklärung für den Eingriff unterschrieben hatte. Ich weiß, es war Lebensnotwendig diesen Schnitt zu machen, trotzdem wäre sie daran fast gestorben und ich habe es unterschrieben. Jetzt bin ich wieder gefasst. Heute kann ich wieder gestärkt zu ihr. Ihr Mut und Kraft zusprechen und hoffen…

Sieht so aus, als wolle da oben jemand mächtig Ärger mit mir haben. Ich warte…

Die Welt stürzt ein!

Geschrieben am Freitag 18 Dezember 2009 von kolibri_55

Ich habe mich so rar gemacht. Es ist natürlich viel passiert, sehr viel, zu viel. Wollte mich distanzieren, dennoch immer mal mitgelesen. Pläne, im nächsten Jahr doch entgegen aller Vernunft eine IVF zu planen… Vieles was ich hätte hier aufschreiben sollen. Und nun das (mail an M, meine Freundin)

Hallo meine liebe M.,

ja, ich bins tatsächlich! Hoffentlich geht es Dir gut!

Ich wollte Dich längst angerufen haben und sagen dass wir kommen,… jetzt ist alles anders!

M., ich bin fertig, fertiger geht es gar nicht mehr!!! Seit Dienstag letzter Woche liegt meine große Schwester auf der Intensivstation und kämpft (oder auch nicht) um ihr Leben. Sie wurde völlig dehydriert und mit Nierenversagen eingeliefert, war innerhalb kürzester Zeit nicht mehr ansprechbar. Wehrte sich mit aller Kraft gegen die Behandlung?! Es war so schlimm, dass die Ärzte sie total am Bett fixieren mussten. Sogar die Hände und Füße hatten sie ihr zugebunden.

Keiner von uns weiß was los ist, da sie so schnell nicht mehr ansprechbar war. Wir wissen nur von einer Erkältung. Eine Woche vor dem Zusammenbruch hat sie noch unserer anderen Schwester beim Umzug geholfen und alles war gut! Ich verstehe das einfach nicht.

Am Freitag wurde sie dann ins künstl. Koma versetzt. Montag sollte sie ganz langsam geweckt werden. Das war nicht gut! Herzstillstand!!! Aber es begann gleich wieder zu schlagen. Also wieder zurück ins Koma. Die Niere erholt sich sehr langsam. Vorgestern haben sie sie während meine Mutter und ich im Krankenhaus waren langsam von der Beatmungsmaschine geholt. Aber sie hat massive Probleme beim atmen. Ein furchtbarer Anblick, sie hat die Augen geöffnet aber ist einfach nicht da… Aber sie hatte meine Hand gedrückt und den Kopf in meine Richtung gedreht. Hoffnung, ich hatte soviel Hoffnung. Gestern war sie dann wieder völlig weggetreten. Und aufgeschwemmt. Jeden Tag ein anderes schlimmes Bild! Während wir da waren hat man sie zurück ins Koma geschickt. Sie hatten zuvor eine Lungenspiegelung gemacht und leider hat sie auch eine Lungenentzündung. Furchtbar! Heute bekommt sie einen Luftröhrenschnitt, wahrscheinlich ist sie gerade aus dem OP draussen. Jetzt wird sie auf jeden Fall die nächsten Tage im Koma bleiben.

Du wirst verstehen, dass ich so nirgendwo hinfahren kann! Ich mache alles abhängig von ihr und jetzt gerade sieht es gar nicht gut aus… Ich habe Angst! Solage ich klein war, war sie neben (neben – nicht nach) meiner Mutter immer die wichtigste Person für mich! Ich habe Angst! Einfach nur Angst! Und es ist so schlimm sie so zu sehen. Und ich weiß nicht wie ich mich gerade von Tag zu Tag schleppe. Wir haben Vorweihnachtszeit und dementsprechend zu tun. Egal… nur das allernötigste. Ich lasse alles andere liegen. Weihnachten – dieses Jahr ohne mich! Kein Kopf dafür!

Es tut mir leid, dass ich Dir das jetzt so schriftlich vor die Füße werfe…

Ich drücke Dich und habe unser Wochenende nötiger wie je zuvor!

Umärmelung und Knutscher, Anja

Keine Neuigkeiten

Geschrieben am Mittwoch 2 September 2009 von kolibri_55

Alles unverändert. Viel Arbeit mit wenig Umsatz und noch weniger Freizeit! Alles wie gehabt! Zwischenzeitlich habe ich wieder mal einer depressiven Phase gefrönt. In dieser Zeit habe ich mich lieber zurückgezogen. Dann bin ich keine gute Gesellschafterin und froh, wenn ich die Zeit am Gast mit einem Lächeln absolviere.

Ich bin immer noch so voller Tatendrang, aber die Verpflichtungen hier und der Alltag bremsen mich ungemein aus. Mir fehlen einfach die Freiräume, ich vermisse das Leben an sich. Gefangen in der selbstgewählten Selbständigkeit arbeite ich selbst und ständig oder eben ständig selbst *g* Hauptsache ich kann noch darüber lachen. Es ist wirklich zum Haareraufen! Der Job macht mir soviel Spaß! Wenn da nur nicht dieses wehmütige Aber wäre! Da hängt so furchtbar viel dran. Nur mag ich mich darüber jetzt nicht mehr ärgern. Ich will/muss/möchte es annehmen. Das Beste daraus machen! Es als Studium sehen. Noch fast zwei Jahre! *ohnmacht*

Dann die Angst, was danach kommt! Wie geht es weiter? Was ist mit meinen ursprünglichen Zielen? Werden wir noch einmal aktiv werden bezüglich des Kinderwunsches, oder werde ich es tatsächlich schaffen, einen Haken daran zu machen? Ich frage mich oft, ob es nicht einen Grund gibt! *?* Den ich vielleicht erst in einigen Jahren verstehen werde! Ich werde es nie verstehen, und diese Wunde wird nie heilen! Aber dieser letzte kleine Funke Hoffnung…

Es bleibt nichts anderes, als die Zeit ablaufen zu lassen und fest daran zu glauben: ALLES WIRD GUT!!!

Dann doch

Geschrieben am Mittwoch 1 Juli 2009 von kolibri_55

Heute bin ich schon an ZT 2. Dann doch. Diesmal genügte schon der Gedanke daran, evtl. einen SST zu kaufen. Doch ein sicherer Auslöser *g* Ansonsten nichts Neues von der Front. Ich bin nach wie vor sehr durcheinander.

Ich verspüre einen innerlichen Tatendrang. Möchte einige Dinge ändern – kann aber nicht. Sehe alltägliche Dinge in anderem Licht. Das Leben an sich wird eben nicht einfacher. Gerade im Moment, so sehr ich es die ganze Jahre zu schätzen wußte, stört mich unsere Selbständigkeit ungemein. Ein einfaches “normales” Leben. Das ist es, wonach ich mich derzeit sehne! Heute denke ich, ich war einfach zu jung! Zu jung, die Tragweite dieser Entscheidung abzusehen, zu wissen, was das wirklich bedeutet. Unser Pachtvertrag läuft noch bis Oktober 2011. Zeit sich Gedanken darüber zu machen, was danach folgt. Unsere Entscheidung, den Vertrag nicht zu verlängern steht. Aber was dann *?* Vorstellbar ist fast alles. Ich hätte Lust mich zu verändern. Mal etwas anderes machen. Kein konrekte Idee. Auch eine Anstellung ist denkbar. S. ist da eher skeptisch! Nach so langer Zeit der Selbständigkeit glaubt er einfach nicht daran. Ich weiß, dass ich lieber hier und da kürzer trete, dafür aber Zeit zu leben haben will. Sicher, da die Zeiten gerade echt schwierig sind spielt auch eine gewisse Portion Ängstlichkeit mit. Persönlich verspüre ich aber gerade jetzt den Mut, etwas zu ändern! Uns zwingt ja keiner!

Die Arbeit zieht sich gerade ganz fürchterlich. Wenig Übernachter, wenig Gäste im Restaurant aber da sein muss man halt trotzdem. Wenigstens haben wir an allen Wochenenden Feierlichkeiten. Ich müsste dringend mal wieder Platz im Büro machen. Ordner archivieren. Aber ich bin so furchtbar unmotiviert. Muß mir selbst mal in den Hintern treten! Es gibt ja auch einen Lichtblick. Bald haben wir Betriebsurlaub! 8 Tage. Endlich! Ist zwar wirtschaftlich alles andere als günstig. Aber wir hatten es so frühzeitig festgelegt, dass sich alle Mitarbeiter danach gerichtet hatten. Und zu zweit ist der Betrieb beim besten Willen nicht zu bewältigen. Und so dramatisch ist es nun ja auch nicht! Eigentlich war ja meine Nasen-OP für diesen Zeitraum geplant, daher hatten wir nichts gebucht. Hhmmm! Jetzt müssen wir wirklich mal gucken was wir dann machen. Kurzfristig in irgendein übervolles Urlaubsgebiet zu fliegen kommt nicht in Frage. Es sind Sommerferien – und ich will Ruhe! So werden wir entweder zu einem Freund in die Schweiz fahren und auf dem Rückweg noch Bekannte in der Nähe von München besuchen, oder… ich muss mir wirklich Gedanken machen!

T. wird mir die Tage ein paar Terminvorschläge für meinen nächsten Termin beim Osteopathen machen. Das wird dann wohl so in zwei bis drei Wochen sein. Auch darüber muss ích mir noch Gedanken machen. Fahre ich wieder mit T. oder mit S., der gerne mitfahren möchte, aber auch akzeptiert, wenn ich nur mit T. fahren möchte. Oder aber ich fahre nur mit S. Oder mit beiden! Aaaaaahhhh! Ich habe keine Ahnung was ich will! Diese Entscheidung sollte keine große Sache sein! Eigentlich! Ist ja noch Zeit! Aber ich denke schon jetzt ständig daran. Wer weiß, wie es mir diesmal bekommt!

Geänderter Blickwinkel

Geschrieben am Sonntag 28 Juni 2009 von kolibri_55

Ich hänge gerade so in der Luft! Es tut sich was, aber auch nichts. Ich nehme viele Dinge, gerade diese kleinen Alltagsgeschichten anders wahr. Warum jetzt? Kann das wirklich alles von der Behandlung kommen?

Beispiel GöGa. Er lässt sich von mir wirklich alles vor den Hintern tragen. Nicht, dass ich das vorher nicht auch gewußt hätte. Aber jetzt ist es so präsent. Und ich reagiere darauf! Spreche es an und aus ohne mich dabei schuldig zu fühlen. Und er nimmt es gelassen! *super*

Mir fällt es schwer mich zu konzentrieren. Ich bin einerseits ruhig, andererseits innerlich aufgewühlt. Es lässt sich nach wie vor nicht in Worte fassen. Insgesamt ist die Grundstimmung trotz viel Grübelei positiv. Wo wird mich das hinführen?!

Und als ob ich nicht schon durcheinander genug wäre, spielt mir mein Körper obendrein noch einen Streich. Von Februar bis jetzt alle Zyklen exakt 28 Tage lang. Ich hätte sogar fast die Uhr danach stellen können! Und nun? ZT 30. So, und was soll ich jetzt davon halten? Ich warte *gr*

Kleine Schritte

Geschrieben am Donnerstag 18 Juni 2009 von kolibri_55

Der Tag heute ist irgendwie doof! Ich habe schon seit dem Aufstehen so eine gewisse Grund-Gereitzheit *sauer* Mich nervt das! Und noch dazu weiß ich nichtmal warum *?* Mein armer GöGa hat das heute unfairerweise volle Kanne abbekommen. Sorry *rotwerd*

Seit der Behandlung höre ich ständig in meinen Körper hinein. Ich hätte das Ausmaß nicht für möglich gehalten! Am meisten arbeitet es im Brustbereich. Es ist, als ob sich unter meiner Brust etwas öffnet. Das merke ich besonders beim Atmen. Vom Empfinden her ist da mehr Platz! Nicht alles was sich da tut ist angenehm. Aber ich bin so glücklich und gelöst, dass ich am liebsten jeden den ich kenne zum Osteopathen schicken möchte. :-)

Mein Bauch ist lockerer. Witzigerweise merke ich das sogar beim *sex* Überhaupt, auch da ist wieder mehr Lust! Schade nur, dass dafür gerade so wenig Zeit bleibt. Und schon schleicht sich wieder dieser eine kleine Funke Hoffnung ein, noch dazu, weil wir ein echt gutes Timing hatten *g*. Jetzt mal nur nicht so weit aus dem Fenster lehnen *lol*

Die ein oder andere Nacht habe ich sehr unruhig geschlafen. Ich denke das, das auch von der Behandlung kommt. Mir wurde ja gesagt, das es über Wochen in mir arbeiten wird. Mein absolutes Highlight – neben dem allgemein gutem Befinden – meine Nase! Das ist wirklich der *hammer* ich, der Nasenspray-Junkie schlechthin habe seit der Behandlung gerade zweimal sprühen müssen! Unglaublich. Ich spüre auch da, dass mein Körper arbeitet. Es zuppelt und drückt in die Gegenrichtung, das spüre ich sogar im Kiefer über den Schneidezähnen. Ob ich bzw. mein Körper tatsächlich so unter Spannung stand, dass sich das auf die Nase auswirkt *?* Keine Ahnung! Mir hilft es unglaublich. Im Herbst will ich nochmal so einen Nasenatmungstest beim HNO machen lassen. Bin mal auf den Befund gespannt und den Vergleich zum Ergebnis von Januar. Ich bin mir sicher, dass der wesentlich besser ausfallen wird.

Für Schulter und Nacken bekomme ich gerade Akupunktur und manuelle Therapie. Die Akupunktur bringt langsam Besserung. Es ist ebenfalls ein schleichender Prozess aber ich spüre Erleichterung. Endlich! Auf jeden Fall hat mich der Termin heute Nachmittag ein bisschen runter gebracht und ich bin schon wieder viel umgänglicher *ja* Morgen will mir der Physiomensch mein Schlüsselbein gerade stellen. Ist wohl völlig verdreht! Ich freu mich schon drauf! Muhaha! Der hat meinen Knochen und Gelenken in den bisherigen Sitzungen schon ganz dolle Knack- und Knirschgeräusche entlockt. Aber es schlägt an.

Eigentlich alles gut! Bis auf’s Geschäft. Es fängt sich wieder. Aber wir arbeiten immer noch unterbesetzt und das bleibt vorerst auch so. Doof nur, dass zwei Leute krank sind. Also noch mehr Stunden für S. und mich *kotz* Ein Lottogewinn! Das wär jetzt was!

Krieger des Lichts

Geschrieben am Donnerstag 11 Juni 2009 von kolibri_55

Ein Krieger des Lichts weiß was er will. Er braucht keine Erklärungen abzugeben. Er versucht nicht zu sein. Er ist. Er taucht ohne zu zögern in den Strom der Leidenschaft ein, der durch sein Leben fließt. Er hat gehört, Selbstgespräche sind die beste Art mit den Engeln zu kommunizieren. Täglich hält er Zwiesprache mit seinem Herzen. Da begreift der Krieger, dass hinter der Wiederholung seiner Erfahrungen nur ein einziges Ziel steht, ihn zu lehren was er noch nicht begriffen hat. Nie verliert ein Krieger des Lichts seinen leuchtenden Blick. Er verbringt seine Tage nicht damit eine Rolle zu spielen, die andere für ihn ausgesucht haben. Er ist seinen Träumen verpflichtet. Er riskiert sein Herz nur für etwas, das es wert ist. Er ist nicht alleine, denn er teilt seine Welt mit den Menschen die er liebt. Er leidet oft unter Dingen die es nicht wert sind, ist oft kleinlich. Er hält sich eines Segens oder Wunders für unwürdig. Deshalb aber ist er ein Krieger des Lichts. Er weiß zu unterscheiden zwischen dem was vergänglich ist und dem was unsterblich ist. Er ergreift die erstbeste Gelegenheit, um seine eigenen Fehler zu korrigieren, denn die anderen sind der Spiegel unserer selbst. Ein Krieger des Lichts vergisst niemals dankbar zu sein. Manchmal handelt er ohne zu wissen das er handelt, rettet er ohne zu wissen das er rettet, leidet er, ohne zu wissen warum er leidet. Ein Krieger des Lichts fürchtet nicht, verrückt zu erscheinen. Seine Weisheit ist seine eigene Form der Verrücktheit. Er hält inne, lauscht in sich, achtet auf die Dinge die er automatisch macht. Es lässt seine Intuition freier arbeiten. Alles was unlösbar schien findet so seine Lösung. Ein Krieger des Lichts liebt mit tiefer unendlicher Zärtlichkeit und sanfter Wildheit. Er ist ein hingebungsvoller Liebhaber und Kämpfer. Er hat seine Kraft von dem verborgenen Feind. Seine Feinde wählt er sich selbst. Wer mit ihm kämpft sucht ihn. Er lässt sich nicht provozieren, er hat ein Schicksal, das es zu erfüllen gilt. Er gibt allen die Zeit die sie brauchen, um ihre Taten zu rechtfertigen. Aber er ist unversöhnlich, wenn es um Verrat geht. Voller Stolz trägt er die Spuren und Narben der Kämpfe, es sind Zeugen dessen was er erlebt, und Belohnung für das was er errungen hat. Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute. Seine Gegner sind sein Segen, sie zwingen ihn für seine Träume zu kämpfen. Ein Krieger des Lichts bekommt immer eine zweite Chance. Sogar in der Schlacht kann er meditieren, er betrachtet die Welt wie ein Zuschauer. Er entspannt und lässt geschehen was um ihn geschieht, er versucht nicht hinzuzufügen oder wegzunehmen. Es gibt Augenblicke in denen man handeln muss und Augenblicke in denen man hinnehmen muss, ein Krieger des Lichts hat die Gabe zu unterscheiden. Er wird eines Tages an der Seite dessen sein für den er so sehr gekämpft hat. Intuition ist dem Krieger sehr wichtig, er benutzt sie und gehorcht seinem Engel. In dem Augenblick in dem er losgeht erkennt er den Weg. Seine Ausrüstung: Glaube, Liebe, Hoffnung, Gelassenheit und fast kindlicher Verrücktheit. Jede Biegung des Weges, jeder Stein heißt ihn willkommen. Er wird eins mit den Bergen und den Bächen, findet etwas von seiner Seele in den Pflanzen und Tieren. Ein Krieger des Lichts geht den eingeschlagenen Weg bis ans Ende. Alle Wege führen mitten ins Herz des Kriegers. Er weiß das die Zeit für ihn arbeitet, er hat es nie eilig. Er lernt seine Ungeduld zu meistern und vermeidet unüberlegtes handeln. Geht er langsam, bemerkt er wie fest seine Schritte sind. Ein Krieger des Lichts ist beharrlich, gibt nie auf. Dann, wenn er es am wenigsten erwartet, öffnet sich ihm eine Tür. Manchmal hat er das Gefühl zwei Leben zugleich zu führen. Ganz allmählich siegen seine Träume über die Routine, und er ist bereit, das zu vollenden, was er immer schon vollenden wollte, was er vollenden muss. Dann werden die zwei Leben zu einem einzigen. Eines Tages wird er eine Veränderung an seiner Stimme wahrnehmen, und begreifen, das eine höhere Weisheit aus ihm spricht.

Krieger des Lichts erkennen einander am Blick.

Frei nach Paulo Coelho

Der Anfang

Geschrieben am Montag 8 Juni 2009 von kolibri_55

ist gemacht! Ich bin auf dem richtigen Weg – auf meinem Weg! Nach kurzem Rückzug meinerseits hatte ich gestern ein Erlebnis der besonderen Art. Meine Freundin T. ist Physiotherapeutin und macht derzeit eine Weiterbildung zur Osteopathin. Meine Schulterprobleme haben in letzter Zeit wieder zugenommen. Ausserdem hat sich in den letzten Jahren meine Nasenscheidewand so verschoben, dass eine OP unumgänglich ist. Rechts ist meine Nasenatmung total eingeschränkt. Geplant war das eigentlich für diesen Sommer. Dazu die ungewollte Kinderlosigkeit.

T. hatte mich schon vor einer Weile darauf angesprochen, dass mir vielleicht ein Osteopath helfen könne. Sie selbst sei noch nicht so weit, hätte aber einen guten Dozenten. Vor ein paar Wochen kamen wir nochmal auf das Thema. Und so hat sie mir kurzerhand einen Termin bei ihm verschafft. Das war dann gestern. Ich hatte ca. eine Stunde Anfahrt. Da habe ich mir bereits viele Gedanken gemacht, was da nun auf mich zukommt. T. nahm mich in Empfang und ich drückte sie erstmal ganz fest. Sie war während der Behandlung dabei und hat für mich Unterricht geschwänzt ;-) M. der Therapeut, ein kleiner, vielleicht 1,75 m großer, sehr sympathischer Holländer mit kurzem, wuscheligem grauen Haar fragte mich wie er mir helfen könne. Ich weiß, dass er von T. schon einige Punkte wußte. Ich erzählte von meiner Schulter und den damit verbundenen Schmerzen, den bisherigen Maßnahmen. Von meiner Nase und dass sie operiert werden müsse.

Er: “So, Operation! Sagt man so.”
Ich: “Ja, ist so!”
Er: “Mal schaun” schaut mich an “Und, was ist da noch?”
Ich: “Ich bin ungewollt kinderlos!”

Er hinterfragt meine Schwangerschaften, und wie ich mich dabei fühlte. Ich schlucke! Das ist harter Tobac. T. greift meine Hand! Danke! Dieser Mann kennt mich nicht, ich kenne ihn nicht! Und trotzdem oder gerade deswegen breite ich vor ihm mein Innerstes aus und das kostet Kraft! Ich muss mich kurz sammeln!

Er stellt einige sehr konkrete Fragen. Auch über mein familiäres Umfeld. Schon da bin ich fürs erste den Tränen nahe. Bin dankbar, dass T. bei mir ist, greife ihre Hand. Dann, noch einige Fragen zur allgemeinen Gesundheit und den Lebenumständen.

Er: “Wie war Deine Kindheit?”
Ich: “Nicht so schön. Es gab viele Probleme. Häusliche Gewalt, Alkoholmißbrauch, Verzicht, finanzielle Probleme” Schluck!
Er: “Fühltest Du Dich als Kind eher gewollt oder”
Ich unterbrach: “Ungewollt! Eigentlich sollte meine Mutter bereits sterilisiert gewesen sein als ich unterwegs war!”

Er hat mich gebeten mich auszuziehen. Also die Hose und den Pulli. So stand ich dann in Unterhemd und Socken vor ihm. Er sagte zu mir ich solle T. anschauen, dann sehe ich etwas das ich kenne, etwas vertrautes. Er stellte sich hinter mich und berührte meinen Rücken. Ich spüre seine Hände im Nacken und am Schädel. Er greift um mich herum und legt die Hände auf meinen Bauch. Dann wieder zum Nacken. Seine Hände ruhen. Ich fühle mich geborgen, aber auch ein bisschen unheimlich. Es tut sich was unter meinem Brustbein. Tränen steigen auf. Aber noch fließen sie nicht!

Dann lege ich mich hin und er tastet sich über meinen Körper. Ich soll ganz tief einatmen, ausatmen. Das mehrere Male, während er meinen Körper ertastet. Blase blockiert, Gemärmutter blockiert, Halswirbel blockiert, Milz blockiert. Super! Er spricht von Traumata und Großbaustelle! Ich habe es gewußt! “Ich habe schon zu T. gesagt, dass da einiges im Argen liegt und ich ehrlich gesagt auch etwas Angst davor habe!” Er greift um mich herum hält mich hier, schiebt dort. Alles ganz sanft. Dann stellt er sich hinter mich und greift meinen Kopf. Legt eine Hand auf mein Brustbein. Die Tränen steigen. Ich fühle mich unglaublich geborgen. Bin ganz ruhig und atme gleichmäßig. Ich spüre die Tränen. Greife nach T.s Hand. Sie sitzt neben der Liege. Und dann laufen sie *heul* ganz still aber stetig. In meinem Körper arbeitet es. Ich kann es nicht in Worte fassen. Der Bauch rumort, es kribbelt hier. Dort wird es warm. Ich werde von M. gehalten und halte selbt T.s Hand. Langsam beruhige ich mich und die Tränen stoppen. “Was ist da gerade passiert?!” “T. ich bin so froh, dass ich Dir das alles nicht erklären muss!” Als ich mich einigermaßen gefangen habe, erstmal Nase putzen und dann in die Bauchlage. M. sitzt vor mir und Schiebt beide Hände auf mein Brustbein. Ich lege meinen Kopf auf die Innenseite seiner Arme. “Ist es so okay für Dich?” “Ja, danke”

“Du hast keine Daseinsberechtigung!” Ich lache kurz impulsiv auf! “Das ist es, was Du bisher gefühlt hast! Und eben bist Du angenommen worden, Du bist gewollt. Das ist gerade passiert!” Und Sekunden später bricht es aus mir heraus. Mein Körper bebt, und ich heule und ich schluchze wie selten zuvor. Auf T.s Hand ist verlaß. M. sagt, ich könne auch gerne ihn greifen. Das mache ich sofort. Alles bricht aus mir heraus. Fühle mich so wahnsinnig geborgen! Das dauert eine gefühlte Ewigkeit. Ich merke, wie ich langsam ruhiger werde. Ganz langsam beruhige ich mich. Beide erkundigen sich nach meinem Wohlbefinden. Ich antworte ehrlich “Es geht mir gut! Ich bin durcheinander, aber es geht mir gut. Ich danke euch beiden!”

Ich gehe nochmals in die Rückenlage. Er tastet wieder an meinem Körper, meinem Nacken, dem Bauch, dem Kopf. Ach ja, von meinem Piercing habe ich mich seit gestern verabschiedet. M. sagte, dass sei besser. Und obwohl ich keine handfeste Erklärung dafür bekommen habe habe ich es an Ort und Stelle herausgenommen. Später sagte mir T. sie trägt ihres auch schon eine ganze Weile nicht mehr. Zum Schluß stupste er mir auf die Nase und sagte “Die wird nicht operiert” Wegen des holländischen Akzentes hatte ich das aber zuerst anders verstanden.

Ich hatte mich schon vor einigen Wochen gegen die im Sommer geplante OP entschieden. Beziehungsweise wollte sie erst im nächsten Frühjahr machen lassen. Jetzt bin ich aber doch gespannt, ob es tatsächlich auch ohne gehen könnte *?* Fakt ist, dass ich seit gestern tatsächlich besser Luft bekomme. Überhaupt, ich kann ganz anders durchatmen. Kein Wunder, wenn der ganze Körper blockiert war. Mal schaun ;-)

M. sagte dann, dass wir zwei auf jeden Fall erstmal spazieren gehen sollen. An die Luft, wir hätten bestimmt viel zu bereden. Ich fragte, wie es denn nun weitergeht. In ca. 8 Wochen will er mich nochmal sehen. Solange soll das erstmal in meinem Körper arbeiten. Puh, ich kann das wirklich nicht in Worte fassen. Aber ich spüre seit gestern wirkliche Veränderungen in meinem Körper. Immer anders. Nicht wirklich zu begreifen. Wirklich viel konnte ich danach gar nicht erzählen. Und ich war froh, dass es für T. absolut nachvollziehbar war.

Wieder daheim, berichtete ich S. so gut es mir eben möglich war von der Behandlung. Ich habe selten in knapp eineinhalb Stunden so viel erlebt! Und es fällt mir wirklich schwer, das, was mir da gestern passiert ist in Worte zu fassen. S. bewertet das alles sehr postitiv. Keine Spur von Skepsis. Ich bin gespannt, was wir da in Gang gebracht haben. M. sagte noch zum Abschluß zu mir “Jetzt bist Du auf Deinem Weg! Jetzt kannst Du Du sein und musst nicht immer tausend Sachen machen, nur um zu zeigen dass Du da bist!” Woher kennt der Mann mich so gut?