Archive for the 'Gedanken & Gefühle' Category

November

Pünktlich zum November ist sie da, diese Traurigkeit. Ich kann mich dem die letzten Jahre nicht entziehen. Das Wetter ist trübe und meine Stimmung ist es auch. Und immer wieder sind da diese Gedanken, wenn alles gut gelaufen wäre….seit drei Jahren ich kann das nicht verwischen. Und schon gar nicht nach dieser Woche. Nichts wünschte ich mir gerade lieber als das unser Valentinchen gesund und munter durch die Wohnung laufen würde. Doch es bleibt Still. Ganz Still. Auch weil ich alleine bin. Der Schwedenmann hat einen Termin, den er nicht verschieben kann. Und sitze hier und bin traurig. Ablenken fällt mir schwer. Bei Monopoly verliere ich gerade eine Runde nach der anderen. Und natürlich mach ich mir Gedanken, wegen der histologischen Befunde. Obwohl mich das überhaupt nicht weiter bringt. Einsam fühle ich mich gerade, sehr einsam und alleine.

Wenn diese OP nicht gewesen wäre, würde ich ich jetzt im Zug in die Schweiz sitzen. Wie gerne wäre ich mitgefahren, aber das ist mir verwehrt geblieben. Gerade nach dieser Woche hätte ich den Besuch gebraucht. Meine Woche….beschissen war sie.

Montag

Ich fahre nach Wuppertal zur OP. Lust habe ich keine und meine Stimmung ist mies, sehr mies. Ich habe fürchterliche Angst, vor allen weil ich die Abläufe nicht kenne und Angst habe etwas falsch zu machen. Zuerst muss ich mich in der Verwaltung aufnehmen lassen und dann zur Station zum Aufnahmezimmer. Dort erstmal lange warten. Dann spreche ich kurz mit der OÄ vom letzen Mal und erfahre, das auch sie die OP macht. Dann wieder warten. Blutabnahme, die natürlich nicht reibungslos klappt, und dann ab aufs Zimmer. Die Zimmmer sind nett, klein und Klo und Bad auf dem Flur. Dann kommt die Ankündigung, die mich umhaut. Ich wußte das ich was zum Abführen bekomme. Das es 4 Liter des Ekelzeug sind, das war mir nicht bewußt. Ich bin wirklich, wirklich am Boden zerstört. Meine Mutter schmeiße ich zu dem Zeitpunkt raus und mache mich unter Tränen daran das Zeug irgendwie in mich zu schütten. Zwischendurch telefoniere. Meine Zimmernachbarin zieht ein. Eigentlich ganz nett, aber tröstet mich auch nicht wirklich. Gegen 14 Uhr habe ich zwei Liter geschafft und mein Bauch fängt ganz langsam an zu zicken. Der Vampir kommt zum Vorgespräch, der ist sehr nett und da er eine PJlerin mit dabei hat, erfahre ich mal wieder etwas Neues über die Schlafmethoden.

Dann stehen mir zwei weitere Liter bevor….ich kann kaum noch, ständig zum Klo, alles zu weh und nach dem ich den dritten Liter und Tränen in mich geschüttet habe, kann ich nicht mehr. Ich bin am Ende und kippe den letzten Liter einfach in den Ausguß.

Gegen fünf Uhr kommt mein lieber Schwedenmann und ich kann für kurze Zeit Kraft tanken. Richtig genießen können wir die Zeit nicht, da ich ständig zum Klo laufen muss. Die Nacht ist relativ unruhig. Ich habe Angst. Dran kommen soll ich an dritter Stelle, irgendwann zwischen halb zehn und elf Uhr.

Dienstag

Nach dem Duschen, natürlich habe ich die defekte Dusche erwischt…schön wen das Schild von aussen dran steht und die Türe offen steht, kommt ein Doc in mein Zimmer und fragt mich, ob ich in letzer Zeit eine Schwangersschaft gehabt hätte und die Anti-D-Spritze bekommen habe, sie hätten Anti-Körper gefunden. Das kann ich mit ja beantworten und schon ist der Doc wieder weg. Die nächste Ärztin kommt zum Zugang legen, und scheitert natürlich. Ich soll mich erstmal ins Bett packen und versuchen die Hände warm zu bekommen. Ewig kommt sie nicht wieder, aber vergessen hat sich mich leider nicht. Sie war zwischenzeitlich nur im Kreissaal zur Entbindung. Schade, da wäre ich auch lieber gewesen. Mit dem Kindergartenzugang erwischt sie dann doch eine Vene. Und sorgt noch kurz für Verwirrung, weil ich angeblich plötzlich an letzter Stelle dran komme…..aber das stellt sich als Irrtum raus, sie hatte noch den Stand von der ursprünglichen Planung, das wurde aber Montagabend noch gekippt. Dan heißt es warten. Gegen halb zehn bekomme ich meine Antibiose. Kurz drauf zum letzen Klogang und dann ab in den OP. Dank der Spritze mit der Prämedikation weiss ich nicht mehr wirklich viel, ausser das ich vor dem OP noch kurz warten mußte. Wie ich auf den Tisch und zürück gekommen bin, keine Ahnung. Die nächste bewußte Erinnerung ist, das ich im Aufwachraum liege und tierisch zum Klo muss. Die Bettpfanne habe ich abgelehnt. Und dann erstmal der Blick unter die Bettdecke, wie viele Pflaster finden sich….nur drei, also kein Bauchschnitt. Schmerzen habe ich gar keine und ich frage mich, ob die überhaupt was gemacht haben.
Auf Station durfte ich dann zum Klo, wenn auch nur zum Toilettenstuhl, nur…wenn zwei Schwestern da sind, dann kann ich auch nicht. Kaum waren die raus, ging es. Zwischendurch bin ich immer wieder eingeschlafen. Mit dem Abendessen kam die Stationsärztin und hat mir erzählt, das nur wenige Verwachsungen gefunden worden sind, ein Lebertumor weggeschnippelt worden ist und Proben von den Eierstöcken entnommen worden sind. Warum diese Proben entnommen worden sind, konnte sie mir nicht sagne und ich mache mir die ganze Nacht Gedanken. Auch der Schwedenmann kann diese Gedanken nicht verscheuen. Ich habe einfach Angst und versuche verzweifelt Dr. House zu erreichen, was aber nicht klappt und bin im nachhinein doch ganz froh darüber. Wie albern von mir ihn damit zu belästigen!! Nach Hause darf ich am Mittwoch, wie von mir angepeilt nicht. Dabei bin ich doch fit und tappere am Dienstag schon durch die Flure und selbst Treppensteigen ist kein Problem!!

Mittwoch

Noch vor dem Frühstück kommt die OÄ, die mich operiert hat. Und dann erfahre ich doch ein wenig mehr. Mein Eierstock war eingeklemmt zwischen Darm und Beckenwand, drum herum Verwachsungen. Das tut schon mal weh. Und ich denke mir, wie gut das wir die Darmspiegelung nicht gemacht haben. Von den Eierstöcken nimmt sie immer Proben und das auch nur wenig. Unschöner ist der Lebertumor, der alles und nichts sein kann. Zur Sicherheit wegen evtl Nachblutungen darf ich erstmal nicht frühstücken und muss zur Ambulanz zum US. Supi, wieder ein neuer Arzt und der drückt mir auch noch richtig nett auf dem frischoperierten Bauch rum. Da kommt echt Freude auf. Gefunden wurde nichts. Nach Hause soll ich erst am Freitag, finde ich gar nicht gut. Wenn es nach der anderen OÄ ginge, solle ich sogar bleiben bis die Histologie da ist.

Donnerstag

Bei der Visite erfahre ich dann, das es bei gelösten Verwachsungen am besten ist, viel Ruhe zu bewahren und sich zu schonen und nicht so viel zu laufen. Hätte man mir auch mal am Dienstag sagen können….den Tag verbringe ich dann halbwegs auf dem Bett und ich merke auch, mein Körper braucht das auch. Der Schwedenmann kann leider aus zeitlichen Gründen nicht kommen und ich bin schon sehr traurig. Leider vergessen sie bei mir die Blutabnahme und dann bin ich nur kurz einen Latte M. trinken und so wird die Abnahme auf den nächsten Morgen verschoben, wodurch ich länger am Freitag warten muss. Für mich bricht eine Welt zusammen, ich will nach Hause und zwar so schnell wie möglich. Ich heule zwei Stunden lang heimlich unter der Bettdecke. Soll ja keiner mitbekommen.

Freitag

Blutabnahme, und wie immer habe ich Schiss, aber es klappt fast ganz gut. Die Ergebnisse sollen gegen elf Uhr kommen und ich bin so ungeduldig. Aber ich bin bei der Visite auch ehrlich und sage, das die Schmerzen wieder mehr geworden sind und mein Darm und Eierstock sich wohl erst an den neuen Platz gewöhnen müssen. Um elf kommt die Stationsärztin und teilt mir mit, das die Blutwerte ok sind, aber die OÄ mich gerne bis Samstag da behalten möchte, weil dann ggf. die Befunde der Histologie da sind und man weiter planen könne. Öhm, was den weiter planen? Darauf hin hat sie auch keine Antwort. Ich habe dann gefragt, ob ich bleiben muss, da doch die operierende OÄ gesagt hat, das ich nach Hause darf. Und das das Problem mit dem Klo sich auch schon erledigt hat. Und dann….peinlich, aber ich kann das nicht zurückhalten, fange ich an zu weinen. Ich darf dann doch gehen. Sie haben mich freiwillig gehen lassen, auf eigene Verantwortung wäre ich auch nicht gegangen. Wegen der Histologie würde man mich anrufen….dann ab nach Hause und ich bin einfach nur froh. Auch wenn es mir sehr, sehr schwer fällt wirklich langsam zu machen.

Samstag

Endlich wieder im eigenen Bett, das nicht quitscht, geschlafen. Schmerzen sind da…vor allen der Oberbauch tut ganz schön weh. Auch der Eierstock mag wohl dort wo er liegt sich nicht wohlfülhen…und dann wieder die Gedanken…ist es doch der Darm gewesen? Hätte ich die Darmspiegelung ansprechen sollen….das Zeug gesoffen habe ich ja…..aber jetzt ist es eh zu spät.
Morgen muss ich die Pflaster entfernen, genäht worden ist nicht, davor habe ich ganz schön Schiss…aber auch da mus sich durch. Am liebsten wäre mich jetzt die Badewanne, aber das geht ja nicht.

Eingeordnet in:Gedanken & Gefühle |am 1. November 2008 |3 Kommentare »

25.10- Mondschein75

Zwei Jahre ist der Tag her an dem Mondschein zu einem Stern geworden ist.
Für mich heute noch unfassbar und für mich auch weiterhin unvergessen.
Wenige Tage nach ihrem Tod ist ihr Mann ihr zu den Sternen gefolgt, ich kann das sogar ein Stück weit nachvollziehen.

Liebe Mondschein, auch heute noch denke ich oft an Dich, besonders im Oktober. Du hast mir damals so viel Mut gemacht und mir so liebe PNs geschrieben. Ich danke Dir dafür.

Eingeordnet in:Gedanken & Gefühle |am 25. Oktober 2008 |2 Kommentare »

Vom Himmel bis zur Hölle

Der heutige Tag bietet alles.

Von himmlischen Nachrichten bis zu höllischen Nachrichten und ich bin mittendrin.

Die Nachricht von Tante Heinz hat mich einfach nur noch trauriger gemacht und es ist so ungerecht. Ich war heute eh den ganzen Tag tief traurig, dann dieser doofe Arztbesuch und jetzt das. Die Frage nach dem Warum und wo Gott da gewesen ist, bringt nichts. Aber sie drängt sich auf. Es ist einfach nur zum Weinen.

Dann habe ich diesen doofen Zahnarzttermin gehabt. Von meiner Akte war das “schwanger” ja bereits ausradiert. Den PC hatten wir vergessen. Und meine Putzfee hat mir überschwenglich und freudig zur Schwangerschaft gratuliert.

Doch es gab auch eine mehr als schöne Nachricht, die liebe Stina ist schwanger. Mindestens ein Held hat sich durchgesetzt. Und es freut mich so sehr für sie!! Aber ein wenig fällt doch auf diese Nachricht der Schatten von der Nachricht von Tante Heinz.

Der Tag hat noch 6 Stunden, hoffen wir das es nicht noch mehr traurige Dinge gibt.

Eingeordnet in:Gedanken & Gefühle |am 8. Oktober 2008 |Keine Kommentare »

Geschützt: Demütigung

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Eingeordnet in:Gedanken & Gefühle |am 27. September 2008 |Bitte gib das Passwort ein, um die Kommentare zu lesen.

Und nachts kommen die Gedanken

Wie schön wäre es zu Nacht die Gedanken einfach auszuschalten und sich nicht rumzuwälzen. Aber selbst das ist mir nicht vergönnt. Tippen wir dann doch einen Beitrag in der Nacht, vielleicht hilft das. Müde bin ich eigentlich, aber die doofen Halschmerzen, die mich seit Donnerstag ärgern, lassen mich nicht schlafen.

Irgendwas muss ich ja verbocken haben….

Die Blutentnahme gestern war nicht ganz so schlimm, wie erwartet,tat zwar sauweh, aber wenigstens kam Blut raus. Auch wenn die Kollegin von Dr. House einen Spruch getan hat, der mich doch ärgert. Immer noch. Klar, weiss ich das es schon mal gut ist, das ich schwanger werde. Aber kaufen kann ich mir davon nichts. Und ich schaffe es nicht mal bis zum Herzschlag. Wie gerne würde ich den einmal im Ultraschall sehen. Oder das blaue Heft bekommen. Aber nichts von allem dem. Und dann ständig diese Frage, Warum. Antworten gibt es darauf nicht, deshalb will ich sie mir eigentlich nicht stellen. Doch sie stellt sich von selber. Doofe Frage.

Wenigstens ist der Wert auf 8,7 gesunken. Ich denke mal das wars und jetzt hoffe ich das meine Mens in drei bis vier Wochen eintrudelt. Eine ganz leichte Blutung hat auch wieder eingesetzt.

Gestern ist es mir durch den Kopf geschossen, warum ich die ganze Situation dieses Mal so unerträglich finde. Ich habe mich bis zu diesem Versuch damit im inneren wirklich gut angefreundet, das ein Leben ohne Kind auch schön ist. Ich habe es aktezpiert. Aber nun…ich habe Hoffnung gehabt. Und nun, stehe ich wieder am Anfang. Jetzt denke ich wieder, ein Leben ohne Kind. Macht das Sinn??

Und es steigt noch eine weitere Verbitterung, ja kann man das nennen, auf. Eine sehr liebe Freundin hat auf die Nachricht, das ich unseren kleinen Handballer verloren habe, nicht mehr gemeldet. Ich weiss das sie selber Stress hat, bei dem ich ihr leider nicht wirklich helfen kann, aber eine kurze SMS, hätte mir gereicht. Mehr wollte ich gar nicht.

Durch die Trauer und das tiefe Tal muß ich alleine, andere können mich zwar zeitweise unterstützen und helfen, aber im Grunde, geht man diesen Weg alleine. Ich glaube dieser zweite Verlust wird unseren eh sehr dünnen Freundeskreis noch weiter ausdünnen. So wie es momentan aussieht auf fast null reduzieren. Zumindest was den Teil angeht, den wir schon länger kennen. Die ohne Probleme Kinder bekommen habe. Aber das sind jahrelange Freundschaften, und das tut schon ganz schön weh.

Wie gut das ich die Mädels aus dem Forum habe, ohne sie würde ich diese Zeit überhaupt nicht überstehen und mein Leben wäre noch einsamer. Den die Welt ausserhalb, die möchte, kann und will mich nicht verstehen. Für die hat sich die Welt auch nicht verändert. Für mich schon. Niemals wieder kann es so sein “wie früher”. Schon alleine der Schritt in eine Kinderwunschpraxis verändert. Die Verluste noch mehr. Das sind tiefe Narben, die einen nie, nie wieder los lassen und die immer mal wieder aufbrechen. Und meist dann, wenn man sie gerade gar nicht haben möchte.

Eingeordnet in:Gedanken & Gefühle |am 6. September 2008 |3 Kommentare »

Der Unterschied

Als mein lieber Schwedenmann vorhin mit seiner Mutter telefoniert hat, ist er mir aufgefallen, der Unterschied. Aber ich kann es nicht verdenken, an seiner Stelle würde ich vielleicht ähnlich denken.

Er hat seiner Mutter gegenüber am Telefon erwähnt, das die Fehlgeburt dieses Mal nicht so schlimm gewesen sein bzw. das Gefühl nicht so schlimm wäre. Da bin ich doch hellhörig geworden. Hinterher haben wir darüber gesprochen und für ihn ist das wirklich so. Beim Valentinchen hatten wir schon einen US, ein Bild und für ihn war es greifbarer. Bei unserem kleinen Handballer hat er nichts gehabt, ausser einem Blutwert und das ich von Blutungen sprach. (Töffte auch die Sprüche der Schwiegermutter, sie würde ja bis zum Papst pilgern, und warum das den schon wieder passiert ist, das könnte ja gar nicht sein..)

Für mich ist es dieses Mal schlimm gewesen sehr schlimm, alles ging so schnell, das viele Blut, die starken Schmerzen, die immer noch da sind und das Gefühl das die Gebärmutter reißt auseinander und der linke Eierstock reißt aus dem Körper, aber das scheint ja normal zu sein. Hoffe ich zumindest. Beim letzten Mal war da keine Blutung gar nichts, die Ausschabung und im Anschluss eine leichte Blutung. Fertig. Das war für mich verkraftbarer.

Sollte ich jemals wieder schwanger sein,wie soll ich die ersten 3 Monate überstehen, bei jedem Gang zur Toilette diese Panik. Wie soll man da nicht wahnsinnig werden?

Aber es ist wie bei den Versuchen mit einem Negativ, wir verarbeiten unterschiedlich und nicht unbedingt zusammen, aber wir haben beide gelernt, das wir unterschiedliche Wege gehen können und müssen und uns dann trotzdem nah sind.

Ich bin froh, das wir heute ins Kino fahren und das Morgen der Gottesdienst ist, auf der einen Seite, sehr anstrengend. Auf der anderen Seite wird er sehr gut werden und mir Kraft geben, da bin ich mir sicher. Und dafür bin ich dankbar.

Heute stand dann die Fleuroptante bei uns vor der Haustüre, eine sehr liebe Freundin hat mir damit eine sehr große Freude gemacht und ich habe erstmal vor lauter Rührung weinen müssen.

Eingeordnet in:Gedanken & Gefühle |am 30. August 2008 |1 Ein Kommentar »

Zusammenbruch

Eine Woche hatten wir das Gefühl zwischen Hoffen und Bangen und im Grunde ein bisschen mehr Hoffnung als vielleicht irgendwie angebracht.

Dann kam der Dienstag, viertel vor zwölf, die Uhrzeit wird wohl immer in meinem Gedächnis eingebrannt bleiben. Die ersten Vorboten eine schlimmen Blutung. Es scheint doch so zu sein, das unser Handballer an einem Tag weggeschwemmt worden ist. Auch wenn zwischen durch mal Ruhe gewesen ist, und wir wieder Hoffnung hatten…ich war hin und her gerissen, habe ich mir beide Szenarien ausgemalt und konnte mir beide nicht wirklich vorstellen. Aber in eine Richtung geht es ja bekanntlich immer.

Der heutig Tag, der Anruf, genau um 14.02 Uhr und mein Handy klingelt, an der Nummer erkennt man genau, das ist Dr. House….und dann die Worte, die so weh getan haben. “Ihr Gefühl hat sie leider nicht betrogen”. Ich habe es geahnt und Dr. House war wirklich sehr lieb, aber die Tatsache das es einfach brutal ist, kann auch er nicht abmildern. Es tut ihm auch leid, das ich noch mal zur HCG-Kontrolle muss. Er weiss ja, was das ggf. wieder für ein Akt wird. Wie sagte er, es tut mir leid, das wir sie dann noch mal quälen müssen. Aber wenn der HCG innerhalb von 46 Stunden, mehr lag zwischen den Blutabnahmen ja nicht, so runter knallt. Dann wird ja auch der letzte Rest verschwinden. So hoffe ich es zumindest.

Für mich ist der Gedanken das unser kleiner Handballer jetzt irgendwo im Klo verschwunden ist, so unerträglich. Kein Grab, keine Ecke…kein Ort der Ruhe. Sushl hat den lieben Vorschlag gemacht etwas zu pflanzen, nur ohne Garten ist das schwer. Wieder gibt es für uns kein Grab, das mir jetzt wirklich sehr wichtig wäre, wo wir hin gehen können. Kein Ort der Ruhe, des Abschieds und der Trauer.

Meine Trauer habe ich den ganzen Nachmittag verdrängt, vielleicht stand ich unter Schock, ich habe zwei Sitzungen in der Kirche gehabt, die wirklich schön waren, sie haben mich abgelenkt und nun trifft mich alles wie ein Schlag. Ich weine und weine und weine. Ich weiss nicht wie ich diesen Schlag ertragen soll. Sicher, ich habe vorher gesagt, ich nehme jede Entscheidung der Natur an. Aber weh tut es trotzdem. Sehr weh. Ich weiss nur zu gut, das es einen guten Grund gibt, warum die Natur entschieden hat, auch wenn er mir sich mir absolut nicht erschließt. Vielelicht kommt das noch.

Ich bin für die Unterstützung aus dem Forum und vor allen von Frau iri sehr, sehr dankbar. Die letzten Wochen haben mir gezeigt, ich bin ein Teil dieser Gemeinschaft und ich bin nicht alleine.

Eigentlich wollten wir Morgen beim Stammtisch feieren….aber nun ist es anders gekommen. Ich kann keinen Staffelstab übergeben, keine Viren verteilen. Ich habe versagt. Und in mir schlummert immer noch ein wenig Bange die Frage, was habe ich vielleicht falsch gemacht, das der kleine Handballer gehen mußte??

Und eine weitere schwere Prüfung steht mir bevor am Sonntag. Etwas was ich bewußt eingehe, weil es mir wichtig ist. Sehr wichtig. Ich möchte beim Gottesdienst für Jung & Alt meine Aufgabe wahr nehmen. Gut war wahrnehmen und auch hier das Gefühl haben, ich gehöre dazu. Ich habe eine Aufgabe und die werde ich erfüllen. Unter hohem Niveau. Und das trotz 3 Taufen und einer Trauung. Ich werde am Sonntag anfangen dem Schicksal die Stirn zu bieten, und ich werde mich weder vom Schicksal unter kriegen lassen. Und ich werde gegen die Frage nach dem Warum ankämpfen. Eine Antwort wird es nicht gehen. Und ich will somit auch nicht suchen.

Wenn wir aus dem Urlaub sind und uns hoffentlich gefangen haben, dann möchte ich mit der nächsten richtigen Blutung weiter machen….Zeitzi und Mimi sollen dann ihre Chancen bekommen. Falls Dr. House nicht doch noch was als Untersuchung vorschlägt.
Mir fällt er nur noch Dr. Reichel und der Gerinnungsdoc ein. Aber so viele Röhrchen bekomme ich niemals zu sammen. Die Gerinnung ist im Grunde getest. Die SD optimal eingestellt. Die Genetik ist durch, blieb nur noch Killerzellen oder Immu und beides….würde ich glaube ich nicht wollen.

Ich denke auch mal das die beiden Verluste einfach nur Zufall waren, eine Laune der Natur. Und ich sollte mich glücklich schätzen. Bei vier Versuchen habe ich zwei Schwangerschaften erzielt, das ist doch eigentlich ein guter Schnitt. Die IUI zähle ich mal so gar nicht dazu, mit den Werten habe ich eh nie eine realistische Chancen gehabt.

Und nun…lange geschrieben und solange bin ich am Ende. Mit dem körperlichen und seelischen Kräften. Ich hatte vergessen, dabei habe ich gedacht man kann es nicht vergeesen,wie weh so ein Abschied tut und wieviel Taschentücher mal verweinen kann. Schade, das ich jetzt nicht einfach meine Gefühle ausschalten kann, aber das geht gerade nicht.

Vielleicht tut es auch mehr weh, weil es kein Abschied auf Raten gab, sondern einfach nur eine harte Wahrheit. In Form von Blutung. Etwas was für mich der größte Horror gewesen ist. Im Vorfeld und jetzt im passieren. Und dann heute die Angst vor der Nachricht. Die letzte Stunde, das war das Schlimmste was ich je erlebt habe, nein das ist nicht ganz richtig. Diese schlimmen Gefühl hatte ich schon mal, während der Zeit um auf die Ultraschalluntersuchungen von unserem Valentinchen zu warten. Es tut weh und es ist mit nichts zu vergleichen. Man hat das Gefühl man verbrennt innerlich.

Eingeordnet in:Gedanken & Gefühle |am 29. August 2008 |8 Kommentare »

Das Spiel ist vorbei

Es ist aus.
Mein Gefühl hat mich nicht betrogen. Der Wert ist deutlich runter geknallt auf 200.
Ich soll alle Medis absetzten und nächsten Freitag noch mal zur HCG-Kontrolle kommen.

Ich fühle mich leer, alleine und bedrückt.

Eingeordnet in:Gedanken & Gefühle |am 28. August 2008 |9 Kommentare »

Mein persönlicher Albtraum ist wahr geworden!!

Für mich ist heute mein persönlicher Albtraum wahr geworden.
Heute kopiere ich nur aus dem Forum, sorry:

Ich hatte die letzten Tage eh schon Angst zum Klo zu gehen. Am Wochenende habe ich ganz leicht Spuren braunes Blut gefunden, aber minimal.

Heute Nachmittag wäre ja eigentlich die normale Kontrolle des HCG, aber seit halb zwölft ist alles anderes wieder etwas Blut. Rotes “frisches” Blut. Auf dem Weg zum Unikid hat mir iri ganz toll beigestanden. Ich danke Dir dafür und auch den Tagebucheintrag. *bussi* Wie hätte ich das ohne Dich geschafft!! Auf dem Weg zum unikid mußte ich noch mal zum Klo und seit dem blutet es sehr stark. Bis auf eine halbe Stund Pause heute nachmittag.

Dr. House habe ich nur von weitem gesehen, für einen US ist es zu früh, und mir haben sie But abgenommen und wir haben die nächste Prolutonspritze gesetzt. Wenn ich Glück hätte, könnte ich um viertel vor vier nach dem Wert fragen. Ich habe den Biologen dran gehabt. Der Wert sei super gestiegen, 1140, in 12 Tagen einen Termin zum US. Und ich so…und die Blutung? Davon wisse er gar nichts, aber dann wäre das natürlich Blödsinn mit dem Us und ich soll am Donnerstag gegen halb zehn zum BT. Es gibt auf Grund des Wertes noch die Möglichkeit, das es Zwillis sind und vielleicht einer nicht mehr weiter spielen will….oder die Natur hat einfach entschieden.

Ich bin jetzt bin Ende der Woche krank geschrieben, habe mich mit Magensium auf die Couch gepackt und versuche nicht durchzudrehen….Hoffnung? Hoffnung habe ich keine mehr. Die Blutung ist so stark, da ist soviel Gewebe mit bei….ich werde diese Handballer verlieren.

Für mich ist heute mein persönlicher Albtraum war geworden. Eine FG mit Blut und starken Schmerzen ist das was mir am meisten Angst gemacht hat und wo vor ich mich am meisten fürchte.

Ich bin total am Ende…..ich weiss, ich muss der Natur ihren Lauf lassen….aber ich kann nicht mehr….. *heul* *heul* auch der Schwedenmann ist unendlcih traurig, leider hat er die Katastrophe nicht begleiten können, aber so mußte die ersten Stunden wenigestens nur einer von uns leiden.

Eingeordnet in:Gedanken & Gefühle |am 26. August 2008 |10 Kommentare »

Die kürzeste Warteschleife

Ich bin in der kürzesten Warteschleife seit Beginn unserer Kinderwunschkarriere.
Und doch war der 1.Spieltag mal wieder turbulent, irgendwie schaffe ich es doch nicht ohne Katastrophen. *ohnmacht*
ch bin mir nicht sicher, ob meine Seele mir über meinen Körper einen Streich spielt oder ob da wirklich was ist, auf Grund dessen ich handeln sollte.

Ich habe heute morgen immer mal wieder ein Ziehen in der Gegen des linken Eierstock gehabt.
Dieses Problemkind kenne ich ja nur zu genüge. Der sitzte ja nicht richtig im kleinen Becken, Verwachsungen, Entzündungen…kenne ich ja nur zu genüge.

Die Schmerzen waren zwischendurch echt heftig, habe dann Schmerzemittel genommen und mich schlafen gelegt. Aber dann mit heftigen Schmerzen aufgewacht.

Nach dem es heute Abend zeitweise sehr heftig war, hatten wir kurzfristig überlegt in die angeschlossene Klinik von der “housschen” Praxis zu fahren. Aber ich habe Schiss, das die mich dort auslachen. Vielleicht sind es nur blöde Blähungen oder sonst was.
Im Krankenhaus bleiben geht auf keinen Fall, Dienstag ist die Einschulung vom großen Patenkind und da kann ich nicht fehlen. Vor allen weil wir die Schultüte bringen.

Zur Krönung ist beim Schwedenmann eines der vier Provis wieder locker, dieses Mal auf der anderen Seite. Aber wenigstens hat unser Zahnarzt morgen Notdienst.

Auf der anderen Seite…haben wir weder für die Klinik noch für den Zahnarzt, weil wir doch morgen früh ab 9.45 Uhr die Handballer anfeuern müssen!!

Bitte ganz doll morgen alle lieben Gedanken nach Peking zu Fritz & Bitter und dem Rest der Mannschaft schicken!!!! *dd* *dd* *dd*

Eingeordnet in:Gedanken & Gefühle |am 9. August 2008 |6 Kommentare »