Archiv für Januar 2009

Als das Meer verschwand

An einem Tag in einer Stadt am Ende der Welt kam die Ebbe,
aber die Flut kam nicht. Das Meer war einfach ohne jede
Vorwarnung verschwunden. Zu Anfang waren die Menschen nur
ein wenig verwirrt, sie machten einfach weiter mit ihrem Tratsch
und Streit über immer dieselben Dinge.

Aber bald machte sich in der Stadt ein Schweigen breit. Vor den
Augen der Menschen entstand eine Wüste von unglaublichen
Ausmaßen.
Es vergingen Wochen. Und noch immer gab es kein Zeichen vom
Meer. Die Menschen begannen sich Sorgen zu machen. Dann
wurde beschlossen, eine kleine Gruppe loszuschicken in der
Hoffnung, das Meer zurück zu bringen.

Als die Tage vergingen, machten sich immer mehr Menschen
auf die Suche. Die Menschen suchten überall, aber der Ozean
war spurlos verschwunden.
Das ruhige Land, das früher so reich gewesen war, war hart und
erbarmunglos geworden. Dann tauchte am Horizont eine
Silhouette auf. Die Menschen glaubten durch die flirrende Luft,
brechende Wellen herannahen zu sehen.

Eine Wogge der Vorfreude ging durch die Stadt als man ungeduldig
beobachtete wie der Ozean zurückkehrte. Doch als das Wasser
sich näherte, veränderte und verschobe sich sein Aussehen. Was
ausgesehen hatte wie eine Welle, die sich brach, das waren in
Wahrheit wilde Pferde. Wohin sie auch blickten, sie sahen Pferde,
die näher und näher kamen. Aus ihrer Vorfreude wurde Furcht.
Aus ihrer Furcht wurde Panik.

Nichts schien diesen Vormarsch aufhalten zu können, der ebenso
wie das Verschwinden des Ozeans ohne Vorwarnung kam. Aber
nicht einen Moment lang hörten die Menschen auf, sich die Frage
zu stellen, warum der Ozean überhaupt verschwunden war.

Die Menschen hatten nur die eine Wahl. Sie mussten darauf
vertrauen, dass die Pferde sie zum Meer zurück führen würden.
Ohne Zügel, ohne Sattel ritten sie auf den Pferden über das
verödete Land. Der Ozean jedoch war für immer verschwunden.
Und die Menschen beieinander und doch allein, mussten sich
einander und ihrem Verlust stellen.

Sie schufen sich ein Zuhause in ihrer neuen Umgebung. Einer
Umgebung, die sich für immer verändert hatte. Sie lernten, an
dem Ort zu leben, den der Ozean zurück gelassen hatte,
obwohl er in ihren Träumen fortbestand.

(Verfasser mir unbekannt)

Eingeordnet in:Lyrik & Musik |am 29. Januar 2009 |2 Kommentare »

Special K.

Ich sollte ein Buch schreiben…..und das mit Humor. Anders wäre es wohl nicht mehr ganz aushaltbar für mich.

Nach dem ich letzte Woche Mittwoch zum Neurochirurgen war (Ventil von 15 auf 13 gestellt), war ich am Dienstag schon wieder da. Immer noch mit Problemen, die wie immer nicht klar und klassisch nach dem Lehrbuch gehen. Das Ventil haben wir dann von 13 auf 10 verstellt. Dienstag ging noch so einigermassen. Das Handballspiel war nicht unbedingt förderlich was die Aufregung und die Kopfschmerzen an ging. Und dann Mittwochabend ging fast nichts mehr und ich habe in der Klinik angerufen. Und mir ist beinah der Telefonhörer aus der Hand gefallen. Den wenn hatte ich am anderen Ende der Leitung. Mr. Special K. Der Doc den ich lange mit meinen Venen beschäftigt habe bei der Hirnhautentzündung und der mir unendlich leid tat. Wir sind dann nach dem Anruf in die Klinik gefahren und er hatte auch direkt sich Zeit genommen. *g* Das Ventil dann von 10 auf 12 verstellt und mal gucken wie es geht. Wenn es heute Nacht noch schlimmer wird, soll ich wieder auftauchen….tue ich aber nicht. *g*
Mit dem Namen konnte er am Telefon direkt etwas anfangen, und im Gespräch hat er erzählt das er er doch ein wenig in Sorge nach meinem Anruf war und das er dann wieder an dieses Blut abnehmen gedacht hat. *g* Aber ich auch….immer im Zusammenhang mit diesem Namen. Das Leben schreibt manchmal komische Geschichten. So etwas könnte man sich gar nicht ausdenken.

Eingeordnet in:Schwedische Schreibecke |am 29. Januar 2009 |Keine Kommentare »

AMH

Anti-Müller-Hormon….ich wollte ihn wissen, wie er bei mir ist.
Seit Freitag weiss ich es, und irgendwie hat es mich schon von den Socken gehauen.
Klar, es ist nur ein Richtwert, aber es deckt sich mit unseren ICSIs.

Ich bin gerade mal 30 Jahre alt und mein AMH liegt bei 1,5.
Das deprimiert. Und wenn man eh schon ein wenig deprimiert ist, dann ist das besonder hart.
Da stellt sich für mich schon ein wenig die Frage, soll ich wirklich noch mal eine ICSI wagen…besser wird der Wert bestimmt nicht.
Das muss ich mal mit Dr. House durch quasselen…nach dem er mir wahrscheinlich eine Standpauke gehalten hat, weil ich den Wert bestimmen haben lassen…..*lollol*

Und in Kroatien läuft es auch gerade nicht gut….da gab es am Sonntag zwei Schiri die ein wenig einseitig gepfiffen haben…und dann der arme Mimi….*heul* das tat beim zusehen schon weh!!

Eingeordnet in:Schwedische Schreibecke |am 26. Januar 2009 |3 Kommentare »

Geschützt: Wenn ich die Zeit zurück drehen könnte…

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Eingeordnet in:*Jogi*, *Mimi*, Gedanken & Gefühle |am 24. Januar 2009 |Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt.

Es brodelt

Es brodelt in mir….seit heute Mittag….ich möchte am liebsten schreien oder gegen die Tür hauen, aber ich weiss es nichts ändern wird.

Ich habe heute Mittag fernsehen geschaut….und beim durchzappen bin ich bei einem Bericht über das Dschungelcamp hängengeblieben. Es ging um Frau London. Und die Geschlechtsumwandlung. Und jetzt kommt der Teil der mich zur Weißglut bringt!!!!
Frau London war mal Mann und ist auf dem Weg zur Frau und die Geschlechtsumwandlung bzw. der Wunsch danach ist eine anerkannte Krankheit und wird von den KK gezahlt!!!! Es gibt zwas Auflagen und es dauert eine Zeit bis ein Arzt diesen Schritt macht, aber es wird gezahlt.

Und wir!! Unfruchtbarkeit wird nicht als Krankheit anerkannt….da schaut man einfach über die WHO weg. Ich könnte *heul*.

Eingeordnet in:Schwedische Schreibecke |am 22. Januar 2009 |6 Kommentare »

Typisch Schweden

Das kann wirklich nur ich, aber dann dafür mit absoluter Hingabe….den Griff zum gesundheitlichen Abstellgleis.

Eigentlich seit dem letzten Kryozyklus, und somit seit knapp zwei Monaten, klopften immer mal mein Kopf an.
Aber zu erst habe ich es auf das Progynova geschoben, dann auf das HCG, dann auf den Infekt.

Montag war ich dann zum Antrittsbesuch bei dem neuen Neurochirurgen, endlich mal wieder ein fachlicher Lichtblick nach zwei Jahren!!, wir haben über meine kleinen Probleme gesprochen und beschlossen, das es wohl der Infekt ist und wir noch mal ein oder zwei Wochen abwarten. Aber weit gefehlt….heute Morgen ging nach dem Duschen und Anziehen gar nichts mehr. Kopfschmerzen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit….nicht mal auf der Arbeit habe ich selber anrufen können. Es ging nichts, aber auch gar nichts mehr.
Der Schwedenmann hat mich dann nach Düsseldorf gebracht, und zum Glück hat mein neuer Doc Dienst gehabt und hat auch unbedingt selber kommen wollen, mußten halt wegen OP nur erstmal etwas warten. Das kurze Gespräch war gut und da hat man wirklich bemerkt, er hat Ahnung. Wir haben das Ventil von 15 auf 13 gestellt…..ausgerechnet meine ungeliebte 13. Schauen wir mal was mein Kopf dazu sagt, es ist ein harter Tag gewesen. Hoffen wir das der Kopf sich schnell umstellt und das es das dann war. *beten* Ich möchte doch wieder mal zurück ins Leben, auch wenn die Situation auf der Arbeit momentan total bescheiden ist.

Eingeordnet in:Schwedische Schreibecke |am 21. Januar 2009 |Keine Kommentare »

Seelen wachsen

Ammonite hat diese Geschichte ihre Tochter Alia gewidmet, die leider am 18.Juni 2008 zu den Sternen gereist ist.
Das erste Mal habe ich diese Geschichte von ihr gelesen, als mein drittes Kind ein Engel geworden ist. Es hat mir und gibt mir viel Kraft. Liebe Ammonite, ich danke Dir das ich es hier einstellen darf.

Seelen wachsen

Franziska holte an diesem Tag Katja erst am Nachmittag vom Kindergarten ab, da es der Wochentag war, an dem sie länger arbeiten musste. Ganz ungewöhnlich war Katja sehr still und plapperte nicht ohne Pause über die Erlebnisse ihres Tages. War sie etwa krank? Aber ihre Hand hatte normale Temperatur… Nun ja, mal abwarten.
Sie waren schon eine ganze Weile zuhause, als Katja sich an Franziska kuschelte und sagte: “Du, Mama, Thorben hat heute erzählt, dass sie ein Baby kriegen.”
“Freut er sich darüber? Oder findet er das komisch?”
“Er freut sich schon…”
“Und was macht dir dabei Sorgen?”
“Malin hat erzählt, dass ihre große Schwester im Bauch von ihrer Mami gestorben ist. — Stirbt Thorbens Geschwisterchen auch?”
“Das kann niemand vorher wissen. Manchmal ist es so, dass ein Baby sehr früh gehen muss. Aber wir hoffen für Thorben und seine Eltern, dass ihr neues Baby bei ihnen bleiben kann.”
“Und warum gehen manche so früh?”
“Hmm. Du weißt doch, dass unsere Körper ganz unterschiedlich wachsen? Leander ist genauso alt wie du, aber vor einem Jahr war er viel kleiner als du und nun ist er ein Stückchen größer. Ihr werdet beide noch viel wachsen und jetzt kann man noch nicht sagen, wie groß ihr genau werdet. Denn die Menschen hören auch unterschiedlich auf zu wachsen. Manche werden so groß wie dein Papa, andere bleiben kleiner, so wie ich. Wenn wir erwachsen sind, hören wir auf zu wachsen. Und mit der Seele ist es ähnlich. Jede Seele fängt ganz klein an und dann wächst sie. Und wenn die Seele ausgewachsen ist, dann geht sie zurück zu Gott, von wo wir alle gekommen sind, und dort hat sie es sehr gut und passt auch auf ihre Familie, die noch hier ist, auf. Manche Seelen wachsen sehr langsam und haben ihre endgültige Größe erst erreicht, wenn sie noch viel älter als die Ur-Oma sind. Manche wachsen so schnell, dass sie wieder zurück zu Gott gehen dürfen, wenn ihre Körper noch ganz klein sind; vielleicht sogar so klein, dass wir von außen noch nicht einmal sehen können, dass sie im Bauch von einer Frau wachsen. Wenn eine Seele bei Gott ist, dann ist das so, als wenn sie in einem anderen Zimmer ist, aber die Tür ist verschlossen. Wir können diese Seele weder sehen noch anfassen. Trotzdem wissen wir, dass es sie gibt und es ihr gut geht. Wenn wir in unserer Seele ganz, ganz leise werden, dann können wir sie aber vielleicht hören.”
“Aber …”
“Ja?”
“Aber Malin sagt, ihre Eltern sind immer wieder ganz traurig, dass ihre Schwester nicht da ist.”
“Natürlich, sind sie immer wieder traurig. Denn auch wenn sie wissen, dass es ihrer großen Tochter gut geht, so vermissen sie sie doch sehr, weil sie sie eben nicht im Arm halten können, so wie ich dich jetzt halte. Verstehst du das? Wenn ein Mensch, egal ob ein Baby oder ein älterer Mensch stirbt, dann ist das sowohl traurig als auch gut.”
“Ich glaube schon. Ich hab Hunger, wann essen wir?”

M.R. Buch, Bracht am 01.01.2009 – In liebendem Gedenken an Alia Guiomar (18.06.2008 )

Eingeordnet in:Lyrik & Musik |am 16. Januar 2009 |3 Kommentare »

Auf die Finger hauen

Es gibt Tage da muss ich mir selber auf die Finger hauen, momentan ist das wieder ganz stark, wenn ich das eine oder andere Posting im Forum lese. Aber ich atme dann erstmal tief durch und gucke ob ich antworten möchte oder nicht.

Auch ich war einmal blutiger Anfänger, unsicher, hibbelig und “ein oder zwei Jahre” warten auf das Wunschkind ein Gedanke der mich erschaudern ließ.

Heute ist Frau Schweden anders, ich kann immer noch hibbelig für andere (schiel zu Annika, Nellie, iri, Manu….) sein, und auch bei meinen eigenen Versuchen. Aber es hat sich geändert, man wird abgeklärter, man wird sich selber gegen über kälter, auch um sich zu schützen. Nächsten Monat werden es vier lange Jahre im Kinderwunschforum, viele sind an mir vorbei gezogen oder stehen nun wieder am Start für Kind Nr. 2. Manche sind immer noch da….aber nur wenig. Viele haben auch Abschied genommen.
Meine Weg ist ja auch deshalb so lange, weil wir viele Pause gemacht haben….aber wenn ich daran denke, das wir im Mai schon 6 Jahre nicht mehr verhüten…und bisher kein Glückstrefferchen passiert ist. *heul* *heul*

Und der Behandlungsweg mich zwar schwanger macht, aber immer nur sehr, sehr kurz, dann kann man schon mal kurz bei dem einen oder anderen Posting die Fassung verlieren. Ich denke das ist erlaubt und menschlich. Und in solchen Momenten haue ich mir dann auch auf die Finger, weil auch ich mal am Anfang stand und diesen nicht aus den Augen verlieren möchte.

Eingeordnet in:Schwedische Schreibecke |am 14. Januar 2009 |5 Kommentare »

Geschützt: Wenn die Seele weint

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Eingeordnet in:Gedanken & Gefühle |am 12. Januar 2009 |Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt.

Schweden in Wien

Gestern hat sich es sich ergeben, das in mir die spontane und verrücke Idee eines Kurzurlaubes entwickelt hat.

Und heute haben wir alles in die Wege geleitet. Wir fahren im Mai nach Wien. *huepfen* *huepfen*

Ich darf ein Musical zum Mayerling-Drama besuchen, der Schwedenmann hat dazu keine Lust. Er geht dann ins Kino oder so. *g*
Flüge sind gebucht, Hotel ist gebucht, Karte ist gekauft. *freu* *freu* *freu*

Vernünftig wäre es gewesen, wenn wir den Trip gelassen hätten und gespart hätten. Aber ich freue mich sehr auf diese Auszeit und das Auftanken. *ja*

Höhepunkt wird für mich, wie bereits 2003, der Besuch in der Kapuzinergruft bei Kronprinz Rudolf sein. Wien im Oktober war schon sehr toll, aber vielleicht ist das Wetter ja gut, dann ist es im Mai noch viel schöner!!

Eingeordnet in:Schwedische Schreibecke |am 10. Januar 2009 |2 Kommentare »