Von Helden und Nicht-Helden

Ich kann den Hals ja nicht voll bekommen und habe mich auch einen kurz Trip in die Uniklinik gemacht.

Ich habe wahrscheinlich den Fehler gemacht und die PU unterschätzt. Mittwoch bin ich ja noch ganz normal arbeiten gegangen, trotz Schmerzen, und am nachmittag habe ich es vor Schmerzen kaum noch ausgehalten, Schmerzmittel haben die ganzen Tag irgendwie nicht angeschlagen…ich habe gezögert und gezaudert aber gegen halb sechs ging nichts mehr und wir sind in die Uniklink gefahren. Auf die Idee auf dem Notfallhandy von Dr. House anzurufen bin ich gar nicht gekommen. *ohnmacht*

Wir sind dann gegen halb sieben in der Uni aufgeschlagen und haben bis kurz nach acht auf einen Arzt gewartet. Klar die hatten gegen sieben Schichtwechsel und haben auf den Nachtschicht gewartet..der Doc der dann kam war sehr nett, sehr jung, und hat erstmal fleißig meine Anamnese niedergepinnt. Dann ging es an das Blutabnehmen…und da wurde der Doc doch etwas blass bei der Venensituation. Aber für mich wurde er dann zum Helden der Nacht. Gestochen und getroffen!!! *verneig* *verneig* . Ich habe ihm mal direkt das Versprechen abgenommen, das er beim nächsten Versuch den Vampir spielt. *lollol*
Dann zum US, das Gerät ließ sich nicht hoch fahren und dann hat er seinen OA dazu gerufen. Ein Doppel-Dr mit Doppelnamen. Da war mir schon fast aller klar und ich muss sagen, was dann folgte, fand ich den *hammer* . Der Assi macht den Vaginal-US und während dessen fängt der OA mir an Vorwürfe zu machen, warum wir den punktiert haben und keine BS. Das würde ja nichts bringen…boah hielt der sich da dran….ich war echt fertig. Der US tat auch auf der linken Seite ziemlich heftig weh. Die Zyste ist weg und hatte sich nicht gefühl. Frei Flüssigkeit in der Bauchhöhle ist nach Punktion normal und bei mir als Shuntpatientin sowieso. Dann kam vom OA, gynäkologisch ist da nichts, wir geben ihnen Buscopanzäpfchen mit und es ist bestimmt etwas am Darm. Dann fiel ihm ein, wir warten doch erstmal auf die Blutwerte. Das haben wir dann getan. 90 Minuten. In der Zeit hat der Schwedenmann etwas gegessen und ich sollte aber nüchtern bleiben. *gr*

Dann sind wir wieder zurück und die Blutwerte warten normal, ich habe auch nichts anderes erwartet. Der Doc kam dann auf die Idee mich mitten in der Nacht in der Chirurgie vorzustellen. Supi Idee. Er hat dann telefoniert und kam mit er erfreuchlichen Nachricht, ja ich soll wirklich in der Nacht vorgestellt werden. Aber ich soll mit einem Zugang versehen werden…. *heul*
Und da wurde der Doc zum Doppelten-Helden der Nacht. Der Zugang saß beim ersten Mal!! *freu*

Wir sind dann rüber, haben kurz gewartet und sind dann von einem netten OA und seinem Assi empfangen worden. Die haben sich die Geschichte kurz angehört, US gemacht, genau die Stelle die sauweh tat getroffen und eindeutig in den Gyn-Bereich geschoben. Der OA hat etwas gesagt, was ich doch sehr treffen fand. “In 90% der Fälle ist der Doc auch der Verusacher der punktiert oder schnibbelt. Und vielleicht ist durch die Punktion das Bauchfell gereizt und beleidigt. ”

Wieder zurück zur Gyn und auf den Doc gewartet. Die Buscopanzäpchen hatte nie wirklich was gebracht und dann habe ich die Wahl bekommen, nach Hause gehen oder ein Schmerzmittel i.V. und am nächsten Tag Dr. House vorgestellt werden. Ich habe mich dann mal für die zweite Variante entschiedehn. Mitterweile war es nach Mitternacht. Wenigenstens habe ich noch etwas zu essen bekommen. Ein Schmerztropf und ich habe bis fünf Uhr geschlafen. Danach ging es mir nicht wirklich gut, aber unter weiteren Schmerztropfen bin ich bis sieben Uhr noch mal weg genickt.

Aufstehen, Frühstück und Warten….die Visite habe ich auf dem Flur schon gesehen….aber mich habe sie dann vergessen, weil sie die Visite wohl geteil hatten. Bis ich dann mal eine Ärztin hatte….hat es doch gedauert. Sie auf dem Bauch wieder rumgedrückt und mir erklärt, gynäkologisch und chirurgisch wäre da nichts, ob ich sicher bin das ich Schmerzen hätte. *heul* Sie würde den OA noch mal rufen, und ich habe ihr dann gesagt, das ich um kurz vor drei einen Termin bei Dr. House gemacht habe. Der OA kam dann auch….wieder rumgedrückt und wieder mit zu verstehen gegeben, da wäre ja nichts. Aber man würde nochmal einen US machen und Blut abnehmen. Blut abnehmen….und wenn sie schicken sie …eine Ärztin im Praktikum…nach tricksen und picksen hatte sie das endlich auch erledigt. Zwischendurch habe ich dann noch mit iri telefoniert und war völlig am Boden zerstört.

Auf den Us habe ich gar nicht gewartet und bin dann mit meiner Akte rüber zu Dr. House. Der hat sich dann auch Zeit genommen und war schon mal heilfroh, das die Blutwerte ok waren. Schmerzen können nach Punktionen unterschiedlich sein und es sei völlig ausser Frage, das ich mich anstellen würde. Machen kann man nicht wirklich viel, weil BS Nr. 5 will bei mir ja kein Mensch. Aber wenigstens eine gescheite Schmerztherapie. Mehr wollte ich auch nie. Ich habe dann mal die US-Situation und die Diskussion in der Nacht erzählt…ui, da ist der sauer geworden…..und hat mir dann mal gesagt, was ich hätte antworten sollen.” Der Kollege House ist ein Idiot, deshalb hat er punktiert”. Schade, darauf wäre ich in der Nacht nicht gekommen.

Er würde mal drüber anrufen, und den wenigstens den Zahn ziehen, das ich mir die Schmerzen einbilde. und wenn noch was ist, Freitag ist er von 10 bis 13 Uhr da und am Wochenende soll ich sonst über das Handy anrufen. Eigentlich wollte er mich am Nachmittag eh anrufen….er hatte da schon was im Gefühl. Ich hätte meinen Doc knutschen können. Für mich der Held der Woche.

Zurück zur Station und dann zu einer Tante die nur US macht. Ok…und dann kam auch noch ein OA dazu, er hatte gerade mit Dr. House telefoniert. Und wir haben auch was gefunden. Wieder reichlich Flüssigkeit, eine zweite Zyste und massive Verwachsungen. Ein riesen Verwachsungsring genau um den linken Eierstock. Ok, das tut weh und macht Schmerzen. Operative Entfernung ist natürlich nicht sinnvoll. Aber er hat dann Schmerzmittel i.V. angeordnet. Ob die Schmerzen jetzt ggf gar nicht von der Zyste sondern durch den Druck auf die Verwachsungen kommen, ist jetzt so ein bissi die Frage nach dem Huhn und dem Ei.
Flüssigkeit ist bei mir ja normal,nur ist da auch wieder die Abgrenzung sauschwer und nur in einer OP ersichtlich.

Gegen halb sechs habe ich dann einen Schmerztropf bekommen und der hat echt eingeschlagen. In der Nacht dann den zweiten. Heute Morgen kam dann der nette OA.Er wollte noch ein drittes Blutbild machen und mich, wenn das ok ist, nach Hause schicken. Ich habe dann gesagt, auf das Blutbild kann ich verzichten, schon alleine wegen der doofen Venen. Und hier dann auch, wenn es wieder schlimmer wird, antanzen. Ansonsten meinte er, würde ich das mit den Schmerzen ja gut händeln und Montag soll ich noch mal bei Dr. House aufschlagen. Mit dem würde er auch telefonieren.

Gestern und heute bin ich krank geschrieben und ich soll auch die nächste Woche zu Hause bleiben….mal gucken, wo ich dann die AU her bekomme,ob Dr. House die rausrückt oder mein Hausgyn. Bei meinem Hausgyn habe ich vorsichtshalber auch Montag einen Termin gemacht. Der weiss eh von nichts, was die letzten Woche so gewesen ist. *g*

Die Schmerzen sind auch besser geworden. Vorher die jetzt so stark waren….keine Ahnung. Ist ja auch egal,Grund gibt es genug.Irgendwas zwischen Verwachsung, dummer linker Eierstock und neue Sortierung der Organe. Keine Ahnung, einen Grund will ich nicht wirklich haben, wollte ich nie, sie sollten mir nur was gegen die Schmerzen geben. Das mein Bauch doof ist, weiss ich ja selber.

Heute war dann der Tenor der Stationsärztin….und wenn es schlimmer wird, soll ich wieder kommen und keine Scheu haben ….ehrlich gesagt, selten so gelacht, trauen würde ich mich doch im Leben nicht mehr nach der Abfuhr gestern!!! Ich schlag da nur noch auf, wenn ich nicht mehr bei Bewußtsein bin oder blutend am Boden liege.

Ich bin dann noch kurz bei Dr. House vorbei und habe der netten Sprechstundehilfe gesagt, das ich nach Hause gehe und Dr. House mich nicht suchen soll.

Irgendwie habe ich mal wieder alles mitgenommen und ich habe den Ärzten auch ganz klar gesagt, und die Chirurgen, der nette OA und Dr. House haben das verstanden, ich finde es als Patient eh schon schwierig abzugrenzen, was ist noch normal und wo muss man handeln.

Eines ist klar, ich habe in den letzten zwei Tagen Helden und Nicht-Helden getroffen. Und ich bin froh das ich mein Dr. House gehabt habe, sonst hätte ich echt alt ausgesehen. Weil kämpfen konnte ich einfach nicht, dafür ging es mir zu bescheiden.

Meine Blutung ist immer noch da…und der Assi am Mittwoch meint, das es so gut wie abgeblutet im US ausschaut und innerhalb der nächsten zwei Tage aufhört….naja mal schauen…sieht bisser nicht so aus. Ist echt seltsam, wenn man sonst nur max. 5 Tage vor sich hin blubbert…

erstellt in Schwedische Schreibecke am 26. September 2008 um 14:19 von Schweden|
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3 Kommentare zu “Von Helden und Nicht-Helden”

  1. iri schreibt:

    Und hier auch nochmal: *knuddel*
    Sei lieb zu dir selbst und schon dich!!!!

    Liebe Grüße
    die iri

  2. Tante Heinz schreibt:

    Holla die Waldfee, Frau Schweden, was sehen meine alten Augen? Sie haben mal wieder auswärts geschlafen?

    Was für ein Theater, Du Arme. *knuddel* Dass aber auch nicht mal irgendetwas ein bisschen glattlaufen kann. Nur ein bisschen. Das ist ja nun wirklich nicht zuviel verlangt.

    Schon’ Dich und lass Dich ein bisschen betütteln. Gut, dass die Schmerzen besser geworden sind.

    Liebe Grüße,
    Deine Tante

  3. shusl schreibt:

    Menno, was machst denn Du für Sachen? Fühl Dich mal ordentlich gedrückt - soweit das der Schmerz zulässt. Ich hoffe, das Thema ist nun durch, es geht endlich aufwärts?
    lg
    shusl

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