Schon wieder ein Monat rum…

Ich seh grad, dass ich den letzten Beitrag Ende Mai geschrieben habe. Es kommt mir ewig lang vor, so viel ist passiert. Ich bin immer noch traurig über den negativen Versuch, denn es sah alles so gut aus. Heute - eine Woche nach dem Negativ - ist endlich die Heulerei gekommen. Solange hat’s noch nie gedauert, aber ich war scheinbar in einer Art Schockzustand. Nein, eigentlich war ich beleidigt. Heute war ich endlich traurig und endlich geht es mir ein wenig besser.

Im Forum habe ich heute meine Signatur geändert. Ich habe mich fürchterlich über eine Userin geärgert, die mich etwas angefressen (nachdem ich sie mit einer Antwort konfrontierte, die ihr nicht passte) frage, ob wir denn nicht langsam aufhören wollten, so viele Negativs, wie wir hätten. Nein, wir wollen nicht aufhören. Wir haben beschlossen, diesen Versuch als 1. Versuch der neuen Runde zu nehmen. Eigentlich hätte das schon die letzte ICSI sein sollen, der erste Versuch der neuen Runde, aber mein Mann hat gesagt, dass der Versuch letztes Jahr so beschissen lief, den möchte er lieber nicht werten. Ich war megaerstaunt, aber ich kann ihm nur beipflichten, denn den Versuch kann  auch ich nicht als echte Chance wahrnehmen.

Da war dieser Versuch jetzt wirklich was anderes: gute Eizellen, für unsere Verhältnisse super Spermiogramm und 4 Kryos. Und trotzdem negativ. Ich bin verzweifelt… ich merk’s. Ich trau meinem Körper nicht mehr. Einerseits will ich’s wissen, ob bei den Kryos “die richtige” dabei ist, andererseits hab ich Angst davor, die auch noch zu verbraten und mein Körper will sie vielleicht nicht. Ich muss ins Bett, von solchen Gedanken bekommt man nur Falten…

In Lauerstellung…

Kommt sie oder kommt sie nicht, das ist hier die Frage… Ich warte auf meine Mens. Ich wusste aber, dass es ein wenig dauern kann, denn “vom Gefühl her” war der Eisprung ohnehin am 18. ZT und heute ist der 31., habe auch schon Schmierblutungen, daher denke ich, dass sie morgen oder übermorgen eintrudelt.

Dann geht’s endlich los. Mittlerweile habe ich wirklich alles zusammen, Decapeptyl, Gonal, Menogon, Predalon, alles aus Restbeständen zusammengeräubert, bis auf’s Decapeptyl, da musste ich noch was nachkaufen, weil es dann doch ein wenig eilig war und ich Sorge hatte, dass falls die Mens doch verfrüht am Pfingstwochenende kommt, ich nicht rechtzeitig was zum Spritzen da hab.

Mensch, ich bin so aufgeregt. Ich hab so ein gutes Gefühl, insbesondere wo die weiterführenden Untersuchungen keine Auffälligkeiten ergeben haben. Stoisch schlucke ich meine Monsterdosis Thyroxin von 25 Mikrogramm, wir haben uns final jetzt doch für eine leichte Unterstützung entschieden, dass der TSH-Wert ein wenig näher an der 2 als an der 3 ist. Komme auch gut damit zurecht. Folsäure nehm ich auch wieder brav, nachdem der Homocysteinwert im oberen Normbereich war, wird schon schiefgehen ;-)

Einzig Sorge machen mir meine Eierstöcke. Ich hatte nie Anzeichen für PCO. Und jetzt beim Ultraschall in der neuen Praxis habe ich meine Eierstöcke nicht wiedererkannt, voller kleiner Follikelchen. Ich bin schier in Ohnmacht gefallen und die Ärztin, die mich ja zum ersten Mal untersucht hatte, war ein wenig besorgt, da ich ja doch eine durchaus handfeste Dosis spritze. Wir haben dann zwar mit Prof. Würfel entschieden, dass wir trotzdem mit dieser Dosis mal anfangen, aber notfalls dann zurückrudern, bevor ich platze. Aber auf jeden Fall geht er das Risiko ein, besser - so meinte er - als wenn wir dann nur mit ein paar EZ dasitzen. Trotzdem, ein mulmiges Gefühl bleibt, allerdings auch ein Hauch Verwegenheit, denn möglicherweise schieß ich mir zwar eine Überstimulation, andererseits kommen vielleicht auch ein paar Kryos bei rum…

Gottlob Manuskript vom Tisch…

Endlich sind beide verflixten Bücher vom Tisch. Die Endphase ist immer die Schlimmste, insbesondere wenn es so ein Endlosprojekt ist. Das zweite Buch, was ich schon vor 1,5 Wochen abgegeben habe, war ja kurz und knackig, da konnte ich gar kein Hassgefühl aufbauen, außer dass Integrierte Versorgung nun wirklich kein hochspannendes Thema ist… Aber vor 5 Minuten habe ich endlich das letzte Kapitel sowie das Abkürzungs- und Sonderzeichenverzeichnis abgeschickt und endlich ist der Druck weg. Jetzt kommt höchstens noch ein wenig Nachgeplänkel und Gekabbel um das Honorar, aber wenigstens hab ich das verflixte Manuskript aus dem Haus…

Was mach ich denn jetzt??? Ahhh ja, ich gehe jetzt entspannt unter die Dusche, vielleicht bin ich brav und stell mich noch eine halbe Stunde auf den Crosstrainer. Dann trink ich ein Glas Sekt. Dann geht’s zu Prof. Würfel. Und ab morgen schau ich mal, was sonst noch so im Büro liegen geblieben ist, mache ein wenig Webseiten (z.B. könnte ich endlich meine private Seite updaten, die hat’s bitter nötig… ;) , arbeite endlich wieder an meiner Doktorarbeit und werde ein wenig schwanger. Und freue mich auf das Buch meiner Psycho- und TCM-Therapeutin, was ich als Nächstes betreuen werde. Wird zwar auch ein Mammutprojekt, aber wenigstens interessiert mich der Inhalt *lach*

Werde langsam zappelig…

Am Dienstag ist unser Erstgespräch in der neuen Praxis. Ich freu mich sehr darauf, insbesondere wo ich mit dem Münchenstammtisch am Freitag drüber gesprochen habe und mit meiner Mama gestern und wir hoffen irgendwie alle inständig, dass es bald losgeht. Ich fühl mich stark und kräftig, habe ein gutes halbes Dutzend Opferkerzen und eine Fürbitte in den letzten Wochen in Kirchen, die ich besichtigte, hinterlassen und nachdem darunter immerhin der Regensburger Dom, der Stephansdom in Wien sowie die Wieskirch’ im Voralpenland war, sollten wir diesbezüglich “gut abgesichert” sein.

Wir würden wirklich gerne noch im Juni einen Versuch machen. Am Dienstag bin ich am 16. ZT, es könnte also gut eine Terminplanung vorgenommen werden, wenn Prof. Würfel mitzieht. Martin fängt am 1.7. seinen neuen Job an und ich würde zu gern die jetzige entspannte Situation ausnutzen, solange er freigestellt ist. Wir könnten sogar in der Warteschleife in den Urlaub fahren, das wäre wirklich ideal.

Martin hat mich zurückgepfiffen, damit ich mir nicht zu viel von seinem Spermiogramm verspreche nach der TCM-Behandlung. Offensichtlich habe ich ihn durch meine Vorfreude unter Druck gesetzt, er hat aber auch berechtigterweise tierisch Schiss, dass es jetzt doch in Richtung TESE geht. Na, wir werden sehen, insbesondere bin ich gespannt, ob am gleichen Tag noch ein SG gemacht wird oder ob dafür ein extra Termin anberaumt wird. Überhaupt bin ich auf den Doktor, auf den Ablauf, auf die Spontaneität und alles gespannt. Ach, wenn’s doch schon Dienstag wär’ …

Juhuuuu… Neuer Job, neues Glück!!

Mein Mann hat den Absprung geschafft. Heute hat er seinen aktuellen Job in Siegburg gekündigt, am letzten Wochenende hatte er beim neuen Arbeitgeber, der u.a. auch ein Büro in München hat, wo Martin jetzt hinkommt, unterschrieben. Reisen muss er freilich immer mal wieder, je nach dem, wo der Kunde ist, aber wenn er nicht im Projekt ist, hab ich große Hoffnung, dass er dann einen großen Teil seiner Arbeitszeit in München verbringt.

Ich freu mich ja so sehr !!! Mal sehen, wie der jetzige Arbeitgeber die nächsten 3 Monate gestaltet, denn so lange läuft theoretisch sein Arbeitsvertrag noch.

Ausgesperrt…

Einmal im Jahr muss es wohl sein. Nein, Irrtum, es ist bereits das 2. Mal in diesem Jahr, das erste Mal ist es im Januar passiert, allerdings war’s da die Haustüre, während ich mich heute (wieder mal) aus dem Büro ausgesperrt habe. Die Situation ist Folgende: ein gemietetes Zimmer im 3. Stock, hier individueller Schlüssel; in den einzelnen Stockwerken ist der Bereich vor den Aufzügen frei zugänglich, allerdings wenn man zu den Büros möchte, braucht man einen weiteren Schlüssel.

Ich wollte zum Supermarkt zwecks Mittagessen, nahm mein Portemonnaie und merkte vor dem Aufzug, dass mir der Schlüssel fehlte, der war bereits hinter der Tür, die zu den Büros führt. Spitze, ich hatte ja auch erwähnt, dass bei uns die einzelnen Leute bis zum Sommer ausziehen müssen und ein Großteil hat das bereits getan. Also nix mit Klingeln, es war keine Sau da.  Und doch… auf der anderen Seite am Aufzug sind auch noch Büros und da kam eine raus… Gottlob passte ihr Schlüssel auch auf meine Büroseite und nur deshalb kann ich mich jetzt im Blog abreagieren. :-)

Mir ist echt die Muffe gegangen. Ich hab mich schon mal ausgesperrt, das muss letztes oder gar vorletztes Jahr gewesen sein. Das war allerdings um halb zwölf in der Nacht und da war wirklich keine Sau mehr da. Hinzu kam, dass auch die Fronttür bereits vom Hausmeister zu geschlossen war, raus kam ich also auch nicht. Seitdem weiß ich, dass der Notausgang nicht mit der Feuerwache verknüpft ist, denn dort bin ich dann raus, zum Thai-Restaurant nebenan und hab meinen Firmenpartner angerufen, der dann mit dem Auto von Erding reinfahren musste (ca. 1 Stunde einfache Strecke) und mir aufsperrte. Meine Güte… So war’s dann heute doch nicht *lol*

My home is my castle…

Meine Eltern würden sich wahrscheinlich vor Lachen langlegen, wenn ich ihnen erzähle, wie gut es mir im eigenen Zuhause geht und wie viel ich bereit bin, dafür zu tun. Denn nichts hasste ich so sehr wie Haus- und Gartenarbeit zu Hause, obwohl wir - anders als in anderen Haushalten - nicht verpflichtet waren, uns daran zu beteiligen, außer es ging um unser eigenes Zimmer und selbst das war ein harter Kampf.

Nachdem meine Studentenbude regelmäßig explodiert ist, es dort - wie für einen Messie durchaus symptomatisch - schimmelte und gammelte und einfach sich eins übers andere stapelte, genoss ich durchaus eigennützig einige sehr ordentliche Freunde bzw. dann in letzter Instanz meinen Ehemann, der eigentlich meine unwillkürliche Müllneigung gut auffangen konnte, solang er daheim war. Jetzt ist er nicht so häufig da und ich muss zugeben, auch ich mache freiwillig mit, bin am Schuften und Schaffen schon den ganzen Morgen, er übrigens auch, weil wir eben heute Nachmittag Gäste haben. Ich lass nicht jeden in mein Haus, aber wenn welche eingeladen werden, freu ich mich besonders drauf. Ich sitze gerne in meinem Garten, der wunderschön ist, ich genieße mein Wohnzimmer und ich genieße es - wie es meine Mutter zu meiner Schande immer prognostiziert hat - nicht erst 2 Tage aufräumen zu müssen, bis ich mich drin wohlfühle.

Werd’ ich doch noch erwachsen? Scheißegal, wie’s bezeichnet werden möchte, aber ich fühl mich gut heute.

Das Netzwerk und ich…

Ich hasse Netzwerke. Denn ich verstehe sie nicht. Aber ich bin mir sicher, dass sie Gedanken lesen können und von Grund auf boshaft sind, denn immer dann, wenn ich eh schon die Schnauze voll hab, funktioniert dann auch das Netzwerk nicht. Möglicherweise gehen Netzwerke aber auch einer geregelten Beschäftigung im BAT-Tarif nach und schalten am Freitag Abend einfach auf stur. Was weiß denn ich?

Jedenfalls bekomme ich weder beim Erbauer des Netzwerks (mein Firmenpartner) noch bei seinem Spezl (mein Mann) irgendeine hilfreiche Antwort, auch wenn man auf meine lautstarken Flüche zumindest versucht hat, mitfühlend zu wirken…

Wovor hatte ich eigentlich Angst?

Gestern haben wir uns kurzfristig entschlossen, da Martin bereits am Mittwoch von Siegburg heimkam, zum Informationsabend der neuen Praxis zu gehen. Was für ein Glück: der Referent war unser künftig behandelnder Arzt, Prof. Würfel. Ich hatte schon die ganze Woche zunehmend Bauchweh, mir ist der Praxiswechsel immer noch nicht ganz geheuer.

Im Laufe des Vortrags wurde es anders. Abgesehen davon, dass Prof. Würfel sehr erheiternd aufgrund seines Zynismus ist (gut, über 20 Jahre Reproduktionsmedizin, da muss man wohl so werden *lol* ), habe ich einiges Neues gestern gelernt. Und Martin hat die ganze Sache endlich auch mal als “Rundes Gesamtes” gesehen und verstanden. Das hätten wir schon viel früher machen sollen, aber so nah waren wir noch nie an einer KiWu-Praxis, dass wir einfach mal so hätten hinfahren können.

Ich bin höchst beruhigt, dass auch in Pasing nicht nach Schema-F stimuliert wird, dass man von mir keine Massenproduktion an Eizellen erwartet, dass man durchaus auch ganzheitliche Ansätze als Begleittherapie verfolgt (dies ist für mich auch ein Plus vs. Bad Münder) und dass man bis zu dem Zeitpunkt, wo die Schwangerschaft klinisch nachzuweisen ist, betreut wird. Letzteres ist freilich im Münchener Zentrum leichter, als wenn man in Niedersachsen in der Pampa sitzt, aber ich find’s jetzt trotzdem gut, dass es das gibt. Spar ich mir nämlich die Grätsche, immer zum niedergelassenen Gyn zu gehen parallel zum Versuch.

Gestern hätt ich ihn mir am liebsten geschnappt und gleich losgelegt, in der Nacht ist dann die Vernunft dazu gekommen. Denn ich bin noch mitten in 2 Buchprojekten und die hab ich hoffentlich durch, bis das Erstgespräch läuft. Ich freu mich trotzdem drauf, denn ich denke, wir werden mit dem neuen Arzt gut klar kommen.

Zwiegespräch mit einem Panzer…

Same procedure as every day: Ich komme mit einer Hand voll Kräuter an das Schildkrötengehege. Wie immer sitzt hier mindestens eine Schildkröte (die andere ist ein Langschläfer, die braucht meist ein wenig länger zum Wachwerden) und sieht mich vorwurfsvoll an: Du kommst aber spät. Ich antworte: Na hör mal, es ist noch nicht mal halb neun, deine Wärmelampe ist auch noch nicht an (die Zeitschaltuhr “kräht” eigentlich etwas später) und immerhin gibt’s jetzt schon Futter. Schildkröte schüttelt indigniert den Kopf und meint, naja, aber Hunger hätte sie trotzdem. Die Kräuter sieht sie nicht mal mit dem Hintern an, viel mehr interessant findet sie, dass ich neben den Häufchen, die sie voller Liebe zu ihrem Frauchen quer durchs Gehege verstreut hat, auch noch die verwelkten Reste einiger Gehegepflanzen entferne und das buddeln anfange. Ich setze einen schönen Farn ein sowie ein “flammendes Kätchen”. Schildkröte fängt an zu galoppieren: Boah geil, grüne Pflanzen. Ich sag: ey Schildkröte, dies ist Gehegebepflanzung, dein Futter ist am anderen Ende. Schildkröte haut die Bremsen rein, kostet am Farn, findet, dass er genauso scheußlich schmeckt wie der letzte und beschließt, auch diesen nur als Kletterpflanze (welch nette andere Verwendung dieses Worts, denn sie klettert wirklich drin rum) zu verwenden. In diesem Moment dreht sie sich um, erblickt endlich am anderen Ende des Geheges den Kräuterhaufen, sieht zu mir hin “warum hast du mir denn das nicht gleich gesagt”, ich rolle nur die Augen… Inzwischen ist Madame Langschläfer ebenfalls wach, hat den weiten Weg vom Schlafplatz zum Futterplatz erfolgreich hinter sich gebracht, erstaunt am Flammenden Kätchen genascht, dies ebenfalls für wenig attraktiv befunden (JA, ES IST GEHEGEBEPFLANZUNG, das Futter ist dort drüben) und macht sich nun über die Kräuter her. Das lässt sich Schwesterchen nicht bieten und mampft ebenfalls los.

Wie die beiden es schaffen sollen, sich das so einzuteilen, dass sie für morgen auch noch was haben (denn ich bin über Nacht nicht da), das weiß ich nicht. Es ist mehr als die doppelte Portion, die sie normal bekommen, aber wie ich die beiden “Monster” kenne, werden sie’s schon über den Tag schaffen, das platt zu machen. Wahrscheinlich futtern sie anschließend dann doch den Farn…