Lectorix’ Kinderwunsch

Das Leben wäre wunderbar, wenn endlich auch ein Kind dazu käme. Leider geht’s Lectorix und ihrem Mann nicht so einfach, sie brauchen ICSI aufgrund eines katastrophalen Zustands von M’s Spermien.

An sich hatten die beiden es mit Kindern gar nicht so eilig, als sie 2000 endlich ein Paar waren. Sie wollten zwar zügig heiraten und ein Kind hätte schon sein dürfen, deshalb haben sie nie verhütet (davor hat Lectorix strikt die Pille genommen), aber nichts geschah. War an sich auch nicht verwunderlich, denn Lectorix’ Mann war viel auf See als Marinesoldat und es gab Zeiten, da haben sich die beiden daheim die Klinke in die Hand gegeben und oft nicht den richtigen Zeitpunkt erwischt.

Im Jahr 2002 wurde bei Lectorix durch Zufall (eine Zyste zeigte sich bei der Krebsvorsorge und ging unter Beobachtung nicht weg) Endometriose festgestellt. Es wurde eine offene Bauchoperation gemacht und die Endometriose im Bauchraum sowie eine ziemlich große Eierstockszyste inkl. einem Teil des Eierstocks entfernt. Aber die Eileiter waren durchgängig und es wurde den beiden geraten, möglichst zügig schwanger zu werden, da man nie wissen könne, wann die Eileiter wegen der Endometriose verpappen.

Ein Jahr später war immer noch nichts passiert, ein paar Monate haben die beiden es mit Temperaturkurve und Zielpoppen versucht, das war doof, deshalb haben sie’s wieder bleiben lassen. Trotzdem hat sich Lectorix’ Mann dann untersuchen lassen. Der Urologe sagte, dass das Spermiogramm jetzt nicht so dolle sei, man könne daran aber auch nichts machen, wir sollen es weiter versuchen. Ein halbes Jahr später - übrigens wieder bei der Krebsvorsorge - fragte dann Lectorix’ Frauenarzt, ob die beiden jetzt schon mal Künstliche Befruchtung gemacht hätten, denn mit DEM Spermiogramm ginge es ja wohl nicht anders. Nun, da brach dann eben mal der Himmel zusammen…

Trotzdem, sie rappelten sich auf und sind seit September 2004 in Bad Münder bei Dr. Bispink in Behandlung. Sie wissen, dass es grundsätzlich geht, denn beim 2. Versuch war Lectorix schwanger. Leider nur bis in die 10. SSW, dann wurde der kleine Maximilian von der strengen Mutter Natur aus dem Verkehr gezogen, weil er sich “als Vorrat” ein drittes Chromosom 21 eingeschmuggelt hat. Offensichtlich war seine Form des Down-Syndroms so ernst, dass das Herz aufhörte, zu schlagen. Lectorix ist sehr traurig darüber, aber trotzdem dankbar, dass es so und nicht später endete, da sie sich nicht sicher ist, ob sie die Schwangerschaft abgebrochen oder durchgezogen hätte mit dieser Diagnose. Sie hat neben knuddeligen Down-Kindern auch sehr schwere Verläufe gesehen und genau letztere traut sie sich nicht zu. Sie hat selbst einen Herzfehler und Sorge, dass sie sich um ihr Kind irgendwann nicht mehr kümmern kann und es würde ihr das Herz zerreißen, wenn es dann niemanden gäbe, der sich darum kümmert.

Trotzdem weiß Lectorix, dass sie schwanger werden kann und es irgendwann auch noch wird. Mittlerweile sind sie und ihr Mann Selbstzahler für die ICSI, da durch den Wechsel aus der Bundeswehr auch ein Wechsel in die private Krankenkasse notwendig war. Dort wurde bei der Gesundheitsprüfung natürlich aufgrund der Vorgeschichte alles, was mit Reproduktionsmedizin zusammen hängt, ausgeschlossen. Sie ist nicht bereit, sich davon unterkriegen zu lassen und genau wie ihr Mann arbeitet sie wie eine Wilde, teils sogar mit Zweitjob, um das Geld für die Behandlung zusammen zu kriegen und trotzdem ein bequemes Leben führen zu können.