Sonntag ist klasse…

Was kann es besseres geben als einen Sonntag, an dem man bis um 9 oder 10 im Bett rumlümmelt, dann duscht, sich nett aussehend gestaltet, im Garten den Sonnenschirm aufspannt, ein paar Routine-Anrufe bei der Familie tätigt und dann sich um halb 12 überlegt, was man mit dem Rest des Tages anfängt. Ich weiß es ziemlich genau, mein Mann auch, denn er bastelt am Hasenstall und ich möchte ein wenig Zeit in die neue Webseite meines Selbsthilfevereins investieren. Aber es ist kein Zwang, sondern heute bin ich ausgeschlafen und ich hab Lust drauf.

Wir haben übrigens ein Problem mit dem Garten. Wie bei der Stimulation geht’s uns auch mit unseren Nutzpflanzen. Martin zeigte mir heute eine Horde Minigurken in Cornichongröße und eine “Monstergurke” von etwa 15 cm Größe. Es sind Einmachgurken, die kann ich (meines Wissens nach) nicht einfach so in ‘nen Salat schnibbeln. Genauso ist’s mit einem der Kürbisse. Die Kürbispflanze ist ein symbiotisches Verhältnis mit unserem Zaun eingegangen, was grundsätzlich nicht tragisch ist, aber ausgerechnet der einzige Kürbis, der sich bisher in Form eines Kürbisses zeigt, hat sich wie ein vorwitziger Follikel, der allen anderen voranprescht, am höchsten Punkt des Zauns auf der anderen Zaunseite niedergelassen. Das wäre grundsätzlich okay, wenn er hier Platz zum Wachsen hätte, aber unser früherer Nachbar hat - weil ihm offenbar die Privatsphäre durch einen einfachen Maschendrahtzaun (ich will kein Wort über dieses Wort in den Kommentaren hören!) nicht genügte, noch einen hohen Holzzaun angebracht und genau zwischen Maschendrahtzaun (RUHE!) und Holzverkleidung hängt jetzt auf 1 Meter Höhe der Kürbis. Keine Chance auf Sonne, aber er wächst. Meine Güte… Es versteht sich von selbst, dass die Verbindung der Kürbispflanze und des Zauns so intensiv ist, dass keine Chance besteht, den Kürbis auf die richtige Seite zu holen, schließlich ist es ja unser Kürbis und Sprösslinge unserer beiden Familien sind dafür bekannt, dass sie alles so machen, wie’s kein anderer der Gesellschaft machen würde.

Trotzdem ist’s friedlich in diesem Garten. So friedlich, dass ich nur mit leichten Bauchschmerzen heute morgen beschlossen habe, den Kryoversuch noch um einen Monat zu verschieben. Eigentlich war er für den kommenden Zyklus geplant, aber ich bin wirklich in der heißen Phase für das erste eigene medizinische Symposium, was ich in meinem Leben selbst organisiere und da es am 22. September stattfindet, habe ich weder große Lust, dort dann in der Warteschleife zu sein, oder mich aufgrund eines eben erfahrenen Negativs infolge unkontrolliert stattfindender Weinkrämpfe vor der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und einer Horde von Kinderkardiologen und Kardiologen aus den 3 deutschsprachigen Ländern zu blamieren. Im Monat drauf hab ich genügend Ruhe und Zeit und das ist dann genau die richtige Zeit, um meine Eisbären aufzuwecken. Außerdem wird’s dann ein Juni-Kind und das haben wir definitiv nicht in beiden Familien - und wie ich schon sagte: Unsere Sprösslinge machen es eh immer anders als es irgendwer tun würde.



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