Zahnarzt müsste man sein…

Denn dann hätte man so einen Spiegel, mit dem man hinter die Ohren gucken kann. Denn mein Mann ist nicht da und mein Embryonen-Schutz-Elefant Nellie nicht wirklich hilfreich, weil sich wie eine Sphinx auf ein geheimnisvolles Lächeln beschränkt, was meine stündlichen Fragen nach grünen Punkten und mehr oder minder eindeutigen Schwingungen aus dem Uterusbereich angeht. Auch mein Couch-Knautsch-Hund Anton kümmert sich eher um die Bekuschelung von zwei Kampfembryonen als um die Befindlichkeit des Mutterschiffs.

Wer ist eigentlich dafür zuständig, dass die Zeit vorgedreht wird? Denn wenn sich daran nichts dreht, dreh’ ich bald am Rad. Natürlich weiß ich, dass die Welt sich trotzdem weiterdreht, wenn ich bei dieser Glücksradrunde nicht den Jackpott erdreht habe. Jetzt wird mir vor lauter Drehungen schlecht und ich geh besser doch ins Bett und dreh mich dort von einer Seite auf die andere  und mit meinen Kindern im Traum im Kreis. Und sollte jemand der Meinung sein, dass ich den Dreh langsam raushaben sollte, so hat er/sie vollkommen recht, aber letztlich wird’s der Donnerstag zeigen, was Fortunas Rad für mich auf Lager hat.

Wenn meine Psyche mir einen Streich spielt, dann…

… dann kriegt sie dermaßen eins auf die Mütze. Ich fühl mich schwanger. Nicht Utrogest-schwanger, nein, richtig schwanger. Ich habe Glücksgefühle, ich träume von Babies und schönen Dingen, ich fühle mich ausgeglichen und stark genug, meinem Mann alle Pipitests mit auf Geschäftsreise zu geben und bis Donnerstag zu warten. Mir ist schlecht am Morgen (wem ist schon schlecht bei 3+4, aber sowas soll’s auch geben, gerade bei Leuten, die nicht allzu viele Hormone intus haben), ich hätt - obwohl ich da sonst eigentlich nicht empfindlich bin - kotzen können, als heute jemand neben mir an der Bushaltestelle geraucht hab und rieche auch sonst Dinge, wo mein geruchsempfindlicher Mann seinen Riechkolben erst zweimal hinrecken muss, bevor er es merkt. Meine Güte, es wär so schön…

Wenn schon sonst nix, dann ‘nen Witz…

Drei Affen werden zu Untersuchungszwecken für ein Jahr drei verschiedenen Berufsgruppen zugeteilt, um am Ende zu messen, wie sehr sie sich die Verhaltensweisen anlernen. Der erste Affe kommt zum Chemiker, der zweite zum Architekt und der dritte geht für ein Jahr zum Filmregisseur. Nach einem Jahr werden sie wieder abgeholt und in einen gläsernen Raum gesperrt. In diesem Raum befinden sich ein Tisch und drei Nüsse, sowie ein kleiner Hammer.

Der erste Affe betritt den Raum, nimmt sich die Nuss und riecht daran, hält sie gegen das Licht und analysiert die Oberfläche. Alle Forscher wissen - der Affe war ein Jahr beim Chemiker.

Der zweite Affe betritt den Raum, nimmt den Hammer und zerschlägt eine Nuss und fängt an die Teile der Schale aufzubauen, so dass ein kleines Haus entsteht. Natürlich sind sich alle Forscher einig, das der Affe ein Jahr beim Architekten gelebt hat.

Dann kommt der dritte Affe in den Raum, nimmt den Hammer schlägt alle Nüsse so kaputt, das er sich die Reste durch die Nase zieht, poppt die anderen beiden Affen durch, stellt sich in die Mitte des Raums und sagt: “So kann ich nicht arbeiten!”

*lollollol*

Hochzeitstag…

Ich geh jetzt Hochzeitstag feiern… Witzigerweise ist es so, dass ich heute schon den ganzen Tag irgendwie rumhäng’ wie ein Schluck Wasser in der Kurve… Nachdem das Symposium, dessen Termin (22.09.) immer näher rückt, langsam wirklich in trockenen Tüchern ist, ich schon vor Monaten meinen Hochzeitstag (nachdem ich den letzten im Krankenhaus mit akutem Bauch verbrachte) mit einem schönen Wochenende  in Berlin geplant habe, fühlte ich mich eigentlich bis vor 5 Minuten ziemlich sicher.

Da ich aber ein völliger Berlin-Idiot bin (auch wenn ich dort theoretisch 1 Jahr zwecks Studium verbracht habe, aber hierzu eigentlich nur die Interna der Charité kennenlernte und nicht etwa den Stadtplan), habe ich einen Flug gebucht, der nach Tegel geht, wegen der Innenstadtlage ein Hotel am Alex und die Abendunterhaltung, die ich stolz meinem Mann versprochen habe, findet wiederum irgendwo hinter Tegel statt… Meine Güte, hätt ich eigentlich nich vorher mal auf den Stadtplan gucken können?

Naja, ich hab eben gebeichtet, mein zweites X-Chromosom erwähnt und daher nimmt’s mein Mann wie immer stoisch gelassen. Ansonsten haben wir vor, unseren Hochzeitstag von nichts und niemanden versauen zu lassen. :-)

Schlaflos in Pulling…

Meine Güte, bin ich müde… Kein Wunder, ich konnte heute nacht nicht schlafen. Um 2 war ich immer noch wach und woran lag’s? Weil ich mich am Telefon mit meinem Mann gezankt hatte, völlig unnötig. Er hat Geldsorgen, es ist alles mit meiner Selbständigkeit schlecht planbar und was schlecht planbar ist, bereitet ihm Grübelfalten… Mir wird hingegen allein bei dem Gedanken, in ein Angestelltenverhältnis gehen zu müssen, schlecht. Da sind wir halt unterschiedlich gestrickt.

Ich habe dann bis in die Puppen im Internet gesurft, nach Möglichkeiten um meine aktuell sehr flaue Auftragslage zu verbessern. Wirklich gut vorangekommen bin ich nicht, hätt’ ich mal besser die 4 Stunden auf meine Doktorarbeit verwendet, und selbigen Titel dann, um auf Kundenfang zu gehen. Darüber hab ich dann auch noch gegrübelt und zu guter Letzt kam eine unsäglich schlecht recherchierte Reportage auf Pro Sieben über Kinderwunsch (ein Paar war eine Zech-Werbeveranstaltung, mit der Begründung, dass man in Deutschland nur 3 Eizellen überhaupt befruchten dürfe und in Österreich könnte man ja 30 befruchten *kreeeeiiiisch*) und als die dann vorbei war, hab ich weitergezappt, weil ich vor lauter Ärger nicht einschlafen konnte und dann kam eine Reportage auf N24 über Sex in der Schwangerschaft. Thema interessant, nur irgendwie war ich dann nach einiger Zeit so neidisch auf die Paare, denn einerseits sind sie schwanger, andererseits haben sie Sex und ich hab zur Zeit beides nicht… Trug also nicht zwingend zur Erheiterung der Gesamtsituation bei…

Dafür durfte ich heute dann um 7 aufstehen, das war dann noch der absolute Knüller, aber immerhin bauen mich heute die Kollegen gut auf und ich lach auch schon wieder. Und vielleicht kann ich ja heute nacht schlafen.

Sonntag ist klasse…

Was kann es besseres geben als einen Sonntag, an dem man bis um 9 oder 10 im Bett rumlümmelt, dann duscht, sich nett aussehend gestaltet, im Garten den Sonnenschirm aufspannt, ein paar Routine-Anrufe bei der Familie tätigt und dann sich um halb 12 überlegt, was man mit dem Rest des Tages anfängt. Ich weiß es ziemlich genau, mein Mann auch, denn er bastelt am Hasenstall und ich möchte ein wenig Zeit in die neue Webseite meines Selbsthilfevereins investieren. Aber es ist kein Zwang, sondern heute bin ich ausgeschlafen und ich hab Lust drauf.

Wir haben übrigens ein Problem mit dem Garten. Wie bei der Stimulation geht’s uns auch mit unseren Nutzpflanzen. Martin zeigte mir heute eine Horde Minigurken in Cornichongröße und eine “Monstergurke” von etwa 15 cm Größe. Es sind Einmachgurken, die kann ich (meines Wissens nach) nicht einfach so in ‘nen Salat schnibbeln. Genauso ist’s mit einem der Kürbisse. Die Kürbispflanze ist ein symbiotisches Verhältnis mit unserem Zaun eingegangen, was grundsätzlich nicht tragisch ist, aber ausgerechnet der einzige Kürbis, der sich bisher in Form eines Kürbisses zeigt, hat sich wie ein vorwitziger Follikel, der allen anderen voranprescht, am höchsten Punkt des Zauns auf der anderen Zaunseite niedergelassen. Das wäre grundsätzlich okay, wenn er hier Platz zum Wachsen hätte, aber unser früherer Nachbar hat - weil ihm offenbar die Privatsphäre durch einen einfachen Maschendrahtzaun (ich will kein Wort über dieses Wort in den Kommentaren hören!) nicht genügte, noch einen hohen Holzzaun angebracht und genau zwischen Maschendrahtzaun (RUHE!) und Holzverkleidung hängt jetzt auf 1 Meter Höhe der Kürbis. Keine Chance auf Sonne, aber er wächst. Meine Güte… Es versteht sich von selbst, dass die Verbindung der Kürbispflanze und des Zauns so intensiv ist, dass keine Chance besteht, den Kürbis auf die richtige Seite zu holen, schließlich ist es ja unser Kürbis und Sprösslinge unserer beiden Familien sind dafür bekannt, dass sie alles so machen, wie’s kein anderer der Gesellschaft machen würde.

Trotzdem ist’s friedlich in diesem Garten. So friedlich, dass ich nur mit leichten Bauchschmerzen heute morgen beschlossen habe, den Kryoversuch noch um einen Monat zu verschieben. Eigentlich war er für den kommenden Zyklus geplant, aber ich bin wirklich in der heißen Phase für das erste eigene medizinische Symposium, was ich in meinem Leben selbst organisiere und da es am 22. September stattfindet, habe ich weder große Lust, dort dann in der Warteschleife zu sein, oder mich aufgrund eines eben erfahrenen Negativs infolge unkontrolliert stattfindender Weinkrämpfe vor der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und einer Horde von Kinderkardiologen und Kardiologen aus den 3 deutschsprachigen Ländern zu blamieren. Im Monat drauf hab ich genügend Ruhe und Zeit und das ist dann genau die richtige Zeit, um meine Eisbären aufzuwecken. Außerdem wird’s dann ein Juni-Kind und das haben wir definitiv nicht in beiden Familien - und wie ich schon sagte: Unsere Sprösslinge machen es eh immer anders als es irgendwer tun würde.

Gelächter über PKV

Da hatte ich doch die Rechnungen der Diagnostik in der neuen KiWu-Praxis bei meiner PKV jetzt nach und nach eingereicht, die sie auch anstandslos erstattet haben. Nur jetzt bei der letzten stand dabei, ich möge mich doch bitte bei ihnen melden, sollte eine Kinderwunschbehandlung geplant sein… Hääääääääähhhh??? Wir sind seit 3 Jahren in Kinderwunschbehandlung, die haben schon so viel Diagnostik bezahlt und auch damals, als wir noch die Versuche vom Kostenträger meines Mannes erstattet bekommen haben, die Kostenübernahme abgelehnt (so wie wir das damals brauchten, denn ohne deren Ablehnung keine Kostenerstattung durch den Kostenträger meines Mannes… ;) .

Ich hab dann dort angerufen, dem Knilch an der Servicehotline das so gesagt. Wir haben uns nett unterhalten, ihm ja auch gesagt, dass ja die PKV, als mein Mann dann vor 2 Jahren eintrat, Reproduktionsmedizin ausgeschlossen hatten und wir daher ja Selbstzahler sind, aber ich meine Diagnostik durchaus noch erstattet bekommen möchte. Und ich weiß nicht, welcher Deibel mich geritten hat, aber ich hab dann noch hinzugefügt: wenn ich natürlich Chancen hätte, dass ein Teil der Kosten erstattet würde, wäre ich überglücklich und würde mich dagegen nicht wehren, worauf er lachte und sagte, okay, das würde er intern abklären.

Ich mach mir keine großen Hoffnungen, aber lieber einmal zu viel gefragt, als ein mal zu wenig, oder?

Heut such ich Streit…

Ich weiß nicht, was es ist… Ist es der Tod meiner Freundin heute? Ist es mein Buchprojekt, was mich nervt? Oder die Tatsache, dass ich mich mit ziemlichem Unfug im Rahmen meiner Selbsthilfegruppe rumschlagen muss? Es könnte auch der Frankensekt aus Frankenwein sein, den ich zu 0,75 l intus habe, der mich bei banalen Dingen einmal rundum schlagen lässt. Alles in allem bin ich froh, dass ich bereits vor Stunden mit meinem Mann telefoniert habe, meine Messenger aus sind und ansonsten sich niemand in meinen Weg traut… Denn ich bin bereit, heute wirklich zu zanken und Gott allein weiß, dass ich in meinem Leben selten einen Last-word-contest verloren habe…

Schlechter Monat für Herzkinder…

Das Schicksal schlägt zu, und die eigenen Probleme werden wieder so klein. Ich bin national für eine Bundesvereinigung, die sich für Jugendliche und Erwachsene mit angeborenem Herzfehler engagiert, ehrenamtlich tätig, und da ich im Bundesvorstand bin, habe ich auch Kontakt zu den anderen europäischen Gruppen mit dieser Zielgruppe. Eine Tätigkeit, die mich davon abhält, für den Kinderwunsch politisch tätig zu werden, da ich nicht an zwei Kriegsschauplätzen kämpfen möchte. Die Arbeit für uns erwachsene Herzkinder holt mich auch regelmäßig wieder auf den Boden der Tatsachen, was meine eigene Kinderwunschgeschichte angeht. Vor zwei Wochen ist die Leiterin der belgischen Gruppe bei der seit über einem Jahr geplanten Herz-Lungen-Transplantation gestorben. Astrid hatte endlich den Mut gefasst gehabt, sich darauf einzulassen, weil ihr Lebenspartner schon seit Jahren gut mit seiner transplantierten Lunge zurecht kommt. Sie selbst hat’s nicht geschafft, was mich sehr traurig machte, denn auf einer Konferenz in Norwegen 2006 habe ich ihr noch Mut zu diesem Schritt gemacht, denn auch ohne die Transplantation hätte sie’s nicht mehr lang gepackt. Heute hat mich dann unser Kontaktmann der britischen Organisation angerufen und mir gesagt, dass die Leiterin der Walisischen Gruppe heute nacht gestorben war. Auch Laura kannte ich gut, sie hatte erst vor 2 Jahren geheiratet.

Beide Frauen durften nicht schwanger werden, sie waren zu krank, um eine Schwangerschaft überleben zu können. Ich weiß von beiden, dass sie darunter sehr gelitten haben. Nicht die Wahl zu haben, sich für oder gegen Kinder zu entscheiden, ist noch mal eine Kategorie mieser als nicht auf natürlichem Weg schwanger werden zu können. Dieser Zustand zeigt mir immer wieder, wie wertvoll es ist, überhaupt schwanger werden zu dürfen, auch wenn’s nicht so einfach klappt, aber ich habe noch die Zeit, es zu werden, da ich noch jung bin und ich darf schwanger werden, da mein Herzfehler einfach ein wenig fairer zu behandeln war als der von anderen. Und sollte mein Kind das 8-fach erhöhte Risiko eines Herzfehlers im Gegensatz zu Kindern gesunder Eltern mitnehmen, kann ich ihm entsprechend die eigene Erfahrung mitgeben, wie man mit einem geflickten Herzen zurechtkommt und es hat die Chance, von über 30 Jahren Erfahrungen der Kinderherzchirugie besser zu profitieren, als meine beiden Freundinnen es konnten, die zu Zeiten geboren wurden, wo man noch ziemlich viel experimentiert hat…

Ich bin traurig und ich geh jetzt erst mal Mittag essen und trinke ein Glas Prosecco auf Laura, weil ich weiß, dass sie Prosecco genauso gern mochte, wie ich.

Mitten in der Nacht…

Es ist 3 Uhr morgens. Eigentlich nicht meine Zeit. Aber irgendwie war der ganze Tag verquer, angefangen mit der Mitgliederversammlung meines Dart-Vereins heute morgen… Da musste ich mich so ärgern, dass ich 3 Bier getrunken habe und - nachdem ich es tatsächlich ohne Probleme geschafft habe, das Auto und meinen Mann mit ein paar Bier mehr ohne Unfall nach Hause zu kutschieren  - den Rest des Nachmittags auf der Couch verbrachte… Die ehrgeizige Zeit begann dann so gegen 11, als ich dann nach einem Frustposting im Forum anfing, 20 Pakete Werbematerial für meine Selbsthilfe zu packen. Die stehen jetzt neben mir, fertig frankiert und alles, und ich bin putzmunter. So ein Scheiß. Na, mal sehen, was meine Schmusedecke und meine Stofftiere machen, vielleicht werd’ ich doch noch müd’ ….