Augen zu und durch

Nach dem Telefonat mit meiner Schwiegermutter gestern, einer darauffolgenden eher unruhigen Nacht (draußen wie drinnen) und einem nicht wirklich erhellenden Gespräch mit meinem Liebsten heute Morgen bin ich (mal wieder) ins Grübeln geraten.

Steigere ich mich in meinen Schmerz, meine Wut, mein “ihr-könnt-mich-alle-nicht-verstehen”, mein Selbstmitleid, meine Angst zu sehr rein?
Fühl ich mich darin so wohl, dass ich unsensibel für die Bedürfnisse und Wünsche anderer bin?
Fokussiere ich so sehr auf den Kinderwunsch, dass alles andere für mich nebensächlich wird?
Bin ich unfair, wenn ich mir aussuche, bei wem ich mich mit meinem ganzen Gefühlschaos wohl fühle und wessen Baby oder Schwangerschaft mich interessiert?

Ich kann sehr wohl mit Babys in einem Raum sein. Mit Schwangeren übrigens auch (*wink* Stammtisch-Mädels). Ich kann die Babys auch auf den Arm nehmen, sogar übers Taufbecken halten. Ich brauche aber das Gefühl, nein, die Gewissheit, dass meine Gefühle, dass ich ernst genommen werde(n). Dass mir Raum und Zeit gelassen wird, mich einzulassen. Dass ich es bin, die entscheidet.

Ich hätte nie geglaubt, dass es einen Unterschied macht, ob eine Freundin oder die Schwägerin schwanger ist/ein Baby hat.
Macht es aber sehr wohl. Vor allem dann, wenn ich gedrängt werde dieses Kind kennenzulernen.
Und wenn das Verhältnis zur Schwägerin eh etwas verkrampft ist, dann verkompliziert das die Dinge.

Ich behaupte nicht, dass andere sich nicht in meine Situation hineinfühlen können. Es gibt genügend Beispiele, die das widerlegen. Und auch wenn sie es nicht hundertprozentig können, so gebe sie sich doch Mühe und vor allem SIE FRAGEN NACH!!!
Immer dann, wenn mir Raum gelassen wird auch mal nicht erfreut über die Anwesenheit von Kindern zu sein zu können fühle ich mich wohl. Nur weil ich mir nichts sehnlicher Wünsche als ein Kind, muss ich noch lange nicht froh über jede Minute mit einem fremden Kind sein. Und schon gar nicht, wenn ich nicht frei entscheiden kann, ob ich die Begegnung möchte oder nicht.

Wieso muss ich mich dem aussetzten?
Wieso kann ich nicht diese unvermeidbaren Begegnungen auf ein Minimum reduzieren?
Wieso ist es nicht ausreichend, dass ich mich während der Behandlungsphase fremdbestimmt fühle?
Wieso dürfen andere und “das was sich gehört” über mich bestimmen?

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Eben hab ich mit I. telefoniert. Meinen ganzen Frust abgelassen, alles mal in Worte gefasst.
Jetzt geht es mir besser.
Ändern lässt sich sowieso nichts mehr.
Also heißt das Motto für Montag:
Augen zu und durch.




3 Kommentare to “Augen zu und durch”

  1. Tanner schreibt:

    Liebe Iri, *knuddel*

    laß dich mal feste drücken. Ich habe dir ja schonmal gesagt – es gibt zwei Dinge, die lassen sich nicht unter einen Hut bringen. Jemand, der schwanger ist (..oder das Kind bekommen hat…), erwartet eigentlich wie selbstverständlich, das man sich mitfreut.
    Umgekehrt ist eben das für ungewollt Kinderlose wahnsinnig schwer, einfach weil man in seinen eigenen Gefühlen steckt.
    Der schmale Grat dazwischen ist, anderen nicht auf den Schlips zu treten und dennoch ein behutsames Auge auf sich selber zu haben – es nutzt nichts, wenn man sich selber ignoriert, seine Gefühle, Wünsche und Trauer, nur damit die Umwelt glücklich ist. *gr* Wie gesagt, das ist nur ein ganz schmaler Grat, auf dem man wandern kann.
    Und wenn die Umwelt nur ein wenig an Akzeptanz oder Verständnis übrig hat, setzt man dich nicht zusätzlich unter Druck, indem man an dein Gewissen appeliert…eben das sorgt für Verzweiflung. Wir haben dasselbe mitgemacht, wenn du möchtest, schreibe ich dir das irgendwann und wie wir uns entschieden haben – das würde hier den Rahmen sprengen.

    Für Montag wünsche ich dir viel Glück. *bussi*

    LG, Tanner

  2. iri schreibt:

    Danke, Tanner *bussi*
    das Glück kann ich brauchen und auch ganz viele “Ommmmms”, damit ich nicht die Nerven verliere. Aber vielleicht wäre das genau das richtige?

    Jedenfalls wüsste ich gerne, wie ihr euch entschieden habt – aber vielleicht erst nach Montag *g*

    LG
    die iri

  3. Gilly schreibt:

    Einfach mal ganz fest in den Arm nehm. *knuddel*

    LG Gilly

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